"Manche haben uns für verrückt gehalten"

Über 100 Jahre alt: Junges Paar rettet historisches Bauernhaus

Patrick Schroll, stellvertretender Redaktionsleiter Nordbayerische Nachrichten Forchheim.
Patrick Schroll

Stellvertretender Ressortleiter

E-Mail zur Autorenseite

21.11.2022, 13:40 Uhr
Das sind Jan (33) und Sandra Krämer (31). Das Paar steht in seinem künftigen neuen Zuhause. Einem historischen Bauernhaus in Rüssenbach, Landkreis Forchheim, Fränkische Schweiz. 
1 / 26

Das sind Jan (33) und Sandra Krämer (31). Das Paar steht in seinem künftigen neuen Zuhause. Einem historischen Bauernhaus in Rüssenbach, Landkreis Forchheim, Fränkische Schweiz.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Wer das über 100 Jahre alte Haus betritt, kommt an der alten Holztreppe nicht vorbei. Im Eingangsbereich liegen Solnhofer Natur-Steinplatten. Einige hat Jan schon mit der Flex vom Beton getrennt. Er will den Platten ein neues Leben im frisch sanierten Haus geben.  
2 / 26

Wer das über 100 Jahre alte Haus betritt, kommt an der alten Holztreppe nicht vorbei. Im Eingangsbereich liegen Solnhofer Natur-Steinplatten. Einige hat Jan schon mit der Flex vom Beton getrennt. Er will den Platten ein neues Leben im frisch sanierten Haus geben.   © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

So hat das Haus das junge Paar vor knapp einem Jahr begrüßt. Seitdem sind Sandra und Jan mit Rückbau- und Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. 
3 / 26

So hat das Haus das junge Paar vor knapp einem Jahr begrüßt. Seitdem sind Sandra und Jan mit Rückbau- und Sicherungsmaßnahmen beschäftigt.  © Jan Krämer, NN

Dass das Ehepaar das Haus saniert, hat in der Stadt Ebermannstadt, zu der das Dorf Rüssenbach gehört, für große Begeisterung gesorgt. 
4 / 26

Dass das Ehepaar das Haus saniert, hat in der Stadt Ebermannstadt, zu der das Dorf Rüssenbach gehört, für große Begeisterung gesorgt.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Denn mehrere Jahre stand das Anwesen leer. Vor allem die Scheune, die von der Straße aus zu sehen ist, ist mit der Zeit eingefallen. Das zeigt auch das Bild von den Krämers. 
5 / 26

Denn mehrere Jahre stand das Anwesen leer. Vor allem die Scheune, die von der Straße aus zu sehen ist, ist mit der Zeit eingefallen. Das zeigt auch das Bild von den Krämers.  © Jan Krämer, NN

Mittlerweile ist das Dach der akut einsturzgefährdeten Scheune abgetragen. Es steht noch ein Gerippe, unter anderem eine große Fachwerkwand mit Lehm-Gefachen. 
6 / 26

Mittlerweile ist das Dach der akut einsturzgefährdeten Scheune abgetragen. Es steht noch ein Gerippe, unter anderem eine große Fachwerkwand mit Lehm-Gefachen.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

"Wir hatten die Idee, die Scheune zu retten", sagt Sandra Krämer. 
7 / 26

"Wir hatten die Idee, die Scheune zu retten", sagt Sandra Krämer.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Auf die Details kommt es dem Paar an. Im Moment ist da ein provisorisches Dach über das Gerippe aus Lehmwänden und Holzbalken eingezogen. Damit gewinnen beide Zeit, um sich Gedanken zu machen, was vom Überbleibsel der Scheune tatsächlich noch bleiben kann. Bei einem ist sich Jan Krämer sicher: Das soll bleiben, weil es einzigartig ist...
8 / 26

Auf die Details kommt es dem Paar an. Im Moment ist da ein provisorisches Dach über das Gerippe aus Lehmwänden und Holzbalken eingezogen. Damit gewinnen beide Zeit, um sich Gedanken zu machen, was vom Überbleibsel der Scheune tatsächlich noch bleiben kann. Bei einem ist sich Jan Krämer sicher: Das soll bleiben, weil es einzigartig ist... © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

... es ist der Gewölbekeller, der sich unterhalb der Scheune befindet. Hier lagert schon das Bier für fleißige Baustellenhelfer. Künftig könnte dort aber auch gekühlter Weißwein beim Gartenfest geholt werden. 
9 / 26

... es ist der Gewölbekeller, der sich unterhalb der Scheune befindet. Hier lagert schon das Bier für fleißige Baustellenhelfer. Künftig könnte dort aber auch gekühlter Weißwein beim Gartenfest geholt werden.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Die Plane schützt die Überreste der Scheune. 
10 / 26

Die Plane schützt die Überreste der Scheune.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Und der Blick auf das Wohnhaus, aus der exakt entgegengesetzten Perspektive.
11 / 26

Und der Blick auf das Wohnhaus, aus der exakt entgegengesetzten Perspektive. © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Und unmittelbar vor den Sicherungsmaßnahmen. 
12 / 26

Und unmittelbar vor den Sicherungsmaßnahmen.  © Jan Krämer, NN

Und dieses Bild versinnbildlicht, wie viel das Paar seit dem Kauf vor knapp einem Jahr schon geschafft hat. Neben der einsturzgefährdeten Scheune (links) ist auch der verwilderte Garten gebändigt. Der Zwischenbau der hier rechts zu sehen ist, existiert nicht mehr. 
13 / 26

Und dieses Bild versinnbildlicht, wie viel das Paar seit dem Kauf vor knapp einem Jahr schon geschafft hat. Neben der einsturzgefährdeten Scheune (links) ist auch der verwilderte Garten gebändigt. Der Zwischenbau der hier rechts zu sehen ist, existiert nicht mehr.  © Jan Krämer, NN

Gehen wir zurück ins Haus. 240 Quadratmeter - und dabei ist der große Dachboden, in den wir auch noch blicken werden, noch gar nicht einberechnet - hat das Paar vor sich. Im ehemaligen Kuhstall soll ein großer Wohn-Essbereich entstehen. Dafür verschwindet die komplette Wand gen Garten, sie wird von einer großen Glaswand ersetzt. 
14 / 26

Gehen wir zurück ins Haus. 240 Quadratmeter - und dabei ist der große Dachboden, in den wir auch noch blicken werden, noch gar nicht einberechnet - hat das Paar vor sich. Im ehemaligen Kuhstall soll ein großer Wohn-Essbereich entstehen. Dafür verschwindet die komplette Wand gen Garten, sie wird von einer großen Glaswand ersetzt.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Die Tür, die in den künftigen Wohnbereich führt. 
15 / 26

Die Tür, die in den künftigen Wohnbereich führt.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Im Mittelpunkt der Kernsanierung steht, das Haus auf Feuchtschäden zu überprüfen. Der alte Putz ist in allen Zimmern bereits von den Wänden gewichen, das Haus kann durchatmen. 
16 / 26

Im Mittelpunkt der Kernsanierung steht, das Haus auf Feuchtschäden zu überprüfen. Der alte Putz ist in allen Zimmern bereits von den Wänden gewichen, das Haus kann durchatmen.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Bei den Aufräumarbeiten finden sich immer wieder Überbleibsel, wie diese Gewichte. 
17 / 26

Bei den Aufräumarbeiten finden sich immer wieder Überbleibsel, wie diese Gewichte.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Oder Verzierungen im Innenbereich.
18 / 26

Oder Verzierungen im Innenbereich. © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Noch liegen Putzreste und Stroh, das einst den Putz festgehalten hat, auf den Böden im oberen Stockwerk. 
19 / 26

Noch liegen Putzreste und Stroh, das einst den Putz festgehalten hat, auf den Böden im oberen Stockwerk.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Für Überraschung hat dieser Raum gesorgt. Als das Paar den Holzboden entfernt hat, hat sich gezeigt, was unter dem Boden ist: blanker Sand. 
20 / 26

Für Überraschung hat dieser Raum gesorgt. Als das Paar den Holzboden entfernt hat, hat sich gezeigt, was unter dem Boden ist: blanker Sand.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Die alten Türen und Türrahmen haben einen Charme. Was noch in einem guten Zustand ist, will das Paar in den zweiten Frühling des Hauses mitnehmen.
21 / 26

Die alten Türen und Türrahmen haben einen Charme. Was noch in einem guten Zustand ist, will das Paar in den zweiten Frühling des Hauses mitnehmen. © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Das gilt vor allem auch für die Möbel, die das Paar beim Ausräumen entdeckt hat. Und auch der alte Holzboden im Obergeschoss könnte nach einem Make-Over wieder in altem Glanz erstrahlen. 
22 / 26

Das gilt vor allem auch für die Möbel, die das Paar beim Ausräumen entdeckt hat. Und auch der alte Holzboden im Obergeschoss könnte nach einem Make-Over wieder in altem Glanz erstrahlen.  © Jan Krämer, NN

Neue Fenster sollen die Wärme im Haus behalten und damit die Optik von außen bleibt, wie sie ist, wird von innen gedämmt. 
23 / 26

Neue Fenster sollen die Wärme im Haus behalten und damit die Optik von außen bleibt, wie sie ist, wird von innen gedämmt.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Was mit dem Dachboden passiert, ist noch offen. 
24 / 26

Was mit dem Dachboden passiert, ist noch offen.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

"Manchen haben uns für verrückt erklärt", sagt Sandra. Das Paar weiß, dass arbeitsreiche Zeiten warten, haben aber ihr Ziel klar vor Augen. 
25 / 26

"Manchen haben uns für verrückt erklärt", sagt Sandra. Das Paar weiß, dass arbeitsreiche Zeiten warten, haben aber ihr Ziel klar vor Augen.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Am Ende will das Paar nicht nur Wohnraum für sich schaffen, sondern auch eine Einlieger- oder Ferienwohnung integrieren. Doch weit bedeutender für die Stadt ist, dass damit ein altes Anwesen mitten im Ortskern in die Zukunft gerettet wird. 
26 / 26

Am Ende will das Paar nicht nur Wohnraum für sich schaffen, sondern auch eine Einlieger- oder Ferienwohnung integrieren. Doch weit bedeutender für die Stadt ist, dass damit ein altes Anwesen mitten im Ortskern in die Zukunft gerettet wird.  © Athina Tsimplostefanaki, NNZ

Verwandte Themen