Gosberg: Im Maislabyrinth von Familie Galster

17.8.2020, 20:00 Uhr
Corinna Meister, die Tochter von Christine und Markus Galster, geht auch mit ihren beiden Söhnen oft in das Maislabyrinth.

Corinna Meister, die Tochter von Christine und Markus Galster, geht auch mit ihren beiden Söhnen oft in das Maislabyrinth. © Foto: Johannes Drummer

Mit der Karte in der Hand, auf der deutlich der Schmetterling in das Maisfeld eingezeichnet ist, geht es zum Eingang hinein, dann kommen die ersten Abzweigungen, eine, noch eine, "und dann verlieren die meisten doch die Orientierung", erzählt Markus Galster schmunzelnd, während er ohne zu Zögern nach rechts in den nächsten Gang abbiegt, der am Rand gesäumt ist von den dicht aneinander stehenden riesigen Maispflanzen.

Mindestens zwei Meter, an vielen Stellen sogar weitaus höher, sind die Ungetüme rechts und links entlang der Wege, die sich zwei Kilometerlang über das 3,5 Hektar große Feld schlängeln. Christine und Markus Galster betreiben das Maislabyrinth in Pinzberg, einem Ortsteil von Gosberg, doch eigentlich hilft die ganze Familie mit, anders ist die Arbeit kaum zu stemmen.

Auf die Idee kamen sie bei einem Ausflug: "Damals waren wir mit den Kindern in eben so einem Maislabyrinth in Herzogenaurach. Und dann hat der Markus gesagt: So was machen wir auch mal", erinnert sich Christine Galster. Doch gleich umsetzen konnte die Familie die Idee damals noch nicht, es fehlte schlicht ein geeignetes Feld. Die Kinder wurden größer, die Idee blieb, dann endlich kam das passende Grundstück.

2008 boten die Galsters das Labyrinth zum ersten Mal an. Am Anfang setzten sie alle drei Jahre für einen Sommer aus, dann alle zwei Jahre. "Der Grund dafür ist die Fruchtfolge: In dem Jahr, in dem wir aussetzen, sähen wir etwas anderes an, damit der Mais danach wieder besser gedeiht", erklärt Corinna Meister, die Tochter der beiden. Und ein Jahr ohne die extra Arbeit sei auch für die Familie schön, ergänzt ihre Mutter.

Mais über Kreuz gesät

Denn damit aus einem einfachen Maisfeld am Ende auch ein Labyrinth wird, braucht es viel Arbeit, die die Familie neben ihrem Milchviehbetrieb, zusätzlich stemmen muss: Zwischen Mitte und Ende April wird der Mais auf dem Feld ausgesät. Anfang August haben die Pflanzen dann mindestens eine Höhe von zwei Metern erreicht; selbst in heißen Jahren, erklärt Markus Galster, "denn wir wässern im Notfall einfach selbst".

Aus der Vogelperspektive kann man den großen Schmetterling in dem 3,5 Hektar großen Feld genau erkennen.

Aus der Vogelperspektive kann man den großen Schmetterling in dem 3,5 Hektar großen Feld genau erkennen. © Foto: Johannes Drummer

Doch außer ausreichend Bewässerung gibt es noch etwas anderes zu beachten, damit aus einem normalen Maisfeld auch ein echtes Labyrinth werden kann. Mais sei nämlich eine Reihenkultur. Sät man ihn an, bilden sich Reihen die zueinander einen Abstand von 40 bis 70 Zentimeter haben. Man könnte also theoretisch einfach durch die Reihen hindurchschauen und auch hindurchlaufen. Keine gute Voraussetzung für ein Labyrinth.

Deswegen sät der Landwirt den Mais über Kreuz, lässt dadurch deutlich mehr Pflanzen wachsen. Zum Vergleich: Auf einem normalen Maisfeld stehen rund acht Pflanzen auf einem Quadratmeter. Auf diesem sind es zwischen 14 und 16.

Das Motiv für das Labyrinth ist jedes Jahr anders: vom Dreieck, über einen Kuhkopf bis hin zum Spinnennetz war schon alles dabei. In diesem Jahr wurde es wegen des Bienenvolksbegehrens ein Schmetterling.

Damit aus dem Motiv am Ende ein Labyrinth wird, geht die erste Zeichnung an einen Experten nach Straubing. Der passt es an das Feld an und erstellt darauf basierend GPS-Koordinaten. Mit diesen werden mit einem entsprechenden Traktor die Gänge in das Feld geschnitten. "14 Tage vor der Öffnung kommt aber erst die Hauptarbeit", erzählt der Landwirt. Dann müssten die Wege erneut befreit und zudem Blätter, die auf Höhe der Kinder und Erwachsenen sind, abgeschnitten werden. "Es soll sich ja keiner verletzen."

Kinder können Stempel sammeln

Kurz vor der Eröffnung bringt die Familie dann vier Stationen im Feld an: kleine Holzständer, auf denen ein Stempelkissen und ein foliertes Blatt mit Fragen liegt. Das Ziel: Alle vier Stationen im Labyrinth zu finden. Kinder bekommen dafür vor dem Start einen Zettel mit dem aufgedruckten Motiv, auf dessen Hinterseite sie dann bei den vier Stationen abstempeln können. Für Erwachsene liegen die Fragen bereit.

Bis zu 40 Personen gleichzeitig sind teilweise in dem Feld unterwegs. Ob wohl schon einmal jemand verloren ging? "Vor ein paar Jahren hat sich mal ein Kind von seiner Familie gelöst und fand dann nicht mehr raus, aber das hatte ich schnell gefunden", erinnert sich Markus Galster. Ansonsten seien Erwachsene wie Kinder begeistert: "Wenn die Kleinen allerdings nicht alle Stationen finden, sind sie echt enttäuscht. Manche wollen dann gar nicht nach Hause", weiß der Landwirt.

Für die Familie bedeutet das Labyrinth viel Arbeit. "Aber man macht es auch gern, vor allem wenn man dann sieht, wie viel Freude die Kinder dabei haben." Im vergangenen Jahr hat die Familie sogar noch Kaffee, Kuchen und Getränke vor dem Feld angeboten. Durch Corona sei das in diesem Jahr aber nicht möglich, erklärt Christine Galster. Dafür gibt es neben dem Eingang eine riesige Reifenschaukel und eine Fläche, die mit Sand gefüllt ist. "Dann können die Kinder danach noch ein bisschen spielen."

InfoDas Maislabyrinth hat samstags von 14 bis 18 Uhr und Sonn- und Feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können unter der Woche auch nach Voranmeldung unter (0 91 91) 9 48 58 kommen. Erwachsene zahlen 3 Euro Eintritt, Kinder 2,50 Euro.

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