Samstag, 22.02.2020

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Neunkirchen: Metzgerei Gundel kommt in neue Hände

Ab März übernimmt Metzgermeister Marco Pawlik den Traditionsbetrieb - 12.02.2020 08:00 Uhr

Hans Gundel geht in den wohlverdienten Ruhestand, Marco Pawlik übernimmt mit dem Betrieb auch die Rezepte für die Gundelschen Spezialitäten. © Petra Malbrich


Die vielen Autofahrer, die am Samstagmorgen in die Wohnsiedlung in der Dina-Ernstberger Straße fahren, kommen nicht vom Einkaufen nach Hause, sondern fahren gezielt dorthin, um in der Metzgerei Gundel fürs Wochenende einzukaufen. „Früher hat man sich einen Standort im Siedlungsgebiet gesucht“, sagt Hans Gundel. In den 70er Jahren haben seine Eltern die Metzgerei aufgebaut und am 2. April 1971 die ersten Wurst-und Fleischwaren über die Theke verkauft.

Nun geht das Familienunternehmen nach 49 Jahren in neue Hände. Marco Pawlik aus Dormitz wird die Metzgerei übernehmen. Auf die „Gundel Spezialitäten“ müssen die Kunden nicht verzichten, beruhigen Gundel und Pawlik. Berühmt war Gundel über die Gemeindegrenzen hinaus für seine Bratwürste und den Kartoffelsalat, aber auch für die bekannte luftgetrocknete Salami, für die er mit der Goldmedaille prämiert wurde und für den ebenso luftgetrockneten rohen Schinken. „Das wird übernommen“, versichert Pawlik.

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Seit 1930 ist die Familie Gundel in Neunkirchen. Paul Gundel, der die Metzgerei in der Dina-Ernstberger-Straße gegründet hat, stammte selbst aus einer Metzgerei. Diese war am Forchheimer Tor und wurde von Hans Gundels Onkel weitergeführt. Deshalb gründete Paul Gundel selbst eine Metzgerei. Als er 1979 verstarb, führte dessen Ehefrau Margareta die Metzgerei als Inhaberin weiter. Sohn Hans, der ein Jahr zuvor die Meisterprüfung ablegte, war bis 1988 der Betriebsleiter und übernahm dann mit Ehefrau Gudrun die Metzgerei.

Auch den Trends haben sich die Gundels nicht verschlossen und deshalb den Partyservice zusätzlich angeboten. „Das ist sehr gesucht“, sagt Hans Gundel. Anfangs waren es die kalten Platten, die von den Kunden gewünscht wurden, doch längst wird von Ende April bis August warmes Essen – vor allem Spanferkel und Schäuferla – gewünscht.

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Der Grund, nun nach 49 Jahren aufzuhören, ist altersbedingt. „Ich werde heuer 65 Jahre alt“, erklärt Gundel. Den Ruhestand wird er dann antreten. Hans Gundels Sohn hatte zwar zunächst einen anderen Beruf erlernt und Logistik studiert, wäre aber bereit gewesen, Metzger zu lernen, um das Geschäft zu übernehmen. „Ich habe ihm nicht abgeraten, es aber auch nicht gefördert“, erklärt Gundel, der sich dann gedanklich mit einem Nachfolger außerhalb der Familie beschäftigte und das auch bekannt machte.

Marco Pawlik zeigte Interesse an der Metzgerei und sagte bereits vor Jahren, dass er die Metzgerei weiterführen würde, wenn Gundels aufhören. So fiel die Entscheidung für den Dormitzer. „Wir haben in den vergangenen neun Jahren schon zusammengearbeitet“, sagt Pawlik. Er hat in Neunkirchen einen Schlachtbetrieb. Von dort hat auch Hans Gundel seine Ware bekommen und entsprechend weiterverarbeitet. „Die Tiere kommen alle aus dem Umkreis“, erklärt Pawlik. Auch das Rindfleisch, aus freilaufender Haltung aus Marloffstein. „Es ist das, worauf die Leute Wert legen“, erklären die beiden Metzgermeister zur Wurst aus eigener Herstellung. Denn auch Marco Pawlik stellt seine Wurstwaren selbst her.

Nebenher hatte auch der Dormitzer Pawlik bereits einen Partyservice und ist mit seinen Spezialitäten wie dem Schaschliktopf oder den verschiedenen Braten über die Gemeindegrenzen bekannt. Alleine für die Kerwa in Dormitz hat Pawlik 300 Schäuferla gebraucht. „Die Wünsche werden mit den Kunden individuell abgesprochen“, erklärt Pawlik.

Da man bei einem derartigen Vorhaben auch die Ehefrau im Boot haben muss, sprach Marco Pawlik alles mit Ehefrau Cornelia ab. Die Angestellten – ein Metzgergeselle, eine Küchenhilfe und zwei Verkäuferinnen – werden alle übernommen. Statt Gundels Ehefrau Gudrun wird künftig Pawliks Ehefrau Cornelia die Kunden bedienen und beraten.
„Die Herkunft und die Qualität müssen passen. Darauf legen wir großen Wert“, beteuert Pawlik. Die Tiere erhielten absolut genfreies Futter.

Petra Malbrich

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