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Freitag, 03.04.2020

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OB-Duell in Forchheim: Kirschstein und Schönfelder in der Stichwahl

Die Herren machen es unter sich aus - Landrat Ulm: unangefochten - 16.03.2020 12:00 Uhr

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Freude und Enttäuschung: Forchheims OB-Kandidaten am Wahlabend

Wie haben Forchheims OB-Kandidaten den Wahlabend verbracht? NN-Fotograf Ralf Rödel war bei den drei Treffpunkten von SPD, CSU und FGL. Während man sich bei den Teams von Uwe Kirschstein und Udo Schönfelder über den Stichwahl-Einzug freute, überwog bei Annette Prechtel die Enttäuschung.


Udo Schönfelder (CSU) und Uwe Kirschstein (SPD) bestreiten am 29. März die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters von Forchheim. Bereits in der ersten Runde ausgeschieden ist die Kandidatin der Forchheimer Grünen Liste (FGL), Annette Prechtel. Entsprechend enttäuscht reagierte die 45-Jährige auf das Ergebnis: „Das Etappenziel Stichwahl so zu verlieren, tut mir schon weh.“

Kommunalwahl 2020: Stichwahl in Forchheim


Nicht in der Stichwahl: Annette Prechtel (Die Grünen): 28,0 %

Die Stadtratswahl 2020

32,11%

21,87%

18,25%

9,45%

8,12%

4,03%

2,93%

1,96%

1,30%

CSU
Die Grünen
SPD
Junge Bürger
Freie Wähler
FDP
FBF
AfD
REP

4,49%

8,77%

0,25%

0,85%

2,28%

0,27%

2,27%

0,46%

0,5%

Alle Stimmkreise ausgezählt.

Der zweitplatzierte Udo Schönfelder hat sich ebenfalls verrechnet: „Ich dachte eigentlich, mit Frau Prechtel in die Stichwahl zu kommen.“ Den Amtsinhaber hatte er nicht auf dem Zettel: „Das hat mich etwas gewundert.“ Die FGL-Konkurrentin habe einen „engagierten Wahlkampf“ geführt. In den nächsten zwei Wochen, so Schönfelder, wolle er bei den Wählerinnen und Wählern, die ihn nicht wählten, „noch Überzeugungsarbeit leisten“.

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Herzlichen Glückwunsch! Das sind die neuen Bürgermeister in der Region

Die Wähler haben entschieden, wer von nun an die Geschicke in den Städten in der Region Nürnberg leiten darf. In einigen Fällen kam es aber wie erwartet zur Stichwahl am 29. März. Wir haben die Übersicht über alle Gewinner!


Alle drei Bewerber bedankten sich ausdrücklich bei ihren Wahlkampfteams sowie bei denjenigen, die sich schon gestern in der Wahlkabine für sie entschieden haben. Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 58 Prozent über der von 2014 (53,6), aber leicht unter der von 2016 (58,14).

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Bilder der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Forchheim

Schon vor acht Uhr standen die Wähler vor manchen Wahllokalen im Landkreis Forchheim. Wir haben die Bilder und alle Infos der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Forchheim.


OB Uwe Kirschstein liegt in 20 von 25 Wahllokalen vorne sowie in 14 von 20 Briefwahlbezirken. Annette Prechtel holte in drei Wahllokalen die meisten Stimmen, Udo Schönfelder nur in zwei, dafür entschied er aber sechs Briefwahlbezirke für sich. Die Reihung Kirschstein vor Schönfelder und Prechtel blieb vom ersten ausgezählten Stimmbezirk an konstant.

Uwe Kirschstein sagte, als der letzte Stimmbezirk ausgezählt war und sein (vorläufiger) Sieg fest stand, „brandete hier im Restaurant Gutlands Applaus auf“. Rund 40 Unterstützer verfolgten mit ihm die Entwicklung der Auszählung auf einem großen Bildschirm: „Am Anfang war die Stimmung relativ angespannt, aber dann hat sie sich schnell gelöst.“

Er wolle nun „mit meiner pragmatischen Art“ und seiner Sacharbeit den grünen Wählerinnen und Wählern „ein Angebot machen“, so Kirschstein. Er glaubt aber, „auch schon bisher“ für Grünen-Anhänger Angebote gemacht zu haben.

