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Pilotprojekt in Bayern: Bald autonome Züge im Kreis Forchheim?

Automatisiertes Bahnfahren: Bayerisches Ministerium fördert Vorstudie mit 11.400 Euro - 16.02.2021 17:04 Uhr

Auf der Strecke Forchheim - Ebermannstadt sind aktuell Agilis-Züge im Einsatz. Das Unternehmen ist bei der Vorstudie zu autonomen Zügen mit an Bord.

16.02.2021 © Stefan Hippel


Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr schiebt bei der Digitalisierung im Bahnverkehr an. Mit 11.400 Euro fördert es die Vorstudie eines Projekts zu autonomem Fahren, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Das Projekt "BahnAutonom Bayern 2029 – Automatisiertes Bahnfahren auf Nebenstrecken im ländlichen Raum" soll perspektivisch auf der Strecke zwischen Forchheim und Ebermannstadt umgesetzt werden.

Keine Kenntnis im Landratsamt

Auf NN-Nachfrage reagiert das Landratsamt Forchheim überrascht: "Bei uns im Haus hat niemand Kenntnis von diesem Projekt. Wir wurden vom Ministerium nicht informiert", sagt Kathrin Schürr, Pressesprecherin des Landratsamts. Auch von Planungen in diese Richtung habe es keine Kenntnis gegeben.

"Gleisgebundener Verkehr ist für autonomes Fahren geradezu prädestiniert. Wir wollen mit unserer Förderung einen Beitrag leisten, dass die Schiene und der ländliche Raum von diesem Potenzial maßgeblich partizipieren kann und Bayern eine Pionierrolle einnimmt", teilt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer mit.

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Die Vorstudie wird koordinierend vom Münchner Architektur- und Designunternehmen Andreas Vogler Studio erstellt, das bereits Referenzen bei der Gestaltung von Schienenfahrzeugen hat und Mitglied im Cluster Bahntechnik Bayern ist.

"Vertrauen in den digitalen Schienenverkehr aufbauen" 

Mit an Bord sind auch das Regensburger Eisenbahnverkehrsunternehmen Agilis, das auf der Strecke Forchheim – Ebermannstadt aktuell im Auftrag des Freistaats Schienenpersonennahverkehr erbringt, der Schweizer Fahrzeughersteller und Ausrüster Stadler sowie Forschungsinstitutionen aus dem Umfeld des Bahntechnik-Clusters. Neben dem Freistaat unterstützt die Nürnberger Privatstiftung "Innovation und Zukunft" die Vorstudie mit 19.000 Euro.

Das Projektteam Andreas Vogler und Robert Künzler teilt mit: "Ziel des Projektes ist es, das künftige technische, wirtschaftliche und angebotsmäßige Potenzial des digitalisierten Bahnverkehrs aufzuzeigen und zu entfalten." So soll ein kostengünstiger und hochautomatisierter Betrieb auf Nebenbahnen zum Vorteil des Betreibers, der Fahrgäste und der öffentlichen Hand verwirklicht werden.

Ergebnisse im Sommer erwartet

Das Schienenfahrzeug soll in der Öffentlichkeit "Vertrauen in den digitalen Schienenverkehr aufbauen" und so die Weichen zu einem deutlich attraktiveren, umwelt- und ressourcenschonenden Personennahverkehr im ländlichen Raum stellen.

Im Rahmen der Vorstudie sollen einzelne Aufgabenstellungen und Etappenziele detailliert definiert und untersucht, Industrie- und Projektpartner gewonnen sowie mögliche Umsetzungshindernisse beseitigt werden. Die Ergebnisse der Vorstudie werden voraussichtlich im Sommer dieses Jahres vorliegen.

nn

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