Freitag, 16.04.2021

|

Als Quelle fest zum Alltag gehörte

Ausstellung im Fürther Stadtmuseum noch bis 14. Februar - Vortrag am Donnerstag - 03.02.2016 21:00 Uhr

Die Kataloge waren der Renner: Am 14. Februar endet die Sonderausstellung im Stadtmuseum.

01.02.2016 © Foto: Hans Winckler


Dann spricht das ehemalige Vorstandsmitglied Wilhelm Ammon im Stadtmuseum über die frühere Eigenmarke Privileg, die für Quelle zur Erfolgsmarke wurde, und damit verbunden über Aufstieg und Fall des Fürther Traditionsunternehmens. Der Vortrag begleitet die Retrospektive "Die Quelle - Fürther Versandhandel aus fünf Jahrzehnten", die vertraute und lieb gewonnene Objekte präsentiert. Das Stadtmuseum hatte dafür auch die Bürger aufgerufen, Quelle-Produkte zur Verfügung zu stellen.

Bilderstrecke zum Thema

Geliebte Kataloge: Eine Reise durch die Quelle-Geschichte

Im Herbst 2009 musste Quelle Insolvenz anmelden. Wir blicken zurück auf über 80 Jahre Unternehmensgeschichte.


Einblicke in die Geschichte des Firmenablegers Foto-Quelle, der sich zum größten Fotohaus der Welt entwickeln sollte, gab unterdessen jüngst Susanne Bohn, die an der Uni Erlangen eine Professur für Neuere Bayerische und Fränkische Landesgeschichte und Volkskunde innehat. Sie ging der Frage nach, wie sich die Nachfrage nach Foto-Artikeln und das Marketing im Laufe der Jahrzehnte entwickelten – vom Kriegsende bis zum finanziellen Zusammenbruch des Unternehmens.

Bilderstrecke zum Thema

Ausstellung: Die Geschichte der "Quelle" im Stadtmuseum

"Meine Quelle" war in Fürth und der gesamten Region nicht nur ein Werbeslogan, sondern die Marken des Versandhauses gehörten in vielen hiesigen Haushalten zum täglichen Leben. Mit einer Sonderausstellung ruft das Fürther Stadtmuseum bis 14. Februar erstmals seit der Insolvenz im Jahr 2009 die Geschichte des einstigen Fürther Vorzeigeunternehmens in Erinnerung.


Deutlich wurde: Der Aufstieg von Foto-Quelle verdankte sich auch dem wirtschaftlichen Aufschwung der 50er Jahre, der es breiteren Schichten möglich machte, Luxusgüter zu kaufen – und der zugleich die Ansprüche der Kunden wachsen ließ. Mit günstigen Angeboten, Broschüren und der Möglichkeit der Ratenzahlung gelang es Quelle, den Umsatz von Foto-Artikeln in einem einzigen Jahr von 400 000 auf 2,5 Millionen DM zu steigern.

Bohn zeigte auf, wie das Unternehmen seine Strategien anpasste, um dem Nachfragerückgang und der Stagnation zu trotzen. Historisches Bildmaterial, etwa aus dem Katalog „Foto Film Optik“ von 1961, ergänzte den Vortrag immer wieder – doch es hätte ruhig noch etwas mehr sein dürfen.

Bilderstrecke zum Thema

Ausstellung zur Fürther Wirtschaftsgeschichte im Stadtmuseum

Aus traditionellen Zweigen wie der Spielzeugproduktion entwickelten sich in Fürth bis heute bestehende Firmen. Andere, die ebenfalls jahrzehntelang von großer Bedeutung waren, wurden aufgelöst - wie etwa Quelle. Das Fürther Stadtmuseum zeigt in einer Dauerausstellung sowohl die wichtigsten Traditionsbetriebe als auch neuere, innovative Firmen.


„Privileg — die Erfolgsmarke. Aufstieg und Fall der Quelle“, Referent: Wilhelm Ammon, Donnerstag, 4. Februar, 19 Uhr, Dauer: ca. 60 Minuten. Eintritt: 5 Euro/4 Euro ermäßigt

Sigrun Arenz

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth