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Corona-Lockdown: Forchheims Friseure fordern schnelle Ladenöffnung

Mit den Rücken zur Wand: Innung wendet sich mit Appell an die Politik - 22.01.2021 12:44 Uhr

Seit Wochen geschlossen haben die Friseur-Salons wie hier in der Hauptstraße in Forchheim. Claudia Gottstein, Obermeisterin der Friseur-Innung, warnt vor den Folgen und fordert, dass die Betriebe so schnell wie möglich wieder öffnen dürfen.

21.01.2021 © Foto: Edgar Pfrogner


Seit 16. Dezember 2020 sind Friseursalons aufgrund des Corona-Lockdowns bundesweit geschlossen – und das noch bis Mitte Februar, wie die MinisterpräsidentenKonferenz letzten Dienstag beschlossen hat. Eine Entscheidung, die im Landkreis Forchheim auf massiven Unmut und auf viel Unverständnis im Friseurhandwerk stößt.

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Wie Claudia Gottstein, Obermeisterin der Friseur-Innung Forchheim, in einer Pressemitteilung berichtet, stehen viele Unternehmen mittlerweile mit dem Rücken zur Wand und berichten von erheblichen Zahlungsschwierigkeiten. Die Rücklagen seien vielerorts inzwischen aufgebraucht. "Jetzt ist schnelle finanzielle Hilfe von Seiten der Regierung notwendig", mahnt sie. "Doch ist diese mit Blick auf die existierenden Hilfsprogramme für uns Friseure nur bedingt zu erwarten."


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Denn bedauerlicherweise kämen Friseurbetriebe nicht in den Genuss eines vom Umsatz abhängigen Hilfsprogramms, erläutert Gottstein, wie es bei der November- beziehungsweise Dezemberhilfe der Fall gewesen sei. Vielmehr könnten Friseursalons lediglich die anteilige Erstattung der Fixkosten über die Überbrückungshilfe III beantragen. Eine Entschädigung für den entgangenen Unternehmerlohn sowie für die Azubi- und Minijobber-Löhne sei in den Hilfsprogrammen der Regierung aktuell nicht vorgesehen, erläutert die Obermeisterin.

Keine Ausweichmöglichkeit

Zudem habe das Friseurhandwerk keine einträglichen "Ausweich- oder Kompensationsmöglichkeiten" wie die Gastronomie, die To-Go-Geschäfte anbieten könnte oder wie der Einzelhandel mit dem "Click & Collect"-Service. Zwar sei "Click oder Call & Collect" auch für Friseure erlaubt, jedoch sei der Produktverkauf im Friseurhandwerk umsatzmäßig verschwindend gering.

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"Den größten Kostenanteil in unserem personalintensiven Handwerk machen mit rund 85 Prozent der Gesamtkosten die Löhne aus. Die finanziellen Hilfsprogramme gehen deshalb vollkommen an den Bedürfnissen des Friseurhandwerks vorbei", klagt Gottstein.


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Die angespannte finanzielle Lage vieler Betriebe veranlasse immer mehr Friseure dazu, gegen die Auflagen zu verstoßen und ihre Dienstleistung bei Hausbesuchen oder im "Hinterstübchen" anzubieten. Die Abstands- und Hygieneregeln könnten in solchen Fällen oft nicht eingehalten werden. "Und die Zahl dieser illegalen Dienstleistungen wird weiter steigen, je länger der Lockdown noch andauert", schätzt die Obermeisterin.

Appell an die verantwortlichen Politiker

Claudia Gottstein appelliert deshalb im Namen des Forchheimer Friseurhandwerks an die verantwortlichen Politiker, die Hilfen für Friseure rückwirkend zu überarbeiten und anzupassen, um Betrieben schnellstmöglich finanziell unter die Arme greifen zu können und eine Insolvenzwelle zu verhindern.

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Außerdem fordert die Innungs-Obermeisterin im Namen ihrer Mitgliedsbetriebe die schnelle Öffnung der Friseursalons, um die Kunden wieder hygienisch und sicher bedienen zu dürfen und damit dem Wunsch der Bevölkerung nach Wohlbefinden und Normalität nachkommen zu können. Gottstein verweist in diesem Zusammenhang auch auf die BGW-Arbeitsschutz- und Hygienestandards in den Friseursalons, die in der Vergangenheit in der Region vorbildlich eingehalten worden seien.

nn

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