Gräfenberg: Was soll wie im Steinbruch landen?

Michi Endres
Michi Endres

Online-Redaktion

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15.9.2020, 20:00 Uhr
Die Zukunft des Steinbruchs der Firma Bärnreuther-Deuerlein wird zurzeit in Gräfenberg sehr intensiv diskutiert.

© Foto: Petra Malbrich Die Zukunft des Steinbruchs der Firma Bärnreuther-Deuerlein wird zurzeit in Gräfenberg sehr intensiv diskutiert.

Im Gespräch ist auch eine Bürgerinitiative, aber vor allem sind die Bürger – deren Treffen wegen des Coronavirus in der Größe begrenzt war – nach eigenen Angaben deswegen zusammengekommen, weil sie sich die Sorgen in Bezug auf das Projekt teilen. Man befürchte, dass das Verfüllen des Steinbruchs neben dem Abwurf von Bodenaushub viele andere Folgen haben wird, erklärt Monika Brunner, die an dem Treffen beteiligt war.

Schotter macht Sorgen

Sie betont dabei auch, dass keiner ein Problem mit dem Bodenaushub aus dem Gräfenberger Baugebiet West III habe, sondern mit dem mineralischen Gleisschotter und Bauschutt.

Zum einen wird kritisch gesehen, dass im Falle einer Verfüllung beim Abwurf von Schutt das Material mit Wasser besprenkelt werden muss, damit es weniger staubt. Die Sorge sei, dass die Wasserversorgung noch mehr gefährdet wird, da diese in Gräfenberg ohnehin schon schwierig ist.

Ohne diese Maßnahme würde die sowieso schon hohe Feinstaubemission auf dem Areal noch steigen. Des Weiteren wird der Naturschutz genannt: "Es gibt bereits renaturierte Bereiche mit seltenen Arten. Erhöhter Lärm und Staubemissionen sind für geschützte Tierarten schlecht", meint Brunner. Sie fügt an, dass die Gruppe eine gesonderte Umweltprüfung möchte, da es sich um seltene schützenswerte Arten handele.

Die Bürger hätten zudem Angst vor einem erhöhten Lkw-Verkehr, der durch die Verfüllung entstehen würde. Die Erklärung, dass die Fahrzeuge auf dem Rückweg das Material in den Steinbruch transportieren, hält man für organisatorisch nicht wirklich machbar.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, wie eine Sorptionsschicht im aktiven Steinbruchbetrieb sichergestellt werden soll. Im Genauen ist laut Brunner diese Sorptionsschicht eine dicke Schicht, auf die das Füllmaterial kommt und welche die Stoffe aus dem Material aufnehmen sollen. Dafür müsse eine Folie ausgebracht werden. Damit einher geht aber die Frage, wie sichergestellt wird, dass diese Sorptionsschicht bei Sprengungen und Erschütterungen intakt bleibt.

Hinzu kommt der Unmut über das Verfahren: "Warum werden die Bürger nicht frühzeitiger einbezogen und warum lagen die Unterlagen in der Ferienzeit aus?", fragt sie. "Gleisschotter war das, über das ich gestolpert bin", erzählt Brunner. Wie es weitergeht und ob es eine Bürgerinitiative geben wird, bleibt offen. Fest steht aber: "Wir machen weiter."

Die Gruppe habe schon Ansprechpartner festgelegt, die tief im Thema drin sind, unter anderem Ernst Seckendorf, der von Anfang an dabei ist. Man wolle sich weiter damit beschäftigen, sich in Rechtliches einarbeiten. Ziel ist es, Einwendungen vorzubringen. "Wir hoffen, dass es zu einem Erörterungstermin kommen wird. Damit wir unsere Einwände vortragen können und das Landratsamt Stellung bezieht", so Brunner.

Dort fehle die "Bereitschaft, darüber mit den Bürgern zu sprechen", so Brunner. "Wir sind Laien und vielleicht könnten Experten die Bedenken aus der Welt schaffen", stellt sie klar.

Die Bürger teilen vor allem die Meinung des Landratsamts nicht, nach der beim Vorhaben keine erheblichen, nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten sind.

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