Klimawette

CO2 einsparen: Mit Spaß geht alles viel einfacher

12.7.2021, 11:00 Uhr
Original: Klimaaktivist Michael Bilharz mit seinem Lastenrad vor dem Rathaus.

 

Original: Klimaaktivist Michael Bilharz mit seinem Lastenrad vor dem Rathaus.   © Thomas Scherer

Der Initiator der bundesweiten CO2-Sparaktion "Die Klimawette", Michael Bilharz, radelt diesen Sommer in 100 Tagen quer durch Deutschland. Start und Ende der insgesamt 6000 Kilometer langen und 200 Stationen umfassenden Route ist jeweils Dessau. Dort arbeitet der promovierte Sozialwissenschaftler beim Umweltbundesamt. Halt machte er nun auch in Fürth.

Mit dabei: Sein E-Lastenrad und eine symbolische Tonne Kohlendioxid im extra dafür konstruierten Anhänger. "Ich möchte Menschen für einen besseren Klimaschutz mobilisieren", sagt der Experte, der beim Umweltbundesamt für den C02-Rechner und die damit zusammenhängende Thematik der Einsparung des Treibhausgases verantwortlich ist.

Los ging es bereits am 23. Juni in Dessau. Bis zum 3. Oktober sollen deutschlandweit so viele Menschen wie möglich "Die Klimawette" kennenlernen und für mehr Klimaschutz gewonnen werden. Wer will, kann Bilharz bei der Tour begleiten, etappenweise mitfahren und in der eigenen Stadt mitwirken.


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"Beim Einsatz für den Klimaschutz kann sich viel Frust ansammeln. Deshalb darf der Spaß nicht zu kurz kommen", wirbt Bilharz für eine spielerische Herangehensweise. Wichtig: Jeder habe es in der Hand, zur Begrenzung der weltweiten Temperaturerhöhung um 1,5 Grad Celsius bis Mitte 2035 etwas beizutragen.

Bis zur nächsten Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November sollen eine Million Menschen aktiviert werden, die zusammen eine Million Tonnen CO2 einsparen.

Möglichkeiten aufzeigen

"Das sind 1,5 Prozent der deutschen Bevölkerung – das ist zu schaffen und es wäre ein beeindruckendes Zeichen für den Klimaschutz", meint der gebürtige Freiburger. Auf Fürth umgelegt, müssten sich 1928 Bürgerinnen und Bürger auf der Seite www.dieklimawette.de registrieren und dort ihren täglichen Fortschritt bei der Treibhausgaseinsparung dokumentieren. "Wir zeigen hierzu auf, welche Möglichkeiten jeder hat, die nächste Tonne CO2 schnell und wirksam einzusparen."

Wer die Aktion unterstützen möchte, dem bieten sich auf der Website zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man selbst CO2 einsparen und für die Klimawette erfassen. Dazu gibt es eine Liste mit 20 Vorschlägen: vom LED-Lampentausch über den fleischfreien Monat oder den autofreien Arbeitsweg bis hin zum solaren "Balkonkraftwerk". Zum anderen kann man konkrete Klimaschutzprojekte von gemeinnützigen Kompensationsdienstleistern über eine Spende möglich machen.


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Hier beginnt der Einsatz für ein lebenswertes Klima ab 25 Euro. Zur Auswahl stehen Solar- und Effizienzprojekte oder Aufforstungs- und Pflanzenkohle-Initiativen. Zeitnah halten die Organisatoren den jeweiligen Stand der Bemühungen fest und erstellen eine CO2-Städteliga. Im Rahmen der Sommertour fordert "Die Klimawette" außerdem alle 200 besuchten Kommunen dazu auf, eine eigene Klimawette auszurufen.

"Um eine Million Deutsche bis November zu erreichen, können die Städte ihren Anteil leisten", ermutigt Michael Bilharz die politischen Entscheider auch in der Kleeblattstadt. Aachen, Potsdam oder Backnang haben bereits eigene Klimawetten gestartet. Ob Fürth teilnimmt, ist noch nicht klar. Bilharz hofft aber auf grünes Licht aus dem Rathaus.

Vergleich mit den Nachbarn

Die CO2-Städteliga ermöglicht den direkten Vergleich mit der Nachbarkommune und anderen Städten. Wer mitmacht, wird über die Postleitzahl automatisch den jeweiligen größeren Städten zugeordnet, wo sich dann die individuellen Leistungen als Gutschrift niederschlagen.

"Klimaschutz geht leichter, wenn man ihn nicht als Belastung, sondern als sportliche Herausforderung begreift", weiß der passionierte Radler Bilharz aus langjähriger Erfahrung und hofft auf rege Teilnahme aus Fürth.

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