Gastronomie

Neueröffnungen in Forchheim: Das "Schiefe Haus" und ein inklusives Café starten

12.6.2021, 18:04 Uhr
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Das "Schiefe Haus" in der Wiesentstraße 10 in Forchheim wird Vinothek, Bar und Eventlocation. Hinter dem Projekt stecken (v.l.) Thomas Halota, Lukas Miterreiter und Julia Stumpf. © Foto: Roland Fengler

Es gibt Neues aus der Gastro-Szene in Forchheim: Gleich zwei Neueröffnungen in der Wiesentstraße gehen Mitte Juni und Mitte Juli an den Start.

Seit April 2019 stand die frühere Kammerersmühle in der Wiesentstraße 10 in Forchheim leer. "Das tat mir im Herzen weh und ich dachte, dass es schön wäre, hier etwas umzusetzen", sagt Thomas Halota.

Gemeinsam mit Lukas Mitterreiter sind die beiden 29-Jährigen seit zwei Jahren schon Inhaber der "Kleinen Pause" in der Hafenstraße in Forchheim. Seit einem Jahr gibt es die Kleine Pause auch in Nürnberg, nahe des Rathenauplatzes am Rand der Altstadt.

Und nun gibt es das nächste Projekt, diesmal als Betreiber-Trio gemeinsam mit Julia Stumpf umgesetzt, Tochter des Alt-Oberbürgermeisters Franz Stumpf, der bis 2016 im Amt war und 2019 verstorben ist.

Gastronomen mit Langeweile im Lockdown: "Wir haben Hummeln im Hintern"

Die 34-Jährige ist Event- und Kongressmanagerin und ihre Familie besitzt das Gebäude. "Ihr Vater Franz Stumpf hat sich immer eine Vinothek mit Käseplatten in dem Haus gewünscht, das findet sich auch in unserem Konzept wieder", erklärt Halota.

Die drei Freunde hatten die Idee schon länger: "Wir fanden, es wäre total schön, aus diesem Traditionshaus in Forchheim etwas zu machen", sagt er. Und während des zweiten Corona-Lockdowns ab Herbst vergangenen Jahres sei den Gastronomen auch "ein wenig langweilig" gewesen: "Wir haben einfach Hummeln im Hintern." So wurde der Winter für Renovierungsarbeiten genutzt, um das Gebäude auf Vordermann zu bringen.

"Das Schiefe Haus": Vinothek, Bar und Eventlocation in einem

Das "Schiefe Haus" wird laut Halota ein "Hybrid" sein, nämlich zugleich Vinothek, Bar und Eventlocation. Mit 55 Sitzplätzen innen und knapp 20 Sitzplätzen außen im Garten. "Wir haben uns überlegt, was es in Forchheim noch nicht gibt und was wir nebenbei auch gut stemmen können", sagt Halota.

Kleine Snacks, belegte, überbackene Brötchen, Antipasti und Käseplatten sind geplant. Dazu: "Fränkische Weine, Cocktails und moderne Getränke in uraltem Tongeschirr." Das Konzept in dem bekannten Fachwerkhaus umfasst "eine Mischung aus der alten Tradition, aber innovativ und modern gestaltet." Das untere Geschoss wird wie eine Lounge gestaltet, mit Stehtischen, aber auch hohen Barhockern um die Säule herum; der obere Bereich "mit Tischen zum Essen und länger gemütlich Sitzen".

Alle zwei Wochen geöffnet

Geöffnet ist "vorerst freitags und samstags alle zwei Wochen". Den Rest der Zeit kann das Schiefe Haus für Hochzeiten, Businessevents oder private Feiern gemietet werden. Für die Events stehen bislang die Kleine Pause, Lübbis und Akropolis als Catering-Partner bereit. Los geht es am 19. Juni. "Wir planen auch, die Öffnungszeiten noch zu erweitern."

