Grüne machen Druck

Neunkirchen: Radwegenetz schneller ausbauen

4.8.2021, 09:00 Uhr
Freie Fahrt nur für Radler und Anlieger fordern die Grünen für die Straße von Neunkirchen nach Rosendorf.

Freie Fahrt nur für Radler und Anlieger fordern die Grünen für die Straße von Neunkirchen nach Rosendorf. © Sebastian Kahnert/dpa

Die Gemeinde Neunkirchen soll der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen beitreten, das beantragte Bettina Wittmann für die Grünen Fraktion in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Beim Thema Radwegenetz geht es uns zu langsam voran“, begründete Werner Kruckow (Grüne) den Antrag. "Ohne Druck geht nichts."

Zu viele Fragen offen

Das sehen die anderen Fraktionen anders. „Wir wollen den Fahrradverkehr fördern“, umschreibt zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU) den allgemeinen Tenor. Doch eine Mitgliedschaft ohne genaue Informationen zu beschließen, funktioniere nicht. Dabei gehe es der CSU nicht um die 1250 Euro Jahresmitgliedsbeitrag, sondern um offene Fragen wie: Wie viele Personen und Stellen müssen dafür eingestellt werden? Welchen Aufwand bedeutet die Mitgliedschaft? Auch die Freien Wähler möchten aufgrund der aktuellen finanziellen Situation erst wissen, was genau bei einem Beitritt auf die Gemeinde zukommen werde.

Schon in der Bauausschusssitzung tags zuvor war ein Antrag der Grünen behandelt worden. Sie wollten die Straße nach Rosenbach als Fahrradstraße widmen. Dann dürften dort nur noch Anlieger und Radfahrer fahren. Den Nachteil hätten die Rosenbacher, wenn sie beispielsweise nach Neunkirchen zum Einkaufen wollen. Sie müssten dann über Weiher nach Neunkirchen fahren.

Andere Themen derzeit wichtiger

Wenn der Beitritt bewirke, dass solche Anträge nicht mehr kommen, sollte man zustimmen, meinte Martin Mehl mit einem Seitenhieb auf diesen Antrag im Bauausschuss. Doch auch die CSU meint, dass ohne genaue Informationen über die Investitionen der Gemeinde und einem Konzept aktuell dringendere Themen anstehen, als jener Beitritt.

Als Teil eines Gesamtverkehrskonzepts begrüßen die FW das derzeit betrachtete Radwegekonzept, das sich im Wesentlichen auf Wege zur Arbeitsstätte und Einkaufsmöglichkeiten konzentriere. Die FW wünschen, dass das Konzept auch für den Freizeitsektor wie Trails oder den Radwegen zwischen den Gemeindeteilen erweitert werde. Die Verwaltung wird nun den Beitrittsantrag prüfen. Mit einer Gegenstimme wurde das so beschlossen.

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