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Dienstag, 02.06.2020

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Rat entscheidet, ob die Ermreuther Hauptstraße saniert wird

Ärger um den Asphalt - 18.05.2020 11:00 Uhr

Achtung, hier geht es holprig zu, sagt das Verkehrsschild. Deshalb ist Tempo 30 angeordnet. In wenigen Tagen schon könnte es eine Lösung für die Straße geben.

© Ralf Rödel


Bisher gescheitert ist die Sanierung am Geld. Nicht, dass das nicht vorhanden wäre. Doch nach wie vor ist die Frage offen, wer dafür zahlt, wenn nach einer erfolgten Sanierung die Straßendecke höher liegt und deshalb auch die neu geplanten Gehwege und die Hofeinfahrten angepasst werden müssen. Zwischen Gemeinde und Landkreis gibt es unterschiedliche Auffassungen, wobei niemand bezweifelt, wer die Kosten für den neuen Asphalt der Hauptstraße zahlen muss.

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Für Kreisstraßen ist der Landkreis zuständig, ergo muss er für die Sanierung aufkommen. Für Gehwege ist die Gemeinde zuständig. Normalerweise. Doch Ermreuth vertritt den Standpunkt: Die Gehwege und Hofeinfahrten müssen nur deshalb angepasst werden, weil der Landkreis die Straße mit der Sanierungsmaßnahme erhöht. Also muss dieser zahlen, sagt die Gemeinde.

Wiederum wartet das Landratsamt nur auf eine Unterschrift Neunkirchens unter einer so genannten Ausführungsvereinbarung. Die Unterschrift darunter hat bereits Ex-Bürgermeister Heinz Richter (FW) verweigert, weil sie besagt, dass die Folgekosten von Neunkirchen zu bezahlen seien.
Der Standpunkt des Amtes: das sei in allen anderen Gemeinden gang und gäbe. Das ist der Grund, warum seit 2018 Stillstand in Ermreuth herrscht (siehe unten).

Gemeinde hat schlechtere Karten

Der frisch ins Amt eingeführte Bürgermeister Martin Walz (CSU) spricht von „schlechteren Karten“ seiner Gemeinde. Denn ohne Unterschrift hält der Landkreis die Füße in puncto Straßensanierung still, betont aber seine Bereitschaft: „Falls der Vertrag im Mai zustande kommt, fangen wir umgehend an“, teilt die Pressestelle auf Nachfrage mit.

Auch Walz hat zwischenzeitlich vom Bauamt prüfen lassen, wie schnell das Projekt starten kann, sofern der Gemeinderat sich in der öffentlichen Sitzung am 27. Mai für die Unterschrift unter der Vereinbarung entscheidet. „Wenn der Rat zustimmt, sollte es möglichst zügig los gehen“, sagt Walz. Das Ergebnis der Prüfung des Bauhofs ist noch offen.
Jetzt liegt der Ball oder in diesem Fall der Stift zur Unterschrift beim Gemeinderat.

Die wichtigsten Fakten

Bereits im Herbst 2018 wollte der Landkreis eine neue Asphalt-Oberdecke auf die Ermreuther Hauptstraße aufbringen lassen. Gescheitert ist es an der Frage, ob die Gemeinde oder der Kreis für die Folgekosten für Gehweg und Hofeinfahrten aufkommt .

Nach einer Kanalsanierung zwischen östlichem Ortseingang und Synagoge war die Durchfahrt 2017/18 über ein Jahr gesperrt, die Straßendecke wurde nur provisorisch asphaltiert und weist heute Ansätze, Rillen und Unebenheiten auf. Das hat unmittelbare Folgen.
Die Anwohner beklagen ein ständiges „Scheppern“, wenn Fahrzeuge über unebene Stellen fahren. Die enge Bebauung mit Häusern entlang des Hangs wirkt wie ein Trichter, der den Verkehrslärm in der Straße von oben bis unten und umgekehrt hören lässt.

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