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"Stunde der Gartenvögel": Es lebe der Spatz (in unseren Gärten)

LBV-Aktion: Bestand von Amseln, Grünfinken und Blaumeisen stabilisiert sich - 17.05.2021 16:00 Uhr

In den Gärten im Freistaat trifft man ihn wieder besonders oft: Der Haussperling wurde so oft beobachtet wie seit 2014 nicht mehr.

17.05.2021 © LBV/Derer


Bei der Stunde der Gartenvögel handelt es sich um ein bürgerwissenschaftliches Projekt, bei dem Vogelbeobachterinnen und -beobachter die Vögel in ihren Gärten zählen und an den LBV melden.

„Die Teilnahme der bayerischen Bürgerinnen und Bürger ist sehr wichtig für uns, weil wir sonst nicht eine so große Datenmenge gewinnen könnten“, erklärt Stefanie Bernhardt vom LBV. Durch die Stunde der Gartenvögel könne ein Überblick über die Vogelwelt in ganz Bayern erhalten werden. Zudem sind Trends bei den Beständen zu erkennen. Ein ähnliches Konzept verfolgt der LBV mit der Stunde der Wintervögel.

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Aktuell zeichnet sich ab, dass der Haussperling der häufigste Gartenvogel in Bayern ist. Er liegt damit vor der Amsel, die im Schnitt in neun von zehn bayerischen Gärten zu finden ist. Auf den weiteren Plätzen folgen der Star, der Feldsperling und die Kohlmeise. 

Der LBV stellt außerdem freudige Entwicklungen fest: „Unsere Sorgenkinder der letzten Jahre – Grünfink, Amsel und Blaumeise – sind im Bestand stabil oder haben sich sogar wieder erholt“, sagt Bernhardt.

Die Blaumeise war im letzten Jahr stark von einer tödlichen Lungenkrankheit betroffen, ein historischer Tiefstwert war die Folge: „Die Blaumeise scheint sich von der heftigen Infektionswelle im Vorjahr erholt zu haben, da sie mit zwei Individuen pro Garten wieder deutlich häufiger gesehen wird als noch 2020“, erläutert LBV-Biologin Angelika Nelson. Sie führt das auch auf die Größe der Gelege zurück: Zwar brüten Blaumeisen nur einmal, legen dabei jedoch bis zu 18 Eier. Auch beim Spatz zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Er wurde an so vielen Orten beobachtet wie seit 2014 nicht mehr.

Trotzdem gibt es auch negative Entwicklungen im Bereich der Artenvielfalt. „Waren es 2006 noch zwölf Arten, von denen mindestens ein Vogel pro Garten vorgekommen ist, sind es in den letzten Jahren nur mehr sieben bis heuer neun Arten“, sagt Stefanie Bernhardt. 

Die Stunde der Gartenvögel läuft noch bis zum 24. Mai. Beobachtungen können bis dahin per Post, Fax oder unter stunde-der-gartenvoegel.lbv.de gemeldet werden. Aus Stadt und Landkreis Forchheim haben bisher 167 Beobachterinnen und Beobachter aus 128 Gärten Vögel gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es 245 Teilnehmende und 176 Gärten. Aktuell gehen nach wie vor Meldungen ein. Bayernweit haben im letzten Jahr mehr als 25 000 Personen am Projekt teilgenommen.

Für Vogelfreunde, die selbst in die Beobachtung einsteigen möchten, hat der LBV verschiedene Tipps: So sollte vor allem auf strukturelle Vielfalt geachtet werden. Beeren als Nahrung und dichtes Gestrüpp zum Nestbau sind für die Vögel optimal. 

JULIAN HÖRNDLEIN

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