Fränkische Schweiz: Schon wieder illegal Obstbäume gefällt

Patrick Schroll
Patrick Schroll

Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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26.7.2019, 18:17 Uhr
Stark beschnitte Kirschbäume auf dem Walberla im Mai. Nach dem Volksbegehren

Stark beschnitte Kirschbäume auf dem Walberla im Mai. Nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen!" haben Landwirte vielerorts in der Fränkischen Schweiz zur Säge gegriffen. © Heinrich Kattenbeck

 "Die Bäume sind also erst vor kurzem gefällt worden", schließt Schmitt daraus. Der LBV will jetzt Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Bamberg erstatten. Der Vorwurf: Während der Vogelbrutzeit bis Ende September ist das Fällen verboten, so Schmitt.

Den Grund für den Kahlschnitt kann sich der Vogelschützer nur mit dem vom bayerischen Landtag jüngst angenommen Volksbegehren "Rettet die Bienen!" erklären. Schmitt: "Die Bauern haben wohl Angst, dass sie durch das Artenschutzgesetz beschnitten werden." Doch dem sei nicht so, sagt nicht nur Schmitt.

Der CSU-Stimmkreisabgeordnete Michael Hofmann verband nach der Abstimmung über das Artenschutzgesetz jedenfalls die Hoffnung, dass es nicht zu weiteren Fällaktionen kommt. Er betonte gegenüber unserer Zeitung: "Streuobstwiesen unter Biotopschutz fördert der Freistaat. Obstbauern dürfen Bäume entnehmen und auch neue pflanzen."

Angst vor dem Biotop

Im Frühjahr reagierten Landwirte in der Fränkischen Schweiz bereits mit dem Fällen von Obstbäumen. Daraufhin hatte der LBV schon damals Strafanzeige gestellt. Das Verfahren sei noch offen. Landwirte befürchteten, dass sie beim Bewirtschaften ihrer Streuobstwiesen, würden diese unter Biotopschutz fallen, keine freie Hand mehr haben.

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