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Ausblicke auf Freiräume

Eine Ausstellung im Frauenmuseum widmet sich dem Thema Frauen im Alter - 23.05.2013 13:00 Uhr

Facettenreich sind die Arbeiten im alten Marstall des Burgfarrnbacher Schlosses. © ToMa


„Es war nicht einfach, das Thema Alter in eine Ausstellung zu bannen“, sagt Kuratorin Bertrun Jeitner-Hartmann, zugleich Sprecherin des Museumsvereins „Frauen in der einen Welt“. Denn die Resonanz war anfangs eher negativ, „Alter? Nicht mein Thema“, wehrten die meisten ab. Damit die Mauer zu bröckeln anfängt, entschieden sich die Verantwortlichen für den Zusatztitel „Gewonnene Jahre“. Die Frauen wollen nicht belehren, sondern Möglichkeiten aufzeigen: „Wir möchten viele Ausblicke präsentieren und Mut machen“, sagt Jeitner-Hartmann.

Mutig sind auch die Betagten, die sich von der Nürnberger Fotografin Annette Horn ablichten ließen. Zu sehen sind die Aktfotos der über 60-Jährigen im Museum Frauenkultur unter dem Titel „Ich, Frau“. „Wir haben uns mit der Frage auseinandergesetzt, ob wir noch schön sind“, sagt Ausstellungsmacherin Gudrun Cyprian. Während Annette Horn das Thema höchst ästhetisch und ernst umsetzt, präsentiert die Künstlerin und Museumskuratorin Mechthild Engel das Altern mit Augenzwinkern und stellt eine Reihe von Gemälden und Objekten unter dem Titel „Oh wie schön ist Faltenreich“ aus.

Neben den künstlerischen Aspekten werden auch statistische und nüchterne Punkte des Alterns aufgezeigt, etwa durch Altersbäume oder die Vorstellung neuer Wohnformen. Unterschiedlich dicke Fäden zwischen Puppen, die Enkelkinder, betroffene Frauen und deren Eltern symbolisieren, sollen ein weiteres wichtiges Problem darstellen: nämlich die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Generationen. Der Blick geht auch über die Grenze der wohlhabenden Länder hinaus und beobachtet, wie beispielsweise ältere Migrantinnen die „gewonnen Jahre“ erleben. Mit geschickt gestellten Trennwänden und der Verspiegelung einiger Wände gelang es den rund 35 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Größe zu schaffen. Ein buntes Rahmenprogramm aus Filmen, Lesungen, offenen Diskussionsrunden und einem Workshop rundet die Ausstellung ab. So gibt es am 22. Juni Gespräche zum Thema „Bin ich noch schön?“ und am 24. August einen Qigong-Workshop.

Geöffnet ist Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

  

SANDRA STÖCKL

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