Nach der Flutkatastrophe

Technik- und Heu-Hilfe aus Forchheim für Hochwasseropfer in NRW

18.7.2021, 12:34 Uhr
Helfer des THW Kirchehrenbach sind noch am Freitag nach NRW ausgerückt und packen dort nach der Flutkatastrophe bei Hochwasser-Einsätzen mit an.

Helfer des THW Kirchehrenbach sind noch am Freitag nach NRW ausgerückt und packen dort nach der Flutkatastrophe bei Hochwasser-Einsätzen mit an. © THW Kirchehrenbach

Das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe in Westdeutschland wurde erst nach und nach sichtbar. An Tag drei nach den verheerenden Fluten im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Toten weiter, auf mehr als 140. Die Polizei bezifferte allein die Zahl der Todesopfer im Großraum Ahrweiler bis Samstagmorgen auf fast 100. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über 650 Verletzte vor.

In der Nacht zu Sonntag haben sich Landwirte aus dem Landkreis Forchheim zusammengeschlossen und Futter für Tiere in Not gesammelt.

In der Nacht zu Sonntag haben sich Landwirte aus dem Landkreis Forchheim zusammengeschlossen und Futter für Tiere in Not gesammelt. © Markus Wolf

Und am Samstag hat sich die Lage andernorts noch dramatisch verschlimmert: Seit Samstagabend ist die Feuerwehr nach sintflutartigem Stark-Regen in Oberbayern im Dauereinsatz. Auch in der Sächsischen Schweiz und in Österreich sind die Pegel gefährlich gestiegen.

THW-Helfer mit Dieseltankanlagen auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen gemacht

Am Freitag teilte das THW Kirchehrenbach auf Facebook mit: "Zwar hat sich die Hochwasserlage bei uns entspannt, dennoch haben wir bereits den nächsten Einsatzauftrag erhalten. Zwei Helfer haben sich gerade mit unseren Dieseltankanlagen des Fachzugs Logistik auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen gemacht."

Der erste Einsatz forderte die Helfer im Erftkreis. "Danach wurden unsere Helfer zusammen mit drei weiteren Fachruppen Wasserschaden/Pumpen (FGr WP) nach Geilenkirchen verlegt. Dort laufen nun die Pumpen der WP-Einheiten. Unsere Helfer kümmern sich mit den Tankanlagen um die Nachbetankung der Pumpen, damit diese weiterlaufen können. Im Ortsverband halten wir uns derweil bereit und haben auch die Entwicklungen im Alpenraum und in der Sächsischen Schweiz im Blick", gibt das THW als Zwischenbericht auf Facebook bekannt.

"Es geht um Leben und Tod"

Zu einer spontanen Aktion haben sich auch Landwirte aus dem Landkreis Forchheim zusammengeschlossen. Mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag sind fünf Lastwagen, gefüllt mit Heuballen, nach NRW gefahren. Fahrer und Lastwagen haben die Speditionen Meixner aus Dietzhof und Pohl aus Forchheim für diese Aktion zur Verfügung gestellt. "Es gibt in den betroffenen Gebieten weder Äcker, noch Wiesen, noch Futtervorräte. Alles ist vom Wasser zerstört oder weggespült worden, selbst tonnenschwere Maschinen, die kilometerweit weiter stecken geblieben sind", schildert Landwirt Markus Wolf aus Egloffstein den NN seine Eindrücke vom Hilfseinsatz. Auch er ist mit nach NRW gefahren.

"Zunächst geht es darum, dass wir Mensch und Tier beim Überleben helfen." Unbürokratische und vor allem schnelle Hilfe sei dafür notwendig. Das Futter werde zentral bei einem Landwirt angeliefert, dessen Halle nach den Fluten noch steht und werde von dort an betroffene Landwirte weiterverteilt, so Wolf. Am Sonntagmittag kamen die ersten Helfer von ihrem Einsatz wieder zurück.

Nicht die letzte Reise

"Es war nicht die letzte Reise", sagt Wolf. Er sei bereits dabei, weitere Fahrten zu planen. Denn wenn das Wasser einmal gewichen ist, könne man längst noch nicht von einem Normalzustand sprechen. Die Böden seien auf Wochen in Mitleidenschaft gezogen, Tiere quasi obdachlos. Zum Glück war das Erntejahr ein gutes für die Landwirte in der Fränkischen Schweiz, sagt Wolf am Telefon. Im Hochwassergebiet wartet man sehnlichst auf weitere Hilfe.

Keine Kommentare