Trotz doppelter Impfung

Corona-Ausbruch im Kreis Forchheim: 18 Impfdurchbrüche in einem Pflegeheim

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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29.10.2021, 17:56 Uhr
as Pflegezentrum Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt: „Wir sind bereits auf dem Weg der Besserung“, sagte Einrichtungsleiterin Lydia Kropfelder nach dem Corona-Ausbruch zu Jahresbeginn. Jetzt ist die Einrichtung erneut betroffen. 

as Pflegezentrum Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt: „Wir sind bereits auf dem Weg der Besserung“, sagte Einrichtungsleiterin Lydia Kropfelder nach dem Corona-Ausbruch zu Jahresbeginn. Jetzt ist die Einrichtung erneut betroffen.  © Foto: Edgar Pfrogner

Im Pflegezentrum Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt gibt es zwei Wohnbereiche: "Einer ist betroffen, einer ist corona-frei", berichtet Franka Struve, Pressesprecherin des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz. In dem betroffenen Bereich wurden 14 Bewohner positiv getestet, die zwischen 80 und 90 Jahre alt sind. Sie waren alle doppelt geimpft - ebenso wie die Mitarbeiter. Seit dem Corona-Ausbruch herrscht Aufnahmestopp und Besuchsverbot im Pflegezentrum.

Die Infizierten zeigen leichte Symptome, wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Von den vier Mitarbeitern, die alle in Quarantäne sind, berichten zwei von Husten und Müdigkeit. Ein 80-jähriger Bewohner musste am Montag ins Krankenhaus verlegt werden. Bei ihm wurde eine unzureichende Sauerstoffsättigung festgestellt. Er sei bereits mit Vorerkrankungen ins Pflegezentrum gekommen, so Franka Struve.

Leiterin des Pflegezentrums: "Wir sind alle betroffen."

Lydia Kropfelder, Leiterin des Pflegezentrums, teilt mit: "Wir sind alle betroffen, weil wir nicht mit einem Ausbruch gerechnet haben. Alle sind geimpft. Ich bin natürlich froh, dass die meisten Verläufe nicht schwer sind, aber für unsere Bewohner ist es wieder eine Belastung, keinen Besuch empfangen zu dürfen, auch keine kleinen Spaziergänge mit Angehörigen unternehmen zu dürfen."

Alle positiv Getesteten seien isoliert worden und alleine oder zu zweit auf ihren Zimmern. "Das wird uns auch helfen, wenn unsere Bewohner wieder negativ getestet sind, damit sie sich nicht erneut anstecken", sagt die Heimleiterin.

Landkreisweit werden die Zahlen in den nächsten Wochen zunehmen

"Die Zahlen der Corona-Infektionen nehmen überall zu", sagt Kathrin Schürr, Pressesprecherin des Landratsamts. Auch die Impfdurchbrüche: "Die Impfung schützt vor einem schweren Verlauf, aber auch einige Geimpfte sind unter den Neu-Infektionen."

Keiner könne derzeit sagen, wie die nächsten Wochen verlaufen. "Die Corona-Fälle im Landkreis und wahrscheinlich auch die Quarantäne-Fälle werden zunehmen." Aktuell gebe es keine Verschärfungen der Vorgaben, zum Beispiel für Alten- oder Pflegeheime. Aber: "Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist es möglich, dass bei Corona-Fällen ein Besuchsverbot in den Heimen verhängt wird." Das obliege jeweils dem Hausrecht der Altenheime. Und: "Es bleibt abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen entwickelt."