Einige hoffen auf Entlastung vom Durchgangsverkehr

Verkehr um Forchheim: Ostspange - teils vierspurig, teils unerwünscht

Patrick Schroll
Patrick Schroll

stv. Redaktionsleiter Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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1.1.2022, 09:52 Uhr
„Die neue Bundesstraße 470, die einer der wichtigsten Verkehrsadern im südlichen Oberfranken werden soll, nimmt im Raum Ebermannstadt bereits Gestalt an. Von der Ortseinfahrt beim Ortsteil Breitenbach bis auf die Höhe von Gasseldorf zieht sich das verbreiterte Band der Umgehungsstraße. Mit modernen Maschinen und Baggern sind Arbeiter dabei, den Schotter aufzulegen und die Teerung vorzubereiten“, heißt es unter dem Bild in der NN vom Oktober 1961.

„Die neue Bundesstraße 470, die einer der wichtigsten Verkehrsadern im südlichen Oberfranken werden soll, nimmt im Raum Ebermannstadt bereits Gestalt an. Von der Ortseinfahrt beim Ortsteil Breitenbach bis auf die Höhe von Gasseldorf zieht sich das verbreiterte Band der Umgehungsstraße. Mit modernen Maschinen und Baggern sind Arbeiter dabei, den Schotter aufzulegen und die Teerung vorzubereiten“, heißt es unter dem Bild in der NN vom Oktober 1961. © Repro: Patrick Schroll/NN-Archiv

Am 16. Oktober 1961 erschien die erste Ausgabe: Wir feiern 60 Jahre NN Forchheim und blicken in loser Folge im Rahmen unserer Serie „Vor 60 Jahren und heute“ auf die Schlaglichter der lokalen Geschichte zurück. Den Anfang macht der Bau der B 470.

„Die neue Bundesstraße 470, die einer der wichtigsten Verkehrsadern im südlichen Oberfranken werden soll, nimmt im Raum Ebermannstadt bereits Gestalt an. Von der Ortseinfahrt beim Ortsteil Breitenbach bis auf die Höhe von Gasseldorf zieht sich das verbreiterte Band der Umgehungsstraße. Mit modernen Maschinen und Baggern sind Arbeiter dabei, den Schotter aufzulegen und die Teerung vorzubereiten“, heißt es unter dem Bild in der NN vom Oktober 1961.

Die Verkehrsbelastung ist heute immer wieder Thema. Die Plakate hängen seit Jahren: Die meisten gegen, wenige für die geplante Ostspange. Sie soll die Südumgehung Forchheims abschließen, aber auch einige Gosberger hoffen mit dem Bau auf eine Entlastung vom Durchgangsverkehr.

Die Straße, mit 6,9 Kilometern und 38,4 Millionen Euro veranschlagt, soll teils vierspurig, im weiteren Verlauf zweispurig, nach derzeitigem Stand an Gosberg vorbei und vor Wiesenthau einmal diagonal durch das Wiesenttal und nach dem Ortsende Reuth wieder auf die Bestandsstraße führen. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Bau eingeplant. Wird er umgesetzt?

"Ich werde mich weiter dafür einsetzen"

Seit Beginn der Planungen hat sich nicht nur die für das Projekt zuständige Bundesregierung geändert. Auch ist eine Petition für eine besser getaktete Wiesenttalbahn gestartet.

"Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass die Monster-Ostspange nicht Realität wird", sagt die Forchheimer Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum. Mit der Bahn-Petition "und anderen Maßnahmen schaffen wir gute, klimafreundliche Alternativen und machen neue Straßen überflüssig".

"Für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik"

Der Koalitionsvertrag sehe vor, dass auf Basis neuer Kriterien ein neuer Verkehrswegeplan auf den Weg gebracht werden soll. "Deswegen freue ich mich sehr über Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen aus den Ampelparteien in Berlin und aus der Region für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik, die Menschen mobil macht, ohne unsere Heimat zu zerstören."

Auf ihrer Seite hat sie Andreas Schwarz (SPD). "Wie meine Partei sehe auch ich das Projekt sehr kritisch, da es mit hohen Kosten und erheblichen Eingriffen in die Natur verbunden ist. Der Beschluss des Forchheimer Kreistages für den Bau der Ostspange stammt zudem aus dem Jahr 2014. Ich bin mir sicher: Eine Neubewertung der Maßnahme käme heute zu einem anderen Ergebnis." Bei einem Treffen der oberfränkischen Abgeordneten der Ampelkoalition will er die Straße zum Thema machen, teilt er mit.

Das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium teilt mit, dass "aufgrund des noch sehr frühen Planungsstandes" derzeit keine Aussage über den Zeitpunkt des Baus gemacht werden kann.

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