Der Hemhofen-Bahn den Todesstoß versetzt

14.3.2008, 00:00 Uhr
Noch in diesem Jahr will die Bahn mit dem Abbau der Gleise auf der Hemhofen-Linie beginnen.

Noch in diesem Jahr will die Bahn mit dem Abbau der Gleise auf der Hemhofen-Linie beginnen. © Roland Huber

Ohne ein Ergebnis der Verkaufsverhandlungen zwischen den Anliegergemeinden und der Immobiliengesellschaft der Bahn AG abzuwarten. Bislang war die Freistellung des Schienenwegs stets ein Druckmittel der Bahn gegenüber den Anrainern (Forchheim, Hausen, Heroldsbach, Hemhofen Adelsdorf, Gremsdorf und Höchstadt).

In den höchsten Tönen lobte Oberbürgermeister Franz Stumpf daher seinen Fachmann fürs Controlling in der Stadt, Andreas Ramisch. Der habe die endgültige Auflassung der Gleisstrecke mustergültig über die Bühne gebracht, in nur eineinhalb Jahren. Es habe daher für das Eisenbahnbundesamt letztlich gar keine Möglichkeit mehr gegeben, das förmliche Verfahren zu verzögern.

Für die Stadt Forchheim ist die Entwidmung der Strecke von Bahnzwecken für den Bau der Südumgehung Forchheims von Bedeutung. Hätte die Bahnlinie Hemhofen-Forchheim formal noch Bestand gehabt, hätte die Südumfahrung Forchheims die Gleise mit einer Brücke überqueren müssen. Das ist nun nicht mehr nötig, strahlen Stumpf und Ramisch beim Pressegespräch um die Wette.

Kommunen mit verantwortlich

Kritisch sieht den vermeintlichen Grund der Gemeinden zum Jubeln die Initiative «Pro Bahn». Dass kein Bahnbetrieb mehr zwischen Forchheim und Höchstadt erforderlich ist, «haben die Kommunen zu einem großen Teil selber zu verantworten», sagt Pro-Bahn-Sprecher Jörg Schäfer.

Noch 2001 hat es die große Chance gegeben, die Strecke Forchheim-Hemhofen für den Personennahverkehr zu reaktivieren. Damals hatte der seinerzeitige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu dem Konzept zugestimmt. Inhalt: Mit dem Geld, das der Betrieb der Nebenbahn Forchheim-Ebermannstadt kostet, kann die Strecke Forchheim-Hemhofen mit betrieben werden. Dazu versprach der Minister, von den erforderlichen 20,45 Millionen Euro Investitionskosten 16,21 Millionen aus dem Staatssäckel zu bezahlen. Schäfer fasst zusammen: «Das Fahrgastpotenzial war da, die Bereitschaft der Staatsregierung in München auch - nur die Verantwortlichen im Landkreis Forchheim fanden nicht zusammen.» Nun sei leider der Traum ausgeträumt, dass sich das Hirtenbachtal einmal als «moderner und zukunftsweisender Verkehrsraum präsentieren kann». Das Auto bleibe hier dominant. Freilich gibt es für Anlieger der Bahnstrecke noch bis 28. März die Möglichkeit, Einspruch gegen die Auflassung der Bahnstrecke beim

Eisenbahnbundesamt einzulegen.

Darauf aber setzt Schäfer seine Hoffnung nicht. Auch nicht auf die längst tote Strecke zwischen Hemhofen und Höchstadt. Vielmehr richten sich seine Erwartungen auf das Aurachtal. Denn zwischen Erlangen und Herzogenaurach liegen die Gleise noch; eine Entwidmung ist nicht geplant. Eine Stadt-Umland-Bahn könnte hier noch eine reale Chance haben, stellt sich Schäfer vor.