Neubau für Forchheims Top-Trinkwasser

27.3.2019, 06:00 Uhr
Noch sieht die Baustelle im Zweng unspektakulär aus. Hier entsteht das neue Wasserwerk mit einem Zwischenbehälter für das aus 17 Metern Tiefe geförderte Trinkwasser. Von hier aus wird es dann auf die Hochbehälter verteilt.

Noch sieht die Baustelle im Zweng unspektakulär aus. Hier entsteht das neue Wasserwerk mit einem Zwischenbehälter für das aus 17 Metern Tiefe geförderte Trinkwasser. Von hier aus wird es dann auf die Hochbehälter verteilt. © Foto: Huber

Der Preis fürs Trinkwasser wird in den nächsten Jahren nicht steigen, nur weil die Stadtwerke ein neues, rund 3,4 Millionen Euro teures Wasserwerk bauen. Das hat der technische Geschäftsführer der Stadtwerke, Christian Sponsel, gestern hoch und heilig versprochen: "Der Trinkwasserpreis", sagte er, "wurde bereits vorausschauend im Jahr 2016 mit den Neubaukosten kalkuliert und zum 1.1.2017 angepasst."

Neubau schon eingepreist

Mit anderen Worten: Die Forchheimer zahlen bereits den Neubau mit. Und der wird fällig, weil das alte Wasserwerk aus den 1950er Jahren dringend saniert werden müsste. Doch die Sanierung, sagte Sponsel, käme mindestens so teuer wie der Neubau. Deshalb entschieden sich die Stadtwerke für ein neues Wasserwerk inklusive Trafostation. Apropos Strom: Die neue Technik trägt dazu bei, so Sponsel, dass die Stadtwerke beim Betrieb des Wasserwerkes rund 140 000 Euro an Stromkosten werden sparen können, und zwar jährlich.

Das Neue am neuen Wasserwerk ist unter anderem: Das Trinkwasser muss nicht mehr wie heute aus einer Tiefe von 17 Metern auf eine Höhe von maximal 60 Metern hochgepumpt werden mit dem entsprechenden Druckverlust. Statt dessen wird ein Zwischenbehälter errichtet mit einem Fassungsvermögen von zweimal 300 Kubikmetern. Von dort aus übernehmen dann andere Pumpen die Weiterleitung. So erklärte Sponsel auch die künftig viel geringeren Stromkosten.

Auf das Trinkwasser aus der Zweng kann die Stadt stolz sein, sagten Christian Sponsel und Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Mit lediglich 0,2 Cent pro Liter sei es 100 Mal günstiger als handelsübliches Mineralwasser. Sponsel: "Es ist praktisch ohne Aufbereitung trinkbar und wird zur Sicherheit lediglich desinfiziert."

Die Qualität des Trinkwassers werde regelmäßig nach den Regeln der Trinkwasserverordnung untersucht. OB Kirschstein sagte, wer Forchheimer Trinkwasser aus der Leitung trinke anstatt Mineralwasser aus Kunststoffflaschen, trage unter anderem dazu bei, Plastikmüll zu vermeiden und tue nebenbei noch etwas Gutes für seine Gesundheit. Denn es enthalte sogar mehr Mineralien als viele Mineralwassersorten aus dem Supermarkt (zum Beispiel: 8,80 mg Natrium pro Liter, 30 mg Magnesium, 106 mg Calcium und 2,40 mg Kalium).

Der tägliche Bedarf an wichtigen Mineralstoffen, so die Stadtwerke, werde in Forchheim über den Wasserhahn "mindestens ebenso gut abgedeckt wie über den Wasserkasten".

Mit dem neuen Wasserwerk seien die Stadtwerke, meinte Geschäftsführer Sponsel, "für alle künftigen Herausforderungen gerüstet". Zu diesen Herausforderungen gehören auch mögliche Trinkwasserverbünde in die Nachbarschaft. Die Bürgermeister von Wiesenthau und Pinzberg, Bernd Drummer und Reinhard Seeber, im Wiesenttal unmittelbare Nachbarn des Zweng, waren zum Spatenstich schon mal als Gäste geladen.

Dass es mit den Verbünden recht schnell gehen kann, bestätigte auch Günther Prem vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt Kronach. Vor 20 Jahren wurden sehr viele Wasserversorgungen (und kommunale Energieversorger) privatisiert: "Seien Sie froh, dass Sie Ihre Trinkwasserversorgung noch in der eigenen Hand haben", sagte Prem dazu. Heute werde wieder anders gedacht und sein Amt sei sehr stark beim Thema Trinkwasserverbünde engagiert.

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