Schreinerei-Mitarbeiter der Lebenshilfe Forchheim fertigen aktuell die Einrichtung für das inklusive Café und den Laden

Schreinerei-Mitarbeiter der Lebenshilfe Forchheim fertigen aktuell die Einrichtung für das inklusive Café und den Laden "Mittendrin", der in der Wiesentstraße 2 eröffnen wird. © Lebenshilfe Forchheim

Die alte Kammerersmühle in der Wiesentstraße 10 in Forchheim ist ein Blickfang und beliebtes Fotomotiv – nicht nur wegen des roten Fachwerks und der malerischen Kulisse direkt an der Wiesent und neben dem blauen Fachwerkhaus, dem Restaurant Akropolis.

Schon 1698 wurde das Haus erbaut. Im Laufe der Jahre hat es sich allerdings einseitig zur Wiesent hin abgesenkt – und wurde daraufhin von den Forchheimerinnen und Forchheimern "Schiefes Haus" genannt. Im Jahre 1910 wurde die einstige Mühle aus dem Betrieb genommen. Seitdem befanden sich hier Gaststätten. Seit 2019 stand das Gebäude leer.

"Mittendrin": Café und Laden als gelebte Inklusion

In der Wiesentstraße 2 wird außerdem bald ein Laden samt inklusivem Café der Lebenshilfe Forchheim eröffnen. "Der Laden in der Hauptstraße schließt, dafür haben wir ein neues Konzept, das einiges umfasst. Mitte Juli wollen wir starten", erklärt Wolfgang Badura, Geschäftsleiter der Lebenshilfe Forchheim.

"Mittendrin" werden Laden und Café heißen. "Damit ist gemeint, wir sind mitten in Forchheim und mitten in der Gesellschaft. Gelebte Inklusion", sagt er. Im Café mit etwa zwölf Sitzplätzen innen und geplanten zwei Tischen außen, werden in Verkauf und Service Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten – "als Praktika mit Schülern der Hainbrunnenschule, die in der Berufsorientierung sind.

So bilden wir aus mit IHK-Teilausbildung, damit sie dann auf dem Arbeitsmarkt in die Gastronomie einsteigen", erklärt Badura. Die Integrationsbegleiterin Tanja Puppich sowie Förderlehrer der Hainbrunnenschule werden das Gastro-Projekt begleiten.

Das Café soll Treffpunkt für verschiedene Menschen sein. Der Kaffee wird aus der Rösterei der Lebenshilfe Bamberg bezogen, das Ladensortiment umfasst Produkte aus bayerischen Werkstätten.

"Ein Lebenswunsch"

Geplant ist auch eine Beratungsstelle für gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase für Menschen mit Behinderung. "Die Bereiche fließen ineinander und laden zum Stöbern ein. Nur die Beratung ist ein wenig abgegrenzt", erklärt Theresa Lippmann, Assistenz der Geschäftsleitung bei der Lebenshilfe.

"Die Idee hatten wir schon lange. Für mich war es ein Lebenswunsch. Nun haben wir die perfekten Räumlichkeiten gefunden", sagt Badura. Derzeit wird die Einrichtung gefertigt: "Unsere Schreinerei-Mitarbeiter unterstützen die Firma Hoku bei der Fertigung der Inneneinrichtung. Das ist ganz schön anstrengend, sie haben schon Muskelkater, haben sie uns berichtet", erzählt Badura lachend und fährt fort: "Alle freuen sich riesig auf den Start."

Die alte Kammerersmühle in der Wiesentstraße 10 in Forchheim ist ein Blickfang und beliebtes Fotomotiv – nicht nur wegen des roten Fachwerks und der malerischen Kulisse direkt an der Wiesent und neben dem blauen Fachwerkhaus, dem Restaurant Akropolis. Schon 1698 wurde das Haus erbaut. Im Laufe der Jahre hat es sich allerdings einseitig zur Wiesent hin abgesenkt – und wurde daraufhin von den Forchheimerinnen und Forchheimern "Schiefes Haus" genannt. Im Jahre 1910 wurde die einstige Mühle aus dem Betrieb genommen. Seitdem befanden sich hier Gaststätten. Seit 2019 stand das Gebäude leer.

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