Großer Klimastreik in Forchheim

FFF-Demo in Forchheim: Sie wollen sich nicht die Zukunft klauen lassen

24.9.2021, 17:41 Uhr
„Wir streiken, bis ihr handelt“: Ein bunter Zug von Demonstrierenden, zog durch die Innenstadt, um auf die Bedeutung der morgigen Bundestagswahlen für den Klimaschutz hinzuweisen.

„Wir streiken, bis ihr handelt“: Ein bunter Zug von Demonstrierenden, zog durch die Innenstadt, um auf die Bedeutung der morgigen Bundestagswahlen für den Klimaschutz hinzuweisen. © Foto: Anestis Aslanidis

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut", tönt es aus dem Megafon von Lena Kiermaier, als sich der Zug von etwa 300 Menschen vom Le-Perreux-Park in Richtung Paradeplatz bewegt. Die Demonstranten, die ein breites Spektrum aller Altersklassen abbilden, antworten zunächst noch etwas zögerlich.

Es gibt keinen zweiten Planeten

Aber die Appelle der Redner und die Plakate der Anwesenden zeigen deutlich, worum es geht - "There’s no Planet B" (Es gibt keinen zweiten Planeten) und "Atomkraft? Nein Danke!" Den Aussagen wird mit Pfiffen, Trommeln und Klappern von Holzratschen Nachdruck verliehen. Während die meisten Passanten nur zusehen oder fotografieren, sind auch vereinzelt zynische Bemerkungen zu hören, die die Demonstrierenden aber nicht weiter beeindrucken.

"Wir brauchen einen Umschwung", meint Hartmut Schorrig in seiner Rede am Le-Perreux-Platz. "Wir müssen wieder mehr mit der Natur leben. Deshalb denkt am Sonntag an den Wechsel den wir brauchen. Kein ,Weiter so‘." Schorrig war, wie er erzählt, bereits in den Achtzigern unter dem Motto "Bewahrung der Schöpfung" aktiv. "Die 90er und die 2000er Jahre waren meiner Meinung nach verlorene Jahre. Erst 2010 haben wir gemerkt, dass es mit unserem Wohlstand und unserem Fortschritt so nicht weitergeht."

Bundestagswahl "die wichtigste, die es je gab"

Auch Lena Kiermaier hat in ihrer Rede die Wahlen im Blick: "Diese Bundestagswahl ist eine der wichtigsten, die es je gab. Die Politik der nächsten vier Jahre wird darüber entscheiden, ob wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen oder nicht." Denn, wie Kiermaier betont: "Es ist noch nicht zu spät. Noch können wir etwas verändern und die Zukunft so gestalten, wie wir sie uns wünschen."

Sie selbst könne, wie einige der Anwesenden hier, noch nicht wählen gehen, so Kiermaier. Deshalb wendete sie sich mit der Bitte an die Wahlberechtigten, ihr Kreuz so zu setzen, dass alle zukünftig gut damit leben können.

Auch für einige Demonstranten war die kommende Wahl Anlass, sich an der Demo zu beteiligen. So erzählt eine Mutter aus der Forchheimer Umgebung, die mit ihren beiden Kindern, zwei und fünf Jahre, gekommen war, sie habe schon früher mal kommen wollen, es habe aber nie so richtig gepasst. Anlässlich der Wahl habe sie sich aber heute dazu aufgerafft und beschlossen teilzunehmen.

"Eine totale Verschwendung"

Ähnliches berichtet ein Forchheimer Azubi, der zum ersten mal auf einer Fridays for Future Demo ist: "Man hört ja immer wieder in den Nachrichten davon, und da am 24. September so was Großes geplant war, dachte ich mir, ich schau mir das mal an. Ich wollte mir auch mal anhören, was die hier so für Möglichkeiten vorschlagen. Ich meine, Klimaschutz ist wichtig aber über die Form kann man streiten. Deshalb bin ich hier. Um zu hören, was die hier sagen." Als Azubi in der Elektro-Branche sei sein Thema vor allem die Energie. Wie kann man klimafreundlich Energie gewinnen und an welchen Stellen könnte man Energie einsparen? "Gerade wenn irgendwelche Maschinen die ganze Nacht durchlaufen, das ist eine totale Verschwendung."

Schülerin Alex aus Forchheim war bereits auf früheren Demos: "Weil mir das Klima sehr wichtig ist und ich mich dafür einsetzen möchte," erzählt die 16-Jährige.

Im Alltag bedeutet das für sie, auf Plastik zu verzichten, wenn möglich unverpackt zu kaufen und mit dem Fahrrad statt dem Auto zu fahren. Von der Politik wünscht sie sich, dass der Klimawandel auch in den oberen Reihen der Politiker ernst genommen und sich für mehr Klimaschutz eingesetzt wird, statt "nur Gerede".

3 Kommentare