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Sperrung der Piastenbrücke und Folgen für Forchheims Verkehr: Täglich Stau?

Auswirkungen auf Eisenbahnbrücke sowie Rettungsdienst bereiten Sorgen - 16.04.2021 17:51 Uhr

Die vielbefahrene Eisenbahnbrücke in Forchheim mit der Bayreuther Straße: Täglich passieren 26 000 Fahrzeuge die Brücke. Wenn heuer die Piastenbrücke in Forchheim gesperrt wird, muss noch mehr Verkehr durch dieses Nadelöhr.

16.04.2021 © Foto: Berny Meyer


Der Abriss der Piastenbrücke wirft seine Schatten schon länger voraus. Im Sommer wird es soweit sein. Die Tage der Piastenbrücke sind gezählt. Ein Jahr lang muss der Verkehr umgeleitet werden – und das auf einer der meistbefahrenen Verkehrsadern Forchheims.

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Welche Auswirkungen hat das auf Rettungsdienst und Feuerwehr, wenn ein Notfall eintritt? Im Haupt-, Personal- und Kulturausschuss des Forchheimer Stadtrats äußerten einige Stadträte Bedenken und forderten einen Realversuch.

Wie der Verkehr umgeleitet werden soll, erklärte Roland Brütting, Leiter des Forchheimer Straßenverkehrsamts. Die Ausgangslage: Täglich sind auf der Piastenbrücke laut einer Zählung von 2019 rund 6800 Fahrzeuge unterwegs, hauptsächlich aus dem Umland in die Stadt und umgekehrt, auf der Eisenbahnbrücke täglich rund 26 000 Fahrzeuge. Zählungen im Rahmen der Erstellung des Verkehrskonzepts hätten auch einen Ziel- und Quellverkehrsanteil auf den Forchheimer Verkehrsachsen von 93 Prozent bestätigt.

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Das Straßenverkehrsamt geht davon aus, dass nach Sperrung der Piastenbrücke "sich der Verkehr schon nach kurzer Zeit auf die B 470 und die Bayreuther Straße verlagert", so Brütting. Das hätten Erfahrungen von der letzten Sperrung bei Sanierungsarbeiten gezeigt.

13 Prozent mehr Fahrzeuge

Da kommt dann einiges auf die Eisenbahnbrücke als Nadelöhr zu: Wenn sich die Hälfte des bisherigen Verkehrs auf die B 470 verlagert, kommen 13 Prozent Fahrzeuge mehr täglich über die Brücke, weiß Brütting. Staus auf der Theodor-Heuss-Allee und Bayreuther Straße sind jetzt schon täglich Alltag.

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"In der ersten Woche ist auf jeden Fall Stau zu erwarten, besonders zu den Hauptverkehrszeiten." Er rechnet aber damit, dass sich das nach etwa einer Woche automatisch verlagert. Sorge macht aber auch eine mögliche Blockade der Eisenbahnbrücke.

Was, wenn dann noch ein Unfall auf der Eisenbahnbrücke passiert?

Problem dabei ist die Brücke selbst: Was, wenn hier dann noch ein Unfall passiert? "Für den Fall, dass die Brücke Richtung Osten blockiert ist, besteht für Rettungsdienst und Feuerwehr die Möglichkeit, die Brücke in der Gegenrichtung zu befahren", sagt Brütting. Die Feuerwehren hätten genug Besatzung, um schnell die Gegenrichtung zu sperren, berechtigt dazu wären sie auch. Der Rettungsdienst allerdings hat jedoch eine geringere Besatzung und darf nicht selbst sperren.

"Er könnte die Hilfe der Polizei oder Feuerwehr in Anspruch nehmen", schlägt Brütting vor. Die Feuerwehr Forchheim habe eine Reaktionszeit von deutlich unter zehn Minuten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Eisenbahnbrücke nach einem Unfall alle vier Spuren blockiert sind, schätzen wir als sehr gering ein", sagt Brütting.

"Schwer vorherzusagen"

Für Einsätze westlich der Brücke wurden keine Berechnungen angestellt: Unfälle dieser Größenordnung werden der Leitstelle zeitnah gemeldet. "Da kann auf Rettungsdienststandorte westlich, wie das BRK in der Henri-Dunant-Straße oder die Rettungswache Baiersdorf ausgewichen werden", sagt Brütting. Er findet es schwer, mögliche Auswirkungen vorherzusagen sowie, zu welchen Anteilen sich Verkehr verlagert.

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"Dadurch sind vorbeugende Maßnahmen wie eine Änderung der ohnehin schon grenzwertigen Ampelzeiten an der Eisenbahnbrücke und Hainbrunnenstraße nicht möglich." Es brauche belastbare Zahlen, doch die seien nicht vorhersehbar.

Im Realversuch testen

"Ich finde die Ausführungen doch relativ optimistisch und sehe Risiken", sagt Stadtrat Manfred Hümmer (FW). Immerhin habe die CSU schon im Oktober 2019 einen Antrag zum Beleuchten genau dieser Problematik gestellt. "Da hätte ich mir jetzt schon mehr gewünscht", so Hümmer. Er forderte einen Realversuch zu den Hauptverkehrszeiten, "damit wir sehen, wie sich die Ableitung des Verkehrs auswirkt". "Ich bin enttäuscht von den Ausarbeitungen. Da sind keinerlei Neuigkeiten dabei, das ist sehr allgemein und theoretisch formuliert", findet Josua Flierl (CSU). Auch er hält einen Realversuch für "zwingend notwendig".

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Thomas Werner (CSU) findet es "leider bissle spät, da wir kurz vor der Maßnahme stehen und nicht mehr viel Zeit haben." Er wünscht sich, in die Überlegungen einzubeziehen, für Hain- und Hans-Sachs-Straße beidseitige Halteverbote auszusprechen, damit eine Verengung der Straßen verhindert wird und der Verkehr besser fließen kann. Zudem will er beleuchtet wissen, inwiefern Haltestellen und Routen der Stadtbusse betroffen sind.

Risikobewertung vornehmen

"Man muss gut planen und eine Risikobewertung vornehmen", sagt Kreisbrandrat Oliver Flake auf NN-Nachfrage. Denn passieren könne ein Unfall immer, sodass in der Folge Verkehrswege versperrt seien. Im Zweifel müssten Einsatzkräfte von einem anderen Bereich angefordert werden, auch wenn das länger dauere. "Wir suchen Lösungsansätze und versuchen, so gut wie möglich mit der Situation auszukommen", so Flake.

Laut Bürgermeisterin Annette Prechtel befindet sich die Stadt den Bereich ÖPNV betreffend in Gesprächen mit dem Landratsamt. Diese und die weiteren Fragen und Anmerkungen sollen aufgenommen und eingearbeitet werden. Der Beschluss dazu fiel einstimmig.

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