Fridays-for-Future-Demo fürs Klima: Menschenkette in der Forchheimer Fußgängerzone

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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19.3.2021, 18:57 Uhr
Die Menschenkette der Fridays-for-Future-Demo reichte von der Mitte des Forchheimer Paradeplatzes bis zur Müller-Filiale in der Hauptstraße.

Die Menschenkette der Fridays-for-Future-Demo reichte von der Mitte des Forchheimer Paradeplatzes bis zur Müller-Filiale in der Hauptstraße. © Lea-Verena Meingast

„Wir sind hier. Wir sind laut. Weil ihr uns die Zukunft die klaut“: Erneut schallte dieser Satz am Freitag über den Paradeplatz in Forchheim. Freitag war globaler Streiktag von Fridays for Future (FFF) in ganz Deutschland. Für 16 Uhr hatte FFF Forchheim seine Aktion angekündigt.
Schablonen mit Schriftzügen wie „Fridays for Future“, „Globaler Klimastreik“ oder „Plant Here“ liegen am Boden, daneben Kreide-Sprühdosen, eine grüne Fridays-for-Future-Flagge weht im kalten Frühlingswind. Vormittags hatte es noch geschneit.
„Weil allen bestimmt kalt ist, hüpfen wir: Wer nicht hüpft, der ist für Kohle, hey... hey...“, ruft Richard Schmidt am Megafon, Student aus Hausen und bei den Jusos aktiv, der an diesem Tag als Versammlungsleiter für FFF im Einsatz ist.

Biologisch abbaubare Kreide

In der Hauptstraße in Forchheim wollten sie eine Menschenkette bilden. Kurz nach 16 Uhr reihen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo auf. Von der Mitte des Paradeplatzes bis zur Müller-Filiale in der Hauptstraße reichte sie. FFF hatte Donnerstagnachmittag und am Freitag ab 14.30 Uhr Vorbereitungen getroffen. Mit den Kreidesprühdosen waren im Abstand von zwei Metern Schriftzüge aufgesprüht worden, damit jeder bei der Menschenkette weiß, wo er steht und dabei den geforderten Mindestabstand einhält. „Da das Wetter so schlecht aussah, haben wir gebibbert, ob es nochmal regnet und alles wegwäscht“, sagt Nicolai Prechtel vom FFF-Orga-Team.


„Die Kreide ist biologisch abbaubar“, erklärt Schülerin Anna Vollmer – nicht umsonst: „Es kamen schon Leute vorbei, die direkt gefragt haben, was für Spray das ist.“ Auch hätten Passanten sie angesprochen, um mitzuteilen, dass sie nicht an den Klimawandel glauben. „Solche Menschen, die wir nicht erreichen, gibt es immer wieder. Aber wir argumentieren mit Logik und stehen zu unseren Forderungen“, erklärt die Schülerin, die das Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt besucht.
Diese Straßenaktion von Fridays for Future ist die erste seit einer Weile. Im September 2020 hatte FFF Freitagnachmittag auf dem Paradeplatz zu einer Demonstration aufgerufen. Dabei handelte es sich um die erste Aktion während der Corona-Pandemie. Davor war es fast ein Jahr lang ruhig um FFF in Forchheim geworden.

Früher bis zu 500 Teilnehmer auf Demos

Die erste Demonstration von FFF Forchheim fand im März 2019 statt, die zweite dann im September 2019 – dabei zogen jeweils 450 bis 500 Teilnehmer von Le Perreux-Park in Forchheim durch die Hauptstraße bis zum Paradeplatz. Danach wollte FFF mit einer Unterschriftenaktion erreichen, dass der Klimanotstand in Forchheim ausgerufen wird. Doch die benötigten Unterschriften erreichten sie nicht. „Man kann alles schönreden. Es hat nicht geklappt, wir hätten es uns gewünscht“, sagt Nicolai Prechtel.


„Die Corona-Pandemie hat viel verändert. Wir haben lange überlegt, welche Aktionen wir coronakonform durchführen können“, erklärt er. Dieses Mal hat sich FFF bewusst gegen einen Schulstreik entschieden: „Es ist so viel Unterricht wegen Corona ausgefallen, da hätten wir es nicht richtig gefunden. Viele Schüler waren froh, dass sie endlich wieder in die Schule durften“, sagt er.

150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Rund 150 Menschen waren gekommen, um an der Aktion teilzunehmen. „Wir sind zufrieden, dass so viele gekommen sind – und das bei diesem schlechten Wetter. Es sind sogar mehr, als wir erwartet haben“, sagt Prechtel.
Schülerinnen und Schüler waren dabei, junge Familien mit Kleinkindern und auch ältere Generationen, Mitglieder von Transition Forchheim, „Omas for Future“ sowie Vertreter der Politik – wie unter anderem Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete der Grünen, FGL-Stadtrat Emmerich Huber und SPD-Stadtrat Reiner Büttner.
„Ich bin stolz, dass Fridays for Future Forchheim heute die Aktion macht und Jüngere und Ältere sich für die Klimaziele einsetzen, gerade in diesem Wahljahr“, sagt Lisa Badum. „Klimaschutz ist wichtig, auch für die SPD Forchheim, und das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, ist kein Selbstläufer. Da muss noch ein großer Umbau in der Gesellschaft passieren“, findet Reiner Büttner.
„Die Aktionen auf der Straße sind sehr wichtig, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen, erst recht während Corona, denn die Regierung muss beide Krisen gleichzeitig angehen“, betont Nicolai Prechtel. „Wir wollen Druck auf die Politik ausüben.“

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