2000 Tonnen CO² werden einspart

Solarpark Obertrubach soll schon in einem Jahr ans Netz gehen

5.11.2021, 15:53 Uhr
Auf diesem Getreidefeld von Obertrubach aus kommend Richtung Neudorfer Höhe entsteht der Solarpark Obertrubach.

Auf diesem Getreidefeld von Obertrubach aus kommend Richtung Neudorfer Höhe entsteht der Solarpark Obertrubach. © Thomas Weichert

Schon in neun Monaten soll der Baubeginn für den Bürgersolarpark Obertrubach auf dem vier Hektar großen Grundstück von Gemeinderat und Metzgermeister Hermann Frieser (FWG) unterhalb der Neudorfer Höhe erfolgen.

Nach weiteren drei Monaten Bauzeit soll die 3,8 Megawatt-Anlage dann ans Netz gehen, jährlich vier Millionen Kilowatt Strom einspeisen, die 1160 Haushalte mit Energie versorgen und die jährlich 2000 Tonnen CO² einsparen.

Keine Blendwirkung

Von der Nürnberger Firma Greenovative GmbH war Geschäftsführer Jochen Schürer zur Gemeinderatssitzung in Obertrubach gekommen, um Fragen der Gemeinderäte zu beantworten. Zunächst informierte er, dass die Auswahl des Planungsbüros erfolgt ist und das Blendgutachten vorliege. Daraus ergäbe sich keine Blendwirkung durch die Photovoltaikplatten, die auf Modulfläche aufgebaut werden. „Weder für die Bundes- und Staatsstraße, noch für den Ort Neudorf“, so Schürer.

Die Anlage sei komplett förderfähig. Die Trassenlänge zum Anschluss der Anlage an den Netzverknüpfungspunkt des Bayerwerks beträgt einen Kilometer. Bürgermeister Markus Grüner (CSU) verwies dabei auf ein noch näher gelegenes Trafohäuschen, das vermutlich auch dem Bayernwerk gehöre. Schürer will nun prüfen lassen, ob dies auch eine Anschlussoption wäre.

Eigentlich hätten die Bürger schon Anteile zwischen 1000 Euro und 25.000 Euro zeichnen sollen können. Dies habe sich verschoben und soll in Kürze anlaufen. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren zahlt die Firma 3,5 Prozent und bei 15 Jahren vier Prozent Zinsen an die Anleger. Die Auszahlung erfolgt bereits ab dem ersten Jahr. Erstzeichnungsrecht haben alle Bürger der Gemeinde Obertrubach, danach auch welche aus anderen Gemeinden. Aber auch ohne Bürgerbeteiligung würde der Solarpark gebaut werden. Finanziert dann rein über Kredite bei einheimischen Banken, was für die Firma derzeit sogar günstiger wäre.

"Konzept der Bürgerbeteiligung ist sehr nachhaltig"

„Wir sind aber der Überzeugung, dass das Konzept der Bürgerbeteiligung sehr nachhaltig ist“, so der Planer. Matthias Rümpelein (BU) wollte wissen, wie die Bürgerbeteiligungen abgesichert sind, falls die Firma pleite geht. Dazu erklärte Schürer, dass es zwar keine Einlagenabsicherung gäbe, aber dieser Fall sehr unwahrscheinlich ist und noch nie vorgekommen sei. Selbst wenn Greenovative GmbH pleite ginge, würde dies nicht den Solarpark Obertrubach betreffen, weil für diesen eine eigene Gesellschaft gegründet wird. Zudem sei die Anlage versichert und die Finanzierung könne ausschließlich durch die Stromgewinnung des Solarparks sichergestellt werden.

Eine weitere Frage war, wie die Gemeinde vom Solarpark profitiert. Pro Kilowattstunde eingespeistem Strom ins öffentliche Netz erhält Obertrubach 0,02 Cent. Macht 8000 Euro pro Jahr, planbar auf 20 Jahre, insgesamt 160.000 Euro für das Gemeindesäckel.

Auch nimmt die Gemeinde in den ersten 20 Jahren 90 Prozent der Gewerbesteuer ein, weil der Firmensitz des Solarparks in Obertrubach sein wird. Die Gemeinde bekommt noch eine Verwaltungspauschale von 1000 Euro, die bereits kurz vor der Sitzung ausgezahlt und zu gleichen Teilen dem Kindergarten und der Grundschule gespendet wurde. Thomas Laitsch (DGH) hätte im Vertrag für die Gemeinde gerne eine Sicherheit für den Rückbau der Anlage eingebaut.

Schürer erklärte, dass das nicht möglich und auch nicht üblich sei. Jedoch gäbe es automatisch eine Rücklagebürgschaft von 10.000 Euro pro Hektar, mit der zurückgebaut werden kann. Der Gemeinde entstünden keinerlei Kosten.

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