Marktplatz wird noch 2021 saniert

Hiltpoltstein: "Gleich vier Dorfzentren machen den Ort aus"

17.7.2021, 15:56 Uhr
Hoch oben über dem Dorf Hiltpoltstein thront die Burg auf einem Felsen. Sie gehört zu den vier inoffiziellen Dorfzentren – neben der Schule, dem neuen Spielplatz und dem „Marktplatz“ an der Bundesstraße 2, der demnächst sein Gesicht deutlich verändern wird und sich zum Treffpunkt entwickeln soll.

Hoch oben über dem Dorf Hiltpoltstein thront die Burg auf einem Felsen. Sie gehört zu den vier inoffiziellen Dorfzentren – neben der Schule, dem neuen Spielplatz und dem „Marktplatz“ an der Bundesstraße 2, der demnächst sein Gesicht deutlich verändern wird und sich zum Treffpunkt entwickeln soll. © Foto: Athina Tsimplostefanaki

Bei "Mitten unter uns" nehmen wir die Dorfmittelpunkte im Landkreis Forchheim unter die Lupe - dieses Mal Hiltpoltstein. Und wenn man der Hiltpoltsteiner Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer Glauben schenkt, dann hat ihr Dorf gleich vier inoffizielle Ortszentren, an denen die Hiltpoltsteiner zusammenkommen.

Am ersten davon - der Schule mit Turnhalle, Kindergarten und Gemeindekanzlei - haben wir uns mit der Bürgermeisterin zu einem Spaziergang durchs Dorf getroffen. "Die Schule haben wir erst neu saniert und die gefällt mir sehr gut", sagt Schulze-Bauer am Startpunkt des Rundgangs. Im Kindergarten soll in Kürze ein zusätzlicher Gruppenraum und ein Speiseraum geschaffen werden. Der Gebäudekomplex, der sich im Norden an den Ortsrand schmiegt, ist das Ortszentrum für Kinder und Familien.

Der Schulsportplatz wird auch als Trainingsplatz genutzt: Jeden Abend was los

Er wird flankiert vom Schulsportplatz und "der wird von unserem Sportverein auch als Trainingsplatz genutzt. Da ist jeden Abend was los. Ab 17 Uhr ist hier immer was geboten." Insofern handelt es sich laut Schulze-Bauer um den "Platz der Aktivitäten bei uns, wo man sich trifft". Auch bei der Feuerwehr, deren Domizil ein Stückchen weiter am unteren Ende der Schulstraße steht, "tut sich immer was. Wir haben eine sehr rege Feuerwehr in Hiltpoltstein".

Auf dem Weg zum Marktplatz mit dem Gasthaus "Goldenes Ross" an der B2, dem dritten inoffiziellen Ortszentrum, liegt etwas abseits mitten im Grünen an einer schmalen Seitenstraße und einem Fußweg das zweite inoffizielle Ortszentrum: Ein Abenteuerspielplatz. "Das ist sehr praktisch, weil hier nur wenige Autos fahren, und deswegen ist das genau der richtige Platz für einen Spielplatz", meint die Bürgermeisterin: "Da waren unsere Eltern super aktiv und haben Spenden gesammelt, um diesen schönen Spielplatz aufzubauen."

Auf Hiltpoltsteins Abenteuerspielplatz sind die Namen der Spender verewigt

In einem Glaskasten am Rand des Geländes sind die Namen der Spender verewigt. Schulze-Bauer ist in Anbetracht des gelungenen Projekts voll des Lobes: "Ich muss sagen, unsere Gewerbetreibenden und unsere Bevölkerung haben richtig was übrig für unsere Kinder." Auch für die Eltern gibt es hier einen Platz in Form einer Liegebank zum Relaxen, während die Kleinen die Kletterlandschaft aus Holz erkunden.

Der kleine Fußweg, der die inoffiziellen Ortszentren verbindet, wurde im Zuge der Dorferneuerung geteert und neu angelegt: "Vorher war der immer wieder mal ein wenig sumpfig. Jetzt kann man trockenen Fußes von der B2 rüber gehen zur Schule und umgekehrt", sagt die Bürgermeisterin.

Marktplatz: Soll noch 2021 zu kleinem Kommunikationszentrum saniert werden

Inzwischen ist der Rundgang an der Ortsdurchfahrt angekommen, wo das Gasthaus "Goldenes Ross" an der B2 liegt: "Das hier ist unser Marktplatz. Der heißt gar eigentlich gar nicht so, aber wir im Dorf sagen ,Wir gehen zum Marktplatz‘."

Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer

Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer © Foto: Martin Regner

Der Platz, der offiziell ein Teil der Hauptstraße ist und an dem früher einmal ein kürzlich abgerissenes, kleines Gemeinde- und Spritzenhaus stand, soll noch im laufenden Jahr saniert werden: "Da wird ein kleines Kommunikationszentrum entstehen, an dem man sich treffen und raussetzen kann." Auf der anderen Straßenseite liegt das Gasthaus, vor dem jetzt schon Tische und Stühle zum Verweilen einladen.

Burg Hiltpoltstein: Das größte Wahrzeichen im Dorf

Auch die Burg, das vierte inoffizielle Ortszentrum, spielt eine zentrale Rolle für die Hiltpoltsteiner: "Die Burg ist das größte Wahrzeichen mitten im Dorf und liegt uns allen am Herzen."

Der Marstall, ein ehemaliger Pferdestall unterhalb der Burg, darf nach einer kürzlich abgeschlossenen Vereinbarung der Gemeinde mit der Eigentümerin der Burg, Siegrid Heid, nach einer Sanierung künftig 15 Mal im Jahr für Veranstaltungen genutzt werden. Die Bürgermeisterin denkt etwa auch an standesamtliche Trauungen, die darin abgehalten werden könnten.

Platz vor dem Spörl-Haus: Sommerfest im Schatten der Burg und Weihnachtsmarkt

Die Burg selbst kann heute als Ferienwohnung gemietet werden und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, besonders in den letzten Jahren: "Die Burg ist immer wieder durch mehrere Hände gegangen. Die jetzigen Eigentümer haben als erstes das schwierigste Loch im Dach gerichtet. Wir als Ortsansässige sind da schon froh, dass sie erhalten bliebt."

Ein Platz für die Kinder ist der neue Spielplatz, für dessen Bau sich neben den Eltern auch die Gewerbetreibenden vor Ort aktiv beteiligt haben.

Ein Platz für die Kinder ist der neue Spielplatz, für dessen Bau sich neben den Eltern auch die Gewerbetreibenden vor Ort aktiv beteiligt haben. © Foto: Athina Tsimplostefanaki

Unterhalb der Burg und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marktplatz steht das Spörl-Haus: Das anno 1503 errichtete und heute schön hergerichtete Gebäude "war ganz, ganz früher die Brauerei der Burg." Jetzt residiert hier der Fränkische-Schweiz-Verein und auch die Senioren haben hier ihren Treffpunkt. Auf dem kleinen Platz vor dem Spörl-Haus "findet, wenn kein Corona ist, der Weihnachtsmarkt statt und das ,Sommerfest im Schatten der Burg‘. Und so schön soll der Marktplatz dann auch mal ausschauen."

"Unser kleiner italienischer Weg"

Vom Spörl-Haus führt "unser kleiner italienischer Weg" in den unteren Burghof: "Das erinnert schon sehr an Italien, wenn man da zwischen den Felsen und der Burg durchläuft." Im unteren Burghof bieten sich dem Betrachter pitoreske Ansichten von historischen Gebäuden, die buchstäblich am Felsen kleben.

Über ein schmales Treppchen und einen noch schmaleren Durchgang führt der Weg weiter zum Portal der Matthäuskirche - von der Terrasse vor der Kirche öffnet sich ein herrlicher Ausblick über das Dorf. Über verwinkelte Gässchen vorbei am Eingang zum ehemaligen Burgverließ führt der Rundgang weiter zum alten Torhaus mit seinem roten Fachwerk, das mitten auf der B2 steht und die Fahrbahn teilt. Es beherbergt ein kleines Museum und ein Raum steht für Trauungen zur Verfügung.

"Ländlich, man kennt sich und Zusammenhalt im Dorf"

Hier verabschiedet sich die Bürgermeisterin, sie muss noch weiter in die Gemeindekanzlei. Ihr Dorf charakterisiert Schulze-Bauer zum Schluss des Gesprächs so: "Bei uns ist es ländlich, man kennt sich, und der Zusammenhalt im Dorf ist da. Es gibt viele Bürger bei uns, die bestrebt sind, dass Hiltpoltstein gut da steht. Die Hiltpoltsteiner wollen stolz sein auf ihre Gemeinde und tun auch was dafür."

Und " es gibt bei uns ein reges Vereinsleben. Die Leute sind meistens auch nicht nur in einem Verein Mitglied, sondern unterstützen mehrere Vereine." Klingt ganz danach, als ließe es sich in Hiltpoltstein ganz gut aushalten.

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