Fahrradklimatest: 83 Prozent kritisieren die Ampelschaltungen in Forchheim

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

E-Mail zur Autorenseite

26.3.2021, 07:01 Uhr
Über manche Ampelschaltungen in Forchheim ärgert sich nicht nur Gerhard Krahl vom ADFC, sondern auch weitere Radfahrerinnen und Radfahrer. 83 Prozent der Befragten bemängelten beim Fahrradklimatest die Ampelschaltungen.

Über manche Ampelschaltungen in Forchheim ärgert sich nicht nur Gerhard Krahl vom ADFC, sondern auch weitere Radfahrerinnen und Radfahrer. 83 Prozent der Befragten bemängelten beim Fahrradklimatest die Ampelschaltungen. © Lea-Verena Meingast

Der Fahrradklimatest ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit von Radfahrenden. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) führt ihn alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durch. 2020 fand der Test zum neunten Mal statt. 230 000 Menschen haben von September bis November bundesweit online abgestimmt. Der Test umfasst 27 Fragen, fünf zusätzliche wurden zur Fahrrad-Situation in der Pandemie gestellt. In Forchheim haben 222 Menschen teilgenommen. Die Ergebnisse im Überblick.

Schulnote 4,0 und Platz 238 von 415

- Gesamtbewertung für Forchheim: Schulnote 4,0
- Rangplatz in der Ortsgrößenklasse: Platz 238 von 415 Orten vergleichbarer Größe
- Positiv bewertet:
1. Fahren im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen
2. geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung
3. Reinigung der Radwege

- Negativ bewertet:
1. Ampelschaltungen für Radfahrer
2. Fahrradförderung in jüngster Zeit
3. Fahrraddiebstahl

Radwege zu schmal und Hindernisse auf Wegen

77 Prozent der Radlerinnen und Radler finden die Radwege in Forchheim zu schmal. 72 Prozent der Befragten bemängeln, dass Falschparker auf Radwegen großzügig geduldet werden. 83 Prozent sagen, dass die Ampelschaltungen nicht auf Radfahrende abgestimmt sind und 60 Prozent der Radfahrenden fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. 63 Prozent der Befragten haben regelmäßig Konflikte mit dem Autoverkehr und 66 Prozent berichten von vielen Hindernissen auf Forchheims Radwegen.

Zu wenig Fahrradförderung in jüngster Zeit

76 Prozent der Radfahrenden in Forchheim sind unzufrieden mit der Fahrradförderung in jüngster Zeit. 67 Prozent der Befragten sagen, dass die Oberflächen der Radwege in schlechtem Zustand sind. 64 Prozent wünschen sich ein besseres Angebot an öffentlichen Fahrrädern und 58 Prozent geben an, dass es schwierig und/oder teuer ist, die Fahrräder im Öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen.

Eine fehlende Führung der Radwege an Baustellen bemängeln 77 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer, sie müssten häufig absteigen und schieben. 73 Prozent der Befragten geben an, dass das Stadtzentrum gut zu erreichen ist. 64 Prozent finden, dass sie in Forchheim zügig Radfahren können. 56 Prozent macht das Radfahren Spaß.

87 Prozent geben an, dass es in der Corona-Zeit in Forchheim keine handfesten Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit gegeben hat. Gleichzeitig hat die Bedeutung des Fahrrades nach Meinung von 60 Prozent der Radfahrenden während der Pandemie zugenommen. 50 Prozent haben seit Anfang der Corona-Pandemie neue Ziele in Forchheim und Umgebung mit dem Rad entdeckt.

9 Kommentare