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Alternative zu Konfirmation und Kommunion

Humanistischer Verband Deutschland bereitet in Fürth etliche junge Menschen auf die Jugendfeier vor - 08.02.2011 11:00 Uhr

58 Mädchen und Jungen aus Bayern, die sich ein halbes Jahr lang auf ihre Jugendfeier vorbereiten werden, trafen sich zu einer ersten Kennenlern-Veranstaltung in der ehemaligen Grete-Schickedanz-Kita in der Flößaustraße.

06.02.2011 © Schönfeld


Die Stimmung beim ersten Treffen ist entspannt – oder vielmehr „gechillt“, wie es Jugendliche heute gerne sagen. Im Humanistischen Haus für Kinder in der Fürther Flößaustraße ist heute „Gruppenfindung“ angesagt, schließlich sehen sich viele hier zum ersten Mal. Die meisten kommen aus dem Großraum Nürnberg – fünf davon aus Fürth – aber auch zwei aus München und Ingolstadt.

„Es sind vor allem wache Jugendliche, denen es wert ist, so etwas zu machen“, charakterisiert Sozialpädagogin Anita Häfner, Jugendreferentin beim HVD, die Teilnehmer. Die 52-Jährige leitet die Vorbereitung auf die Jugendfeier. Unterstützt wird sie von einem pädagogischen Mitarbeiter und den „Jungen Humanisten“. Sechs Monate lang werden sich die Mädchen und Jungen regelmäßig treffen. Sie werden einiges über den Humanismus lernen, auf dem Programm stehen aber auch Themen wie Religion, Kunst und Kultur sowie Unternehmungen im Freien. Höhepunkt ist eine einwöchige Fahrt nach Berlin mit Reichstags-Besuch.

„Wir werden jedes Jahr von einem anderen Politiker eingeladen“, sagt Häfner. Das Parteienspektrum reicht von links bis christsozial. Heuer ist es Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär von der CSU. „Da können dann durchaus Reibungspunkte in der Weltanschauung bestehen“, fügt die Jugendbeauftragte hinzu. Humanismus definiert sie so: „Der Mensch darf aus den Zwängen ausbrechen, seinen eigenen Gedanken vertrauen, und das in sozialer Verantwortung und ohne eine höhere Macht.“

„Ziemlich cool“

Das ist auch für die 14-jährige Fenja und ihre Freundin Smilla wichtig. „Wir glauben beide nicht an Gott, und da wäre es ja sinnlos, sich konfirmieren zu lassen“, sagen die beiden Gymnasiastinnen selbstbewusst. Bei Chandra (14), Sohn eines Inders und einer Deutschen, war es die Mutter, die auf das Angebot der Jugendfeier im Internet aufmerksam wurde. „Mir gefällt es hier gut.

Vor vier Jahren hatte mein Bruder Jugendfeier, und da war klar, dass ich das auch machen will“, sagt er. Dass er dafür jedes Mal aus München anreisen muss, stört ihn nicht. Der gleichaltrige Leo hatte vergangenes Jahr Jugendfeier und gehört heuer zum Vorbereitungsteam. „Ich finde es hier ziemlich cool. Das Beste ist die Berlinfahrt“, schwärmt er: „Einmal eine Woche ohne Eltern!“

Der Höhepunkt, die Jugendfeier, wird von den Jugendlichen stets selbst gestaltet. Dieses Jahr findet sie am 16. Juli statt, wegen der großen Nachfrage wird man erstmals den neuen Konzertsaal der Nürnberger Symphoniker in der Kongresshalle mieten. Wie üblich wird es eine offizielle Ansprache geben, aber auch unterhaltsame Programmpunkte wie Showeinlagen und Musik. Im Anschluss feiert jede Familie noch für sich – wie bei einer Kommunion oder Konfirmation, aber eben doch ganz anders.

Anmeldungen für die Jugendfeier 2012 und Informationen beim Humanistischen Verband, Jugendreferentin Anita Häfner, Tel. (0911) 4310411, im Internet auf www.jugendfeier.com

Gabriele Schönfeld

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