+++ Sobald die ersten Wahl-Ergebnisse im Landkreis Forchheim vorliegen, finden Sie sie hier +++

Kirschstein wertet sein eigenes Ergebnis und das von Annette Prechtel als ein Zeichen dafür, „dass wir beide weit über unsere Parteiklientel hinaus als Persönlichkeiten wahrgenommen werden“. Wie Prechtel hofft auch Kirschstein daher, dass ein bisschen von der Zugkraft der Spitzenkandidaten auf die Zahl der Mandate im Stadtrat abfällt. Die Zusammensetzung des Kommunalparlaments wird erst heute ausgezählt.

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Bürgermeister-Wahlen im Kreis Forchheim: Das sagen die Gewinner*innen

In einigen Gemeinden im Kreis Forchheim traten sie ohne Konkurrenz an, in anderen haben sie deutliche Siege davongetragen oder es in die Stichwahl geschafft: Hier finden Sie die Eindrücke vom Wahlabend und erste Statements einiger Gewinner und Stichwahl-Kandidaten der Bürgermeister*innen-Wahlen im Landkreis Forchheim.


Annette Prechtel hat aus dem Wahlkampf mitgenommen, wie wichtig es ist, „den Leuten zuzuhören, damit sie sich mit ihren Anliegen aufgenommen fühlen“. Das wolle sie nun in den Stadtrat mitnehmen – das, und den Schwung der grünen Kampagne: „Wir haben insgesamt mehr gewonnen als verloren, vor allem auch für uns als Gemeinschaft.“

Udo Schönfelder wird ebenfalls auf die grüne Klientel zugehen: „Ich will in programmatischen Gesprächen die Schnittmengen ausleuchten: Stichwort Kolpingshaus.“

+++ Alle aktuellen Infos: Hier geht es zu unserem Kommunalwahl-Live-Ticker +++

Vom guten Abschneiden des SPD-Kandidaten in der Stadt konnte Landratskandidat Reiner Büttner nicht profitieren. Er erhielt rund 24 Prozent der Stimmen. Mit 76 Prozent konnte der bisherige Landrat Hermann Ulm (CSU) sein Amt verteidigen. Er tritt nun für eine zweite Amtszeit an. Ulm, der in seinem Büro im Landratsamt die Auszählung der Stimmen verfolgte, zeigte sich zufrieden. „Es wird schon passen“, sagte Ulm, als die ersten Ergebnisse eintrudelten. Bei seinen bisherigen Kandidaturen – ob als Bürgermeister für Kunreuth oder 2014, als er zum ersten Mal für den Posten als Landrat antrat – habe er immer rund zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinen können. Das habe er auch für den gestrigen Wahlabend angestrebt. Ulm hatte für den Wahlabend keine Feier geplant.

Kommunalwahl 2020: Landratswahl in Forchheim


Die Kreistagswahl 2020

34,96%

19,20%

18,21%

11,66%

8,60%

3,39%

3,25%

0,72%

CSU
Freie Wähler
Die Grünen
SPD
Junge Bürger
AfD
FDP
REP

2,85%

0,89%

8,17%

3,13%

0,12%

0,62%

1,58%

Alle Stimmkreise ausgezählt.

Sein Herausforderer hat mit seinen Parteifreunden in Forchheim gefeiert. „Ich hätte mir mehr Stimmen gewünscht“, sagte Büttner. Er sei angetreten, um Landrat zu werden und freue sich über die Stimmen. „Ich habe viele neue Facetten des Landkreises und neue Menschen kennengelernt.“ Für sie und seine Wähler wolle er mit einer möglichst starken SPD–Fraktion seine im Wahlkampf vorgestellten politischen Ziele im Kreistag weiterverfolgen. „Ich muss mich vor dem Ergebnis glaube ich nicht verstecken, und ich hoffe, dass der Wähler es wertschätzt, eine Wahl gehabt zu haben.“

Ulirch Graser, Patrick Schroll

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