Recycling

Der Antriebsstoff kommt aus dem Fürther Bratfett

22.9.2021, 16:00 Uhr
Der Sammelbehälter in der Soldnerstraße steht bereits seit 2018. Ab dem kommenden Jahr sollen alle Fürther Haushalte die Möglichkeit bekommen, ihr altes Fett auf diesem Weg zu entsorgen.

Der Sammelbehälter in der Soldnerstraße steht bereits seit 2018. Ab dem kommenden Jahr sollen alle Fürther Haushalte die Möglichkeit bekommen, ihr altes Fett auf diesem Weg zu entsorgen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Gefördert durch einen sechsstelligen Zuschuss des Bundesumweltministeriums wird über eine öffentliche Ausschreibung ein Entsorger gesucht. Läuft alles nach Plan, erhalten alle Fürther Haushalte im kommenden Frühjahr ein wiederverwendbares Sammelgefäß.

Sinnvolle Verwertung

"Dadurch wird gebrauchtes Haushaltsfett einer hochwertigen und sinnvollen Verwertung zugeführt", begründet der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD) die Unterstützung über eine Förderprogramm des Umweltministeriums. Er sei sehr froh, dass nun ein erfolgreiches Projekt in einem größeren Maßstab fortgesetzt werden könne.


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Mit exakt 77 0854 Euro war der symbolische Scheck ausgeschrieben, den Pronold gestern an die Oberbürgermeister von Fürth und Erlangen, Thomas Jung und Florian Janik, übergab. Beide Städte hatten bereits 2018 das "Verbundprojekt Altspeiseölsammlung zur Biokraftstofferzeugung" gestartet.

"Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht", berichtet Janik: "Die Bürger nehmen gerne daran teil." Er schätze diese Kooperation, weil sie in der Öffentlichkeit auch das Bewusstsein für Entsorgungsthemen schärfe.


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Für Fürths SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Träger hat dieses spezielle Recycling einen weiteren positiven Nebeneffekt: "Die Kommunen sparen Geld, weil die Abwasserreinigung weniger aufwändig wird." Schließlich müsse unsachgemäß entsorgtes Fett sonst unter großer Anstrengung aus dem Abwasser gefiltert werden.

Der auf der Hardhöhe gesammelte Wertstoff wird von der "Jeder Tropfen zählt GmbH" aus Thalmässing im Landkreis Roth entsorgt. Nach Angaben des Unternehmens wird das Altfett und das Altöl rein mechanisch in seine Bestandteil Fett, Wasser und Feststoffe getrennt. Einwerfen kann man in den speziellen Sammelflaschen etwa das Öl eingelegter Lebensmittel oder das Bratfett aus der Pfanne.

Verwendung für Kosmetik

Der größte Teil des gereinigten Altfetts wird in der Treibstoffindustrie weiterverarbeitet und für die Biodieselherstellung verwendet. Ein Teil findet Verwendung in der Kosmetikbranche und in der Herstellung von Reinigungsmitteln.

In den drei Sammelstellen auf der Hardhöhe wurden laut Rathaus zwischen Oktober 2018 und März 2020 600 Gramm Altfett pro Bewohner gesammelt.


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Alleine für Fürth errechne sich daraus eine Treibhausgasminderung von 248 Tonnen jährlich. Im kommenden Frühjahr, so Jung, dürften dann die übrigen der rund 70 000 Haushalte in der Kleeblattstadt die speziellen Mehrwegsammelflaschen erhalten – samt genauerer Informationen, darunter beispielsweise auch über die neuen Standorte der Sammelautomaten.

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