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Bahn-Trasse Forchheim: Was steht 2020 an?

Viergleisiger Ausbau schreitet voran, nur wie und wann ist unklar - 09.01.2020 06:00 Uhr

Vier Gleise werden es künftig sein: Der Unterbau der neuen Trasse (hier an der Kreisstraßen-Brücke westlich von Eggolsheim) ist deutlich sichtbar.

© Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Denn Bahnfragen sind auch Glaubensfragen: Immer ein wenig unkonkret, was die Einzelheiten angeht, aber das große Ziel am Ende fest im Blick.

Nicht anders verhält es sich mit den rund 14 Kilometern Schienenstrecke zwischen Forchheim und Eggolsheim – im Fachterminus auch „Planungsabschnitt“ genannt –, die im Rahmen der neuen ICE-Trasse ausgebaut wurden oder noch werden. Das Zwischenziel: Die bestehende zweigleisige Strecke auf vier Gleise zu erweitern, wobei auf den zwei neuen Gleisen Geschwindigkeiten bis 230 Stundenkilometer möglich sein sollen, damit der ICE durchrauschen kann.

Doch 14 Kilometer sind gleichwohl nur ein Wimpernschlag verglichen mit dem großen Ziel der DB: Das „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8“ (VDE8), durch das die Strecke München-Berlin (oder umgekehrt) binnen vier Stunden zurückgelegt werden kann. Das ist seit Dezember 2017 möglich, was aber mitnichten heißt, dass die einzelnen Bauabschnitte des VDE8 vollendet wären.

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Was Sie über die neue ICE-Trasse wissen müssen

Die Arbeiten zum viergleisigen Ausbau der ICE-Trasse sind in der Region wieder voll im Gange - und nur ein kleiner Teil eines Großprojektes der Bahn: Die Neu- und Ausbaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin, ihres Zeichens größte Bahnbaustelle Deutschlands. Das müssen Sie darüber wissen.


Denn allein im Planungsabschnitt Forchheim-Eggolsheim sind enthalten: Schallschutzwände und -wälle entlang von neun Kilometern sowie 15 Eisenbahnbrücken, die erneuert werden – darunter zwei markante Bogenbrücken über die A73, die nördlich von Forchheim (zwischen Tierheim und Lidl-Logistikzentrum) entstehen sollen.

Zudem werden zwölf Straßen-, Wege- und Fußgängerbrücken nachgerüstet oder entstehen neu, unter anderem natürlich die Piastenbrücke, wo es vorab viel Planungsärger gab. Die wird nämlich nicht, wie einst vom Stadtrat gewünscht, breiter als bislang, um für Fußgänger und Radler mehr Platz zu schaffen – weil eine entsprechende Änderung der ursprünglichen DB-Pläne teuer gewesen wäre. Geschätzte Mehrkosten: 2,75 Millionen Euro. Und die Stadt müsste dafür allein aufkommen.

Bleibt nur die Frage: Wann geht es los mit der Piastenbrücke? Schon landen wir wieder beim Glauben: Der Sachstand Ende September letzten Jahres war, dass der Abriss der alten Brücke diesen Juli beginnen soll (Sperrung ab Annafest) und der Neubau im Oktober 2021 für den Verkehr freigegeben wird.

Nichts Genaues weiß man nicht

Ob das allerdings so kommt? „Wir wissen nicht, was die Bahn konkret 2020 anpacken will“, sagt Forchheims Stadtsprecherin Britta Kurth. Wie die DB bezüglich Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten vorgehe, darüber werde die Stadt „momentan nicht informiert“. Das Ganze sei derzeit einfach „nicht transparent“, so Kurth. Aus diesem Grund fahren die zuständigen Rathaus-Mitarbeiter Anfang kommender Woche nach Bonn, um sich im Eisenbahnbundesamt selbst schlau zu machen.

In Bonn erhofft sich die Verwaltung auch neue Erkenntnisse in Sachen Haltestelle Forchheim-Nord, die sich derzeit noch im Planfeststellungsverfahren befindet. Denn auch hier tappt die Stadt weiterhin im Dunkeln, obwohl alle nötigen Unterlagen bereits Mitte Juni 2019 beim Bundesamt eingereicht wurden.

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Mehr Platz für den ICE: So lief's 2017 auf der Baustelle

An Ostern 2017 wurde die Bahnstrecke zwischen Erlangen und Bamberg komplett gesperrt. Die Bahn gab Vollgas. Wir haben Kersbach und Eggolsheim damals besucht.


Richten wir den Blick weiter gen Norden ist entlang der alten Gleise durchaus rege Bautätigkeit zu verzeichnen. Auch der Unterbau der Trasse an der Kreisstraßen-Brücke westlich von Eggolsheim (Forchheimer Straße) scheint vollendet zu sein. „Wenn die weiter so zügig voranschreiten, könnte ich mir vorstellen, dass noch heuer im Bahnhofsbereich von Eggolsheim-Neuses Wegebau- und vorbereitende Gleisverlegungsarbeiten gemacht werden“, sagt Eggolsheims Bürgermeister Claus Schwarzmann.

Wann der Bau des Mittelbahnsteigs (inklusive Aufzug) für den neuen, dann vor das Lindner-Areal verlegten Haltepunkts Eggolsheim beginnen könnte, kann Schwarzmann aber nicht sagen. „2020 glaube ich jedenfalls nicht. Und mehr als den allgemeinen Bauplan der Bahn habe ich auch nicht.“

Eine von den NN angefragte aktuelle Stellungsnahme zum Fortgang der Arbeiten rund um Forchheim ist der DB aus Zeitgründen noch nicht möglich gewesen.

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