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Ab Freitag: Mit diesem Konzept öffnet das Palm Beach

Das Hygienekonzept steht - Auch im Fürthermare laufen die Vorbereitungen - 09.07.2020 06:20 Uhr

Letzte Vorbereitungen: Nach der wochenlangen Schließung empfängt das Palm Beach ab Freitag wieder Gäste.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Sie hätten schon am 22. Juni loslegen dürfen. Doch die Betreiber vieler Hallen- und Thermalbäder hielten sich zunächst zurück, als die Lockerung verkündet wurde. Auch im Fürthermare und im Steiner Palm Beach blieben die Türen geschlossen. Zu unklar, hieß es hier wie dort, seien noch bis Ende Juni die Auflagen der bayerischen Staatsregierung gewesen. Auf deren Basis mussten die Bäder Hygienekonzepte erstellen, die eine Inbetriebnahme ermöglichen.


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In Stein ist man damit gut vorangekommen: An diesem Freitag öffnet das Palm Beach um 9 Uhr seine Pforten – mit Regelungen, die die Gesundheit von Gästen und Personal schützen sollen. Ein Ampelsystem auf der Homepage beispielsweise wird stets die Auslastung anzeigen. "Bei Gelb nähern wir uns langsam der maximal zulässigen Besucherzahl und bei Rot müssen wir den Einlass stoppen, bis uns wieder Gäste verlassen", erklärt Stefanie Klötzl, Prokuristin des Erlebnisbads. Gemessen wird die Auslastung an den Schränken für die Besucher: Knapp zwei Drittel dürfen belegt sein. Eine genaue Besuchergrenze nannte das Palm Beach nicht.

Auf eine Zutrittsregelung per Online-Buchungssystem verzichtet man ganz bewusst. "Wir möchten die Menschen ohne Internet nicht ausgrenzen", sagt Klötzl. Im Inneren gelten dann etliche Verhaltensregeln. Mund-Nase-Masken müssen beim Betreten bis zu den Umkleiden getragen werden. Im Badbereich können sie abgenommen werden. Die Rutschen sind wie gewohnt geöffnet. Auch die Saunen stehen zur Verfügung – allerdings gelten dort ebenso wie in den Schwimmbecken Einlassbeschränkungen. Mindestens zehn Quadratmeter Platz sind pro Person reserviert; damit dies und auch der generelle Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden, wurde zusätzliches Personal eingestellt.

Geschlossen bleiben müssen jedoch Dampfbäder und Infrarotkabinen. Und: Da das "Verwedeln" der Düfte bei den Aufgüssen nicht erlaubt ist, hat man sich eine Alternative mit schmelzenden Eiskugeln ausgedacht. Klötzl: "Wir wollen außerdem vermehrt Klangschalen einsetzen, um unseren Besuchern trotz der Beschränkungen ein besonderes Saunaerlebnis zu ermöglichen."

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Gäste müssen beim Eintritt einen Erfassungsbogen mit ihren Daten abgeben, damit mögliche Infektionsketten zurückverfolgt werden können. Das Formular kann auf der Internetseite des Palm Beach auch heruntergeladen und ausgefüllt mitgebracht werden. Des Weiteren sind Kindergeburtstage mit bis zu zehn Teilnehmern möglich. Es gibt ein Massageangebot und Aquagymnastik.

Ähnliches Hygienekonzept

Nach längerem Zögern hat sich inzwischen auch das Fürthermare auf einen Wiedereröffnungstermin festgelegt: Am Samstag, 25. Juli, wird das Erlebnis- und Thermalbad am Scherbsgraben aufgesperrt. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Beispielsweise müssen Laufwege beschildert werden, damit sich die Gäste nicht zu sehr in die Quere kommen. Die Duschen dürfen benutzt werden, allerdings werden hier gerade noch Trennwände als Spritzschutz eingezogen. Auch ansonsten soll vieles dem Konzept im Palm Beach gleichen. Auf eine Online-Ticket-Reservierung, wie sie fürs Fürther Freibad eingeführt wurde, verzichtet man.


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Während sich sonst regelmäßig 2000 bis 3000 Leute im Fürthermare befinden, dürfen sich drinnen nun erst einmal nur zirka 500 Personen gleichzeitig aufhalten. Die Saunen werden aufgrund der Auflagen nur zu etwa 10 bis 20 Prozent belegt sein. Eine Vorstellung, die Fürthermare-Geschäftsführer Horst Kiesel Sorgen bereitet: "Ich fürchte, dass es kein kostendeckender Betrieb werden wird." Dennoch müsse man jetzt mal beginnen, um vielleicht im Herbst wieder einen normalen Betrieb zu haben.

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Keinen Hehl macht er daraus, dass er weitere Lockerungen herbeisehnt und die unterschiedliche Behandlung einzelner Branchen ungerecht findet. Das Beispiel Gütersloh, wo der Lockdown aufgehoben wurde, habe gezeigt, dass Gerichte anders entscheiden als Landesregierungen. Auch die hiesigen Hotel- und Gaststättenverbände seien dabei, Klagen vorzubereiten, um die Situation für ihre Mitglieder zu verbessern.

Florian Burghardt

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