Online-Petition: Forchheimerin sammelt Unterschriften für umzäunten Hunde-Freilauf

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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15.3.2020, 13:19 Uhr

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Eine Wiese zum Herumtoben für Hunde, auf der sie ohne Leine rennen und miteinander spielen können und ein Treffpunkt für Hundefreunde: Das wünscht sich die Forchheimerin Barbara Sattler. "So ein Hunde-Freilauf wäre eine tolle Sache. In Dänemark und Norddeutschland ist das sehr verbreitet. Aus dem Urlaub kenne ich das und kann mir das gut für Forchheim vorstellen", sagt Sattler. Deshalb hat sie Ende Januar eine Online-Petition bei Open Petition, einer Internet-Plattform für Petitionen, gestartet und sammelt dort Unterschriften.

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In den NN las sie auf der Sonderseite "Forchheim in Zahlen", dass im Jahr 2018 bei der Stadt 1221 Hunde gemeldet waren und Forchheim durch die Hundesteuer rund 100 000 Euro einnimmt. "Das hat den Anstoß gegeben, dass ich dachte, wir sind schon viele, für die ein Hundefreilauf interessant wäre."

Sattler hatte schon einen italienischen Laufhund und bretonischen Spaniel und momentan einen Airedale Terrier. Auch im Gespräch mit anderen Hundebesitzern sei sie immer wieder darauf gekommen, dass so eine eingezäunte Hundewiese sinnvoll wäre, die frei zugänglich und ganztägig begehbar ist.

Fläche auf der Sportinsel?

Es gibt zwar Grünflächen für Hunde, unter anderem beim Tierheim Forchheim, Zur Staustufe 36, oder dem Schäferhundeverein, An der Lände 17, aber diese Trainingsgelände sind eben nicht für Jedermann zugänglich und nutzbar. Bei einem Hunde-Freilauf wäre das anders und Hunde könnten "ohne Angst rennen und spielen. Anders als zum Beispiel im Wald würden sie hier nicht auf Wildtiere oder Jäger treffen", so Sattler.

Vorstellen könnte sie sich eine Fläche auf der Sportinsel oder oberhalb des Stadtparks, etwa 15 Meter breit und 150 Meter lang. Ein großer Aufwand sei nicht notwendig, meint sie: "Meiner Meinung nach muss die Wiese gar nicht gemäht sein. Es müsste nur ein Mülleimer da sein, damit jeder den im Beutel aufgesammelten Kot seines Hundes direkt entsorgen kann."


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Ganz neu ist das Thema nicht. "2009 und 2010 hatte es schon einen Vorstoß im Hauptausschuss des Stadtrats gegeben", teilt Britta Kurth, Pressesprecherin der Stadt Forchheim, mit. Damals habe es keine Mehrheit im Stadtrat dafür gegeben, die Idee sei wieder verworfen worden.

"Die Verwaltung steht der Idee positiv gegenüber. Wenn der Bedarf in Forchheim da ist, können Detailfragen geklärt werden", sagt Kurth. Dazu zählten, welche öffentlichen Flächen infrage kämen und welche Maßnahmen zur Instandhaltung nötig seien. Zunächst einmal müssen sich also genügend Hundebesitzer in Forchheim für die Idee aussprechen.

Nicht jeder mag spielen

"Erstmal klingt das super, allerdings mag auch nicht jeder Hund mit anderen Hunden spielen", sagt Claudia Schöfer, Vorstand des Schäferhundevereins in der Ortsgruppe Forchheim. Die 62-Jährige aus Weißenohe hat selbst zwei Schäferhunde und ist seit zehn Jahren im Verein, der derzeit rund 65 Mitglieder hat. "Hier in einer ländlichen Region gibt es schon einige Grünflächen und Hundebesitzer haben ihre gewohnten Flächen, zu denen sie gehen. Wenn ich mitten in der Stadt wohne, ist das vielleicht anders."

Unter Hundefreunden gebe es geteilte Meinungen zu einem Hunde-Freilauf, weil die Frage sei, welche Tiere auf so eine Wiese dürfen – auch, weil es zu Raufereien unter den Hunden kommen könnte und dann im Fall der Fälle Haftungsfragen eine Rolle spielen. "Es ist schon wichtig, dass der Besitzer sein Tier gut kennt und der Hund entweder eine Hundeschule besucht hat oder in jedem Fall das Ein-Mal-Eins der Hundeerziehung beherrscht", betont Schöfer. Das heißt: Er muss hören können, auch ohne Leine, und in jeder Situation abrufbar sein.

Noch rund eine Woche

"Um Haftungsfragen zu vermeiden, kann ich mir vorstellen, dass ein Schild auf das Benutzen auf eigene Gefahr hinweist", sagt Karin Adelmann, dritte Vorsitzende des Tierschutzvereins Forchheim. Dass der Bedarf an einem Hunde-Freilauf in Forchheim vorhanden ist, kann sie sich gut vorstellen: "Wir haben schon mehrfach solche Anfragen bekommen, da das Tierheim ein eingezäuntes Gelände hat." Allerdings ist dieses nicht öffentlich.

Noch etwas mehr als eine Woche können Bürger die Petition unterzeichnen. Bislang (Stand Sonntagmittag, 15. März) haben rund 184 Unterstützer unterschrieben, davon 81, die den Wohnort Forchheim angegeben haben. Bei Open Petition wird angezeigt, dass bislang 12 Prozent der nötigen 580 Stimmen gesammelt wurden. "Die Zahl ist aber gar nicht aussagekräftig, weil man als Ersteller der Petition einfach eine Zahl angibt, die man erreichen möchte", erklärt die Initiatorin Barbara Sattler.

Um einen Bürgerantrag in den Stadtrat einzubringen, müssten ein Prozent der Forchheimer Wahlberechtigten unterzeichnen, das sind rund 230 Personen. Dann muss der Stadtrat über das Anliegen entscheiden. In den nächsten Wochen möchte Sattler bei der Fressnapf-Filiale und dem Obi-Markt Forchheim auf die Petition hinweisen, um weitere Unterstützer zu gewinnen.