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Neunkirchen: Standort für Grundschule ist fix

Gemeinderat hat sich bei seinem "Megaprojekt" für den Deerljiker Platz entschieden - 17.07.2020 08:00 Uhr

Hier ein Archivbild des bisherigen Standorts am Deerljiker Platz. Die neue geplante Grundschule soll aus vier Lernhäusern bestehen – eines für jede Jahrgangsstufe.

© Archivbild: Pauline Lindner


Es handele sich, so Bürgermeister Martin Walz (CSU), um das "Megaprojekt" der nächsten Jahre. Die Gemeinde wird ihre finanziellen Möglichkeiten ausreizen müssen. Walz war sich sicher, dass das nicht benötigte Gelände – nach der Abstimmung jenes am Schellenberger Weg bei der Mittelschule – verkauft werden müsse, um die Kosten zu stemmen.

Voraussetzung für die Entscheidung war die Machbarkeitsstudie der Baupiloten aus Berlin. Sabine Hofmann stellte denn auch mehrere Varianten vor, wie das bisherige Gelände bebaut werden könne, obwohl der Schulbetrieb im alten Gebäude weiterläuft. Der neue Baukörper muss an den Westrand, den heutigen Sportplatz, rücken.

Ausgangspunkt der Überlegungen war das in vielen Gesprächen gefundene Modell einer Schule als "Planet, der Schutz bietet". In diese Phase beteiligten sich "alle, die irgendwie mit Schule zu tun haben". Die Zusammenarbeit lobte Hofmann als "unglaublich engagiertes Unternehmen". Demnach wird die neue Grundschule aus vier Lernhäusern bestehen – eines für jede Jahrgangsstufe. Mittelpunkt ist jeweils ein Foyer, um das Klassenzimmer und Nebenräume und Lerngruppenecken angeordnet werden.

Zwei Drittel des Raumbedarfs auch Platz für den Hort

Damit können die Anforderungen an ein integriertes Schulmodell mit Hortflächen erfüllt werden. Zwei Drittel des Raumbedarfs sind danach auch Flächen für einen Hort für 312 Kinder. Die Fachplanerin hat daraus eine Nutzfläche von 5700 Quadratmetern errechnet. Dazu kommen noch Außenflächen von 3300 Quadratmetern. Aus den neun entwickelten Varianten der Bebauung favorisiert sie einen Schulhausbaukörper mit großem Lichthof und eine separate Doppelturnhalle im Süden des Geländes. Wo heute das Schulhaus steht, käme dann der Sportplatz hin. Selbst für eine Erweiterung der Feuerwehrgebäude ist noch Platz.

Martin Mehl (CSU) betonte, wie wichtig die Machbarkeitsstudie für die Standortentscheidung gewesen sei. Damit könne die Schule zentral in der Ortsmitte bleiben. "Wir sind zu der gleichen Entscheidung gekommen", erläuterte Werner Kruckow (Grüne) das Votum seiner Fraktion. Ebenso schloss sich die FW-Fraktion an. "Ein Schutzplanet muss im Ortskern belassen werden", formulierte es Christian Braun.

"Belebung nicht durch Schule"

Einzig die SPD war anderer Meinung: Andreas Pfister führte ins Feld, dass die erhoffte wirtschaftliche Innenortsbelebung nicht durch eine Schule erreicht werden könne. Hierfür sei ein Wohnquartier am Deerljiker Platz geeigneter; hingegen der Schellenberger Weg wegen der nahen Tennisplätze für Wohnbau ungeeigneter. Er hätte sich einen "Workshop zum Abwägen der Standortqualitäten" gewünscht.

Ute Löffler (UWG/GBG) erinnerte daran, dass es schwierig sei, 50 Jahre in die Zukunft zu denken. Sie plädierte dennoch für den Ortskern, auch wegen der besseren Freizeitangebote. Obwohl der Bürgermeister den Eindruck hatte, viele Ratsmitglieder seien in ihrer Entscheidung sicher, bot er eine Nachdenkphase bis zur nächsten Ratssitzung an.

Der nächste Tagesordnungspunkt betraf den Neubau einer Zweifeld-Sporthalle. Die Varianten: eine mit integrierte Musikschule, die zudem die Funktion einer Kulturhalle übernehmen könne; eine Kulturhalle ohne Räume für die Musikschule; und eine reine Zweifeld-Sporthalle, in der nur eingeschränkt auf 199 Personen Kulturbetrieb möglich wäre. Die Kosten bewegen sich zwischen 4,2 und sechs Millionen Euro, je nach Umfang.

Einstimmige Entscheidung

Einstimmig beschloss der Rat, die große Variante zu wählen. Man war sich einig, dass damit die Sportflächen nicht nur für den Schulbedarf wachsen, sondern auch für VHS- und ähnliche Kurse. Die Halle an der Mittelschule eigene sich nicht besonders für Kulturveranstaltungen und der Zehntspeicher sei oft zu klein. Die Folge aus dem Beschluss ist eine Vereinbarung mit der Jugend- und Trachtenkapelle, der die Räume überlassen werden sollen. Die Parameter hierfür wird die Verwaltung noch ausarbeiten.

"Im Akkord verhandelt", hat laut Walz die Kommune mit dem künftigen Träger der kooperativen Ganztagsbildung, der Diakonie für Kinder und Jugend, über die Überleitung der bestehenden Betreuungseinrichtungen. "Das ist ein wesentlicher Baustein", betonte er. Auf jeden Fall werden die vorhandenen Mitarbeiter fortgebildet und nachqualifiziert, um übernommen werden zu können. Die Kosten hierfür konnte Walz noch nicht beziffern. Im Hauhalt sind 10 000 Euro eingestellt.

PAULINE LINDNER

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