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Alte Feuerwache: Stadt Fürth holt Bündnis mit ins Boot

Die Initiative Fürth-Ort wünscht sich ein "Zukunfts- und Kreativ-Zentrum" - 24.06.2019 06:00 Uhr

Seit 1908 ist Fürths Feuerwache am Helmplatz zu finden. Bis mindestens Ende 2020 wird die Berufsfeuerwehr hier noch zuhause sein. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die Anfrage der FN, ob sich in Sachen Feuerwache etwas getan hat, will Christine Lippert schon nicht mehr alleine beantworten. Drei Vertreter der Initiative Fürth-Ort – Florian Friedrich, Alexandra Pashalidis und Simon Rebitzer – holt die Baureferentin zum Gespräch dazu.

Einen "gemeinsamen, transparenten Prozess" hatte Lippert Anfang des Jahres all denjenigen versprochen, die gerne in das Jugendstilgebäude einziehen würden, wenn die Berufsfeuerwehr voraussichtlich im Jahr 2020 in ihr neues, zeitgemäßes Quartier an der Kapellenstraße wechselt.

Unter dem Namen "Fürth-Ort" haben sich bereits viele der Interessenten zusammengeschlossen: mehr als 20 Vereine und Initiativen, die sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung engagieren oder zur kreativen Szene gehören – vom Umweltverein Bluepingu über die Fahrradwerkstatt und die Lebensmittelretter bis zum Kulturring C. Ihr Wunsch: Aus der alten Wache soll ein Zentrum für Kreativität, Nachhaltigkeit und Zusammenhalt werden.

"Zukunfts- und Kreativ-Zentrum" ist momentan der Arbeitstitel für das Projekt, das die Stadt und das Bündnis gemeinsam vorantreiben wollen. Auch nutzen wollen sie es am Ende voraussichtlich zusammen.

Denn: Die Kommune hat selbst ebenfalls Raumbedarf angemeldet. Lippert zufolge hat das Schulreferat inzwischen nur das Eichamt im Blick, das Kulturreferat aber möchte in der Wache etwas Kulturelles unterbringen; die kunst galerie etwa bräuchte mehr Platz. Lippert will zudem etwas Raum für die städtische Verwaltung reservieren – idealerweise für einen Bereich, der gut zu den Themen Nachhaltigkeit und Umwelt passt.

Ein externer Experte soll helfen

Lippert hat Fürth-Ort zu einem Partner bei der weiteren Planung gemacht. In einem ersten Schritt habe man sich im Mai an einen Tisch gesetzt und sich über die jeweiligen Vorstellungen ausgetauscht. Als nächstes wolle man eine gemeinsame "Strategiegruppe" gründen, die den Weg festlegt, an dessen Ende die Entscheidung steht, was am Helmplatz tatsächlich realisiert wird. Das weitere Vorgehen will die Baureferentin demnächst auch im Stadtrat vorstellen.

Fest steht, dass man sich externe Unterstützung holen möchte. "Von jemandem, der Erfahrung mit der Beteiligung von Initiativen hat und am besten auch mit so einer Bausubstanz", wie Florian Friedrich sagt. In mehreren Städten seien Kulturhäuser und Zentren für bürgerschaftliches Engagement ja schon verwirklicht worden.

"Das kann ein Leuchtturm werden"

Für Fürth indes ist es eine recht neue Erfahrung, Gruppen in diesem Umfang an einem Vorhaben zu beteiligen. In kleinerer Form geschah das zuletzt, als man Bürger in Workshops um ihre Meinung und Ideen zur Neugestaltung der Willy-Brandt-Anlage bat. Solche Beteiligungsprozesse werden immer wichtiger, zeigt sich Lippert überzeugt. Noch dazu in einer "offenen" Stadt wie Fürth, in der es zum Glück viele engagierte Gruppen gebe.

Die Feuerwache könne zu einem "Leuchtturm" werden, meinen die Fürth-Ort-Vertreter, durch den bei den Bürgern das Vertrauen wachsen würde, dass es sich lohnt, sich einzubringen. Viele Vereine und Initiativen, die bisher "in versteckten Räumen" agieren, könnten hier voneinander profitieren.

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Im Laufe des Prozesses soll es noch einmal die Möglichkeit geben, weitere Ideen beizusteuern. Klar sei aber auch, so Lippert, dass "es Kompromisse geben wird, man kann nicht alles verwirklichen". Noch nicht untersuchen konnte das Baureferat, ob sich Teile der Wache schon vor einer Generalsanierung nutzen lassen – eine dafür geschaffene Stelle konnte noch nicht besetzt werden.

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