Freitag, 21.02.2020

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Abstimmung: Marktbuden in Fürth sollen stehen bleiben

Nutzer befürworten, die Stände während der Kärwa stehen zu lassen - 04.02.2020 05:58 Uhr

Können wenigstens Marktbuden, die Essen anbieten, während der Kärwa stehenbleiben? Auch diese Variante ist im Gespräch. © Wolfgang Händel


913 Mal haben Menschen innerhalb von knapp vier Wochen bei der – nicht repräsentativen – Umfrage unserer Zeitung unter www.nordbayern.de/fuerth ihre Stimme abgegeben. Auf die Frage "Soll der Wochenmarkt künftig in die Kirchweih integriert werden?" neigten 59 Prozent zur Antwortoption "Ja, der Abbau ist unnötig und zu aufwendig"; 35 Prozent entschieden sich dagegen für den Standpunkt "Nein, dadurch würde die Kirchweih zu sehr beeinträchtigt". Und sechs Prozent positionierten sich im neutralen Bereich.

In Anbetracht der herausragenden Stellung der Michaelis-Kirchweih in Fürth und ihrer großen Beliebtheit bei weiten Teilen der Bevölkerung kann das Ergebnis durchaus überraschen: Offenbar halten viele den Wochenmarkt auf der ehemaligen Bustrasse zwischen Freiheit und Adenaueranlage tatsächlich für vereinbar mit der Kärwa – Fürths "heiliger Kuh".


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Oder aber zumindest teilweise für vereinbar, wie es auch Oberbürgermeister Thomas Jung gegenüber den FN angeregt hatte – indem man nur jene Marktstände an Ort und Stelle belässt, die Essen anbieten. Die Stadtspitze will nun Alternativen zum Procedere prüfen, bei dem sämtliche Buden wegen der Kärwa mit viel Aufwand von ihrem Standort entfernt und nur einige Wochen später wieder zurück transportiert werden.

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Klar gegen jede Einbettung des Wochenmarkts in den Rummel spricht sich unterdessen die Fürther Schausteller-Lobby aus. Sie verweist darauf, dass der vorübergehende Umzug des Markts während der Planung des Projekts immer als unabdingbar galt und die Firma Cadolto deshalb eigens für Fürth transportable Marktbuden-Container entwarf.

"Ein Dilemma"

Was offenbar keiner vorhergesehen hatte: Sehr schnell schlossen die Fürther den neuen Markt nach seinem Start ins Herz, bei vielen wuchs das Unverständnis darüber, dass man ihn nun alle Jahre wieder für einige Zeit missen sollte. Die Kommunalpolitik fing die Signale auf – zumal man mit dem Verzicht auf den Transport Geld beim ohnehin kostenintensiven Millionenprojekt Wochenmarkt sparen könnte.

In den Kommentarspalten von nordbayern.de und auf der Facebook-Seite der FN taucht jedoch immer wieder die Frage auf: Hätte man sich das nicht von Anfang an besser überlegen und auf teure Spezialanfertigungen verzichten sollen? Von einem "Dilemma mit Ansage" ist da die Rede, andere werfen der Stadt "Wortbruch" mit Blick auf die Unantastbarkeit der Kärwa vor. Wieder andere finden, der Wochenmarkt habe "einen Standort verdient, an dem er ständig bleiben kann".

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Raum zum Ausweichen für die Kirchweih sehen sie zum Beispiel in der nahen Friedrichstraße. Und manche fürchten sogar, dass ein anderer Gedanke wieder auftauchen könnte: Der, die Buden in die angrenzende Adenaueranlage zu verpflanzen.

Ein weiterer, ganz pragmatischer Vorschlag eines Facebook-Nutzers: "Lasst die Budenbesitzer nach einigen Saisons selber entscheiden."

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