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Ninja Warrior Kids: So trainiert ein Nachwuchs-Ninja aus Franken

Der zwölfjährige Hannes Kugler will bei der Kids-Edition der Show weit kommen - auch dank Opas Hilfe - 12.11.2020 13:17 Uhr

Ganz schön kraftraubend sieht dieses Hindernis aus, der zwölfjährige Hannes Kugler ist aber gut vorbereitet in die Ninja-Prüfung gegangen.

12.11.2020 © Markus Hertrich/TVNOW


Ob er es ins Halbfinale oder Finale geschafft hat, darf nicht verraten werden. Seine Vorrunde wird am 27. November auf Super RTL und Toggo Plus quasi im Vorprogramm zu den „Großen“ auf RTL ausgestrahlt, die zu diesem Zeitpunkt schon ihr erstes Finale austragen.

Ninja Warrior klingt nach Kampf und ist es auch. Aber nicht mit Waffen. Es ist eine Wettkampfshow, bei der jeder Teilnehmer Hindernisse durch Kraft, Ausdauer und Körperbeherrschung überwinden muss. Ein Spaziergang ist der Parcours sicher nicht, sind doch die Hindernisse teils in etlichen Meter Höhe, wo es gilt, sich von einer Stange zur nächsten zu hangeln, um dann sicher in einem ebenfalls in der Höhe befestigtem Netz zu landen. Oder die Ninja müssen über seitlich befestigte Bretter laufen, um zur nächsten Disziplin zu gelangen. 

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"Deutschlands stärkste Show" - so bewirbt der Fernsehsender RTL sein Format "Ninja Warrior Germany". Dieses Prädikat lockt offenbar viele Topsportler an. Aus dem Landkreis Forchheim waren heuer Kunstradweltmeister Lukas Kohl und Ausdauerspezialistin Sophia Grimm am Start. Sie schafften den Sprung unter die besten 300 unter 13.000 Kandidaten, die in die engere Auswahl kamen.


Hannes Kugler wollte sich diesen Herausforderung unbedingt stellen. Mit dem Sport ist er quasi groß geworden, denn seine Mutter Bianca ist leidenschaftliche Boulderin und trainiert seit Jahren in einer Halle in Erlangen dafür. Auch der Sohn übte sich darin. „Dann wurde dort eine Halle für den Ninja-Sport eröffnet“, sagt Hannes. Er war sofort Stammgast.

An Biertanks entlang gehangelt

Als im vergangenen Winter Werbung für Ninja Warrior Kids lief, stand sein Entschluss fest, doch um teilnehmen zu dürfen, musste er zunächst den „Bewerbungs-Parcours“ überwinden. Dafür sollten die Kandidaten unter anderem Videoclips einreichen. „Es sollte auch etwas Besonderes im Video sein“, erklärt Hannes. So hangelte sich der Zwölfjährige in der Brauerei des Gasthofs Seitz an den Tanks entlang und bewältigte ebenfalls die natürlichen Hindernisse oberhalb des Bierausschanks. Das kam bei den Verantwortlichen der Sendung an, die Bewerbung wurde angenommen. 

Eigentlich hätte Hannes nun im nächsten Schritt zur Qualifikation nach München gemusst. Doch das war im Juni, in der Hoch-Zeit von Corona, und entfiel, so dass er gleich eine Zusage für die Show erhielt. „Das war cool“, freut sich der Junge. Mit den Eltern fuhr er dann im Juni nach Köln und trat mit 31 Rivalen seiner Altersklasse den Wettkampf an. Mit ebenfalls 32 Teilnehmern der zweiten Altersklasse waren insgesamt 64 Kinder am Start.

Aufgeregte Mutter

Bianca Kugler zeigt den Videoausschnitt dieser Showaufzeichnung und spielt ihn vor. Aufgeregt steht sie am Rand, als sich ihr Sohn Hannes in der Luft schwingend souverän von einer Stange zur anderen hangelt. „Als ich auf der Startrampe stand, war ich schon aufgeregt“, gesteht Hannes rückblickend. Doch mit dem ersten Hindernis legte sich die Nervosität, die Zuschauer sah er nicht mehr. „Er ist ehrgeizig und wollte weiterkommen“, erklärt Bianca Kugler. 

Darum dürften ihn viele sportbegeisterte Jugendliche beneiden: Im elterlichen Hof hat Hannes Kugler ein regelrechtes Ninja-Trainingsareal hingestellt bekommen – so konnte er auch in Zeiten von Corona-Lockdowns gezielt trainieren.

12.11.2020 © Foto: Petra Malbrich


Die anderen Teilnehmer mussten ohnehin außerhalb des Senderaums warten. Hannes hangelt sich weiter durch den Parcours, bis dann Frank „Buschi“ Buschmann, der bekannte Sportmoderator, zu reden beginnt: „Das ist eine großartige Leistung, die ihn sicher ins Halbfinale bringen wird.“ Da ist natürlich zu hoffen, dass der Experte nicht schief lag.

Die ganze Familie fiebert mit

Für diese Leistung hat Hannes intensiv trainiert. Die ganze Familie fieberte mit, vor allem Opa Gisbert Härter. „Er hat in unserer Halle deshalb verschiedene Hindernisse erweitert“, sagt Bianca Kugler. Denn auf dem Grundstück hat die Familie einen überdachten Platz, in Hallengröße, in der sich eine Boulderwand befindet. Dort ist nun ein Ninja-Trainingsplatz entstanden. 

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Seile baumeln von den dicken Holzbalken herab. Hannes springt an einem Seil hoch, schwingt sich in Bewegung, bis er den richtigen Abstand hat, um den Sprung zum nächsten Hindernis sicher zu setzen. An den Balken der anderen Seitenlänge sind Stangen und Räder montiert, damit sich der Enkel auch in dieser Disziplin üben kann und selbst eine Leiter ist im eigenen Trainingslager, um ein professioneller Ninja zu werden.

Im Lockdown Gold wert

Das war gerade während des Lockdowns Gold wert und ist auch in den nächsten Wochen Hannes Übungsraum. Denn selbst wenn nun kein Wettkampf ansteht, die Freude an dieser Sportart hat nicht an Aktualität verloren. Ob es wieder Ninja Warrior Kids gibt, steht noch nicht fest. „Es hängt von den Einschaltquoten ab“, erzählt Bianca. Hannes hofft auf gute Einschaltquoten, um wieder dabei sein zu können. 

In der Schule hatte sich seine Leistung jedenfalls herumgesprochen. Aus Oberfranken war Hannes jedenfalls der einzige Teilnehmer und hat den Bezirk nicht schlecht aussehen lassen.

 

PETRA MALBRICH

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