Sonntag, 01.11.2020

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Eines der ältesten Bäder im Kreis Forchheim: Das Freibad in Gräfenberg

Baden auf Erlass des Königs: Die Badegeschichte in der Stadt reicht lange zurück - 21.08.2020 17:38 Uhr

Anstelle des früheren Sprungturms kam beim letzten Umbau im Gräfenberger Freibad die Rutsche. 2022 soll erneut nachgebessert werden und das Bad 2023 in neuem Glanz erstrahlen.

© Archivfoto: Ulrich Schuster


Der nächste Teil unserer Serie zu Freibädern und Badeseen in der Region: Ein Blick auf das Freibad in Gräfenberg, eines der ältesten im Landkreis Forchheim.

Die Geschichte: Nachdem der Königliche Erlass zum Errichten von Bademöglichkeiten im Freien 1857 dem bereits bestehenden Wunsch der Gräfenberger nach einer solchen Bademöglichkeit Auftrieb gegeben hatte, wurde 1892 zunächst ein Badeverein gegründet.

Dieser Verein aus 45 Gräfenberger Bürgern pachtete den Weiher an der alten Bayreuther Straße, an dessen Ostseite zwei Umkleiden errichtet wurden. Der Schlüssel für die Umkleidekabinen konnte für eine halbe Stunde Badezeit beim Kaufmann abgeholt werden. Nichtmitglieder des Vereins kostete das 20 Pfennig.

Bilderstrecke zum Thema

Ursprung um 1892: Das Freibad in Gräfenberg

Es ist eines der ältesten Bäder im Landkreis Forchheim: Das Freibad in Gräfenberg bietet eine Rutsche und herrliche Abkühlung an heißen Sommertagen. Wir haben die Bilder!


Außerdem wurden Badezeiten für Frauen festgelegt, und Kinder unter 14 Jahren durften nur in Begleitung eines Erwachsenen baden.

Im Sommer 1937 begannen die Bauarbeiten für das 50 mal 20 Meter große Becken des heutigen Freibades das im Mai 1938 fertig gestellt wurde. Somit ist das Freibad Gräfenberg eines der ältesten im Landkreis. Genutzt wurde in den Anfangszeiten vorrangig das durch einen Holzbalken vom Schwimmerbereich abgetrennte Nichtschwimmerbecken, da die wenigsten Gräfenberger schwimmen konnten. Mit der Zeit wurde jedoch auch der tiefere Teil des Beckens, vor allem von den jugendlichen Badegästen erschlossen und auch der eiserne Sprungturm wurde genutzt. Die niedrigen Wassertemperaturen waren dem Umstand geschuldet, dass man das Becken mit Quellwasser befüllte.

Erneut Umbau ab 2022

Für einen Anschluss an die Tiefbohrungsanlage mit dem merklich wärmeren Wasser, war das Bad zu weit entfernt und für einen Umzug des Freibades fehlte das Geld. Die Wasseraufbereitung und Desinfektion mit Chlor erfolgte noch bis zum Umbau 2016 händisch.

Für viele unweigerlich eine schöne Sommererinnerung: An heißen Sommertagen im Freibad entspannen und sich am Kiosk ein Eis oder Pommes holen.

© Archivfoto: Anestis Aslanidis


Nachdem das Bad im Jahr 2016 wegen zu hoher Trihalogenmethan-Werte teilweise geschlossen werden musste, erfolgte schließlich der Umbau, der eine Verbesserung der Wasserqualität brachte. Der Sprungturm ist inzwischen einer Rutsche gewichen, die in einen abgetrennten Bereich des Beckens mündet.

Die Zukunft: Im Frühjahr 2020 erhielt das Freibad Gräfenberg zusammen mit Egloffstein und Streitberg 3,8 Millionen Euro von einem Förderprogramm des Bundes zur Sanierung der Freibäder. Der Umbau in Gräfenberg soll 2022 starten und 2023 abgeschlossen sein.

Aktuell unter Auflagen geöffnet

Das aktuelle Angebot: Auch diesen Sommer hat das Freibad in Gräfenberg für Badegäste bei Außentemperaturen ab 19 Grad von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für alle Badegäste über vier Jahren 2,50 Euro. Kinder unter 14 Jahren, dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Bad. Außerdem muss am Eingang eine Pfandmarke, für fünf Euro erworben werden. Diese werden bei Verlassen des Bades erstattet.

So stellt das Bad sicher, dass sich nicht mehr als die erlaubten 200 Badegäste gleichzeitig auf dem Freibadgelände aufhalten. Auf seiner Webseite informiert das Bad über seine Corona-Sicherheitsmaßnahmen und bittet die Gäste in bestimmten Bereichen Masken zu tragen und stets aufeinander Rücksicht zu nehmen. Der Biergarten und die Terrasse bleiben geschlossen. Die Badegäste haben aber die Möglichkeit sich am Kiosk mit Essen und Getränken zu versorgen.

ANNA WEHRFRITZ

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