Stumpf stützt Vereinstätigkeiten des AC Bavaria

23.3.2016, 06:00 Uhr

© Archivfoto: Roland Huber

Am 15. Mai 2012 beschließt der Finanzausschuss mit 9:3-Stimmen einen Investitionszuschuss von knapp 100 000 Euro. Damit ist die Kommune dem Bayerischen Landessportverband gefolgt, der rund 200 000 Euro an staatlichen Fördermitteln für das knapp 1,8 Millionen Euro teure, im Herbst 2013 fertiggestellte neue Domizil des AC Bavaria bereitstellte. Die Erfolgsgeschichte der neuen Räumlichkeiten ist bekannt. Die Mitgliederzahl stieg von 1000 rasant auf mittlerweile über 3000 an. Aber die Stadträte gaben ihre Zustimmung nicht ohne Bauchschmerzen, wie aus den der Redaktion vorliegenden Akten über die nicht-öffentlichen Sitzung hervorgeht.

Ausführlich sei zur Sprache gekommen, „wie sich die ursprünglich gedachte Breitensportförderung“ in diesem Fall „von ihrem eigentlichen Ziel entfernt“. Durch die Mitgliedschaft im BLSV und seinen Vereinsstatus „kommt der AC Bavaria in eine für ihn sehr günstige Förderung, die er an seine Mitglieder durch sehr lukrative Preisangebote weitergeben kann. Dadurch tritt der eigentlich kommerziell geführte Verein in starke Konkurrenz zu den sechs anderen privat geführten Fitness-Studios in Forchheim.“ Genau in jene Wunde legen derzeit auch die juristischen Vertreter der Fitnesskette Clever Fit ihren Finger.

Auf die Sache angesprochen, rechtfertigt der scheidende Forchheimer OB Franz Stumpf das Vorgehen der Stadt. „Gemäß unserer eigenen Sportförderrichtlinien waren wir verpflichtet, den Zuschuss zu gewähren.“ Lange hätten sie die Entscheidung damals auch in der Verwaltung abgewogen.

„Ich habe da schon Verständnis für die freien Anbieter und mich gefragt, ob so ein hoher Zuschuss nicht unfair wäre“, sagt Stumpf. Nicht erst seit das Stadtoberhaupt Rückenprobleme plagten, ist Stumpf selbst AC-Mitglied, kennt die Verantwortlichen der früheren Generation persönlich. „Der entscheidende Punkt für mich ist die Tradition des AC Bavaria. Sie haben als kleiner Verein angefangen und etwas aufgebaut. Wenn sich der Verein erst neu zusammengeschlossen hätte, um die Fördermittel zu erhalten, hätten wir den Zuschuss abgelehnt.“ Mit Blick auf das Siechtum eines anderen Traditionsklubs namens VfB, dessen Vorsitzender Stumpf jüngst im Amt bestätigt wurde, erklärt der voller Bewunderung: „Ich wünschte, wir hätten die Zeichen der Zeit erkannt und einen ähnlichen Weg eingeschlagen.“

 

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