Montag, 23.11.2020

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Behringersmühle: Der alte Bahnhof soll aufblühen

Ein touristischer Höhepunkt für die ganze Fränkische Schweiz könnte entstehen - 24.10.2020 08:02 Uhr

Wie man auf diesem Archivbild aus dem Jahr 2015 sieht, steht der Bahnhof Behringersmühle bei Touristen hoch im Kurs. Nach einer Sanierung des gesamten Areals könnte sich die Besucherfrequenz dort verdoppeln.

23.10.2020 © Archivbild: Martin Regner


"Der Zustand des Areals hat Luft nach oben", erklärte der scheidende Kulturreferent Anton "Toni" Eckert in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Seit der reguläre Güter- und Personenverkehr auf der Strecke anno 1976 eingestellt wurde, setzte ein langsamer Verfall der dortigen Gebäude ein. Dagegen will Eckert jetzt etwas unternehmen.

Sein Ziel: Ein sanfter und familienfreundlicher Tourismus etwa für Radfahrer und Kulturinteressierte soll sich dort entfalten. Verbunden mit einem Aufschwung der Besucherzahlen: "Wir gehen davon aus, dass die Dampfbahn Fränkische Schweiz 30.000 Personen mehr im Jahr dort hin transportieren kann", schätzte Eckert. Nachdem es im Jahr 2019 ebenfalls rund 30.000 Fahrgäste waren, würde das rund eine Verdopplung der Besucherzahl darstellen.

Auf Altlasten untersuchen

Was dazu vor Ort gebraucht werde, sei eine Gastronomie, so Eckert. Außerdem könnte die in Ebermannstadt untergebrachte Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in das alte BayWa-Lagerhaus am Bahnhof verlagert werden. Dort sei außerdem eine Ausstellung zur historischen Getreideverladung möglich. Es habe auch die Anregung gegeben, eine Seilbahn hoch nach Gößweinstein und einen Kinderspielplatz zum Thema Eisenbahn zu errichten.

Insgesamt müsste der historische Baubestand gesichert werden. Mitwirken an der neuen Gestaltung des Areals könnten laut Eckert neben dem Museumsbahnverein die Gemeinde Gößweinstein und das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Bamberg. Eventuell könnte sich die Sanierung des Bahnhofsgeländes mit der Dorferneuerung Wichsenstein verbinden lassen; dann würden höhere Fördermittel vom ALE winken.

Die Vision von Eckert: Der zentral in der "Fränkischen" liegende Bahnhof Behringersmühle könnte sich zum Zentrum für Radtouristen und herausragenden Kulturareal für die umliegenden Gemeinden bis hinein in den benachbarten Landkreis Bayreuth entwickeln.

Bilderstrecke zum Thema

Atemberaubende Schönheiten: Die Fränkische Schweiz von oben

Aus bis zu 2.500 Metern Höhe blickte Tom Schneider, Fotograf aus Ebermannstadt, bei einer Fahrt mit einem Heißluftballon auf Dörfer, Natur und wunderschöne Ecken der Fränkischen Schweiz und des Landkreises Forchheim.


"In der Corona-Krise entdecken die Deutschen ihr Land neu", meinte dazu Manfred Hümmer (FW). Und das biete eine Chance für die Fränkische Schweiz. Allerdings forderte Hümmer den parallelen Aufbau von weiteren touristischen Highlights in der Umgebung; der Bahnhof allein genüge für den beabsichtigten Aufschwung bei den Touristenzahlen nicht. Das geplante Projekt sei "ein dickes Brett", aber "wir sollten das Ziel haben, die Strukturen in der Fränkischen Schweiz zu verbessern."

Edwin Dippacher erklärte für die CSU, es sei "entscheidend, dass etwas passiert und der Bahnhof nicht weiter verfällt." Konrad Rosenzweig (ebenfalls CSU) mahnte an, dass man das Gelände und die Gebäude vorab auf Altlasten untersuchen müsste: "Ich weiß aus meiner Jugend, was da alles verladen worden ist." Der Kreisausschuss votierte am Schluss einstimmig dafür, dem Kreistag die Initiierung des Projekts und die weitere Projektentwicklung für eine spätere Umsetzung zu empfehlen.

Lieber Äpfel als Kirschen

Auch Hans Schilling und Elias Schmitt vom Hiltpoltsteiner Obstinformationszentrum stellten dem Ausschuss ihre Projekte vor. Dazu zählt die Anschaffung einer Anlage zur Herstellung von Saft und Most aus Äpfeln und Birnen. Diese soll den regionalen Obstbauern den Umstieg von der arbeitsintensiven Kirsche auf den Kernobstanbau erleichtern.

Verarbeitet werden sollen in der neuen Anlage ausschließlich Früchte in Bio-Qualität. Man stehe mit einer Kelterei in Pretzfeld in Verhandlung, die die Produkte abnehmen könnte, erklärte Schilling. Konrad Rosenzweig schlug in diesem Zusammenhang vor, für mehr Biodiversität eine Aktion "Obstbäume statt Koniferen" für private Gärten durchzuführen.

MARTIN REGNER E-Mail

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