Jubiläum

Der Landkreis Fürth wird 50 - und feiert mit einem Heimatfestival

Sabine Dietz
Sabine Dietz

Lokalredaktion Fürth

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19.2.2022, 20:00 Uhr
„Wir feiern unsere Heimat“: Dieser Slogan steht für Sandra König und Christian Ell über allen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem 50-jährigen Jubiläum des Landkreises Fürth. Das große Festival soll im September am Wolfgangshof in Anwanden steigen.

© Foto: Hans-Joachim Winckler „Wir feiern unