Sonntag, 19.01.2020

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30 junge Bäume für den Steiner Höllgarten

Faber-Castell-Erben retten zusammen mit Landschaftspflegeverband die Streuobstwiese - 04.12.2019 21:00 Uhr

Bei strömendem Regen setzten Auszubildende die neuen Apfel- und Birnbäume, die schon im kommenden Frühjahr auf der alten Streuobstwiese blühen sollen. © Armin Leberzammer


"Die meisten der alten Bäume werden mich wohl nicht mehr überleben", glaubt Andreas Leßmann von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt mit Blick auf die alten und teilweise kranken Obstbäume. Umso mehr freut er sich nun, dass dem Höllgarten als Lebensraum wieder frisches Leben eingehaucht wird: "Hier leben nicht nur Tiere und Pflanzen von der Roten Liste, sondern auch Allerweltsarten wie etwa die Amsel können sich hier noch entwickeln."

Möglich wurden die Neuanpflanzungen dank der Zusammenarbeit von Faber-Castell-Erbengemeinschaft und dem Landschaftspflegeverband. "Wir wollen den Bestand hier systematisch erhalten und aufwerten", kündigt David Varga, Betriebsleiter Forst, Sand und Landwirtschaft bei Faber-Castell, anlässlich der Pflanzaktion an. Diese sei "längst überfällig" und solle keine einmalige Angelegenheit bleiben, sondern man wolle auch künftig mit regelmäßigen Baumschnitten und einer artenreicheren Wiese den Höllgarten mitsamt seinen mächtigen Eichen und Hecken am Rand ökologisch aufwerten.

Angehende Landwirte

Gefördert mit bis zu 75 Prozent von Freistaat und Bezirk, tragen die Eigentümer die restlichen Kosten, während der Landschaftspflegeverband zusammen mit angehenden Landwirten die praktische Pflanzarbeit übernahm – bei strömendem Regen nicht eben ein Vergnügen.

Profitieren würden davon viele, findet Dieter Speer von Landschaftspflegeverband: Die künftigen Landwirte sehen, was Naturschutz in der Praxis bedeute, den Steinern bleibe ein Naherholungsgebiet erhalten.

Zusammen mit der extensiven Bewirtschaftung durch Schafherden schaffe der Höllgarten hervorragende Lebensbedingungen. "Besser als hier geht’s ja fast nicht", so Speer. Wie die neuen Bäume mit der Herausforderung des Klimawandels zurechtkommen werden, könne heute allerdings niemand vorhersagen. Neben alten Apfel- und Birnensorten wurden deshalb auch Esskastanien gepflanzt, von der sich die Experten mehr Widerstandsfähigkeit versprechen.

Steins Bürgermeister Kurt Krömer wertete die Pflanzaktion als Zeichen, "dass die Kooperation zwischen Stadt und Faber-Castell funktioniert". Insbesondere begrüßte der Rathauschef, dass ein Streifen des Höllgartens auch weiterhin dem Kinderhaus der Stadt als Fläche zum Spielen in der Natur zur Verfügung stehen wird.

Armin Leberzammer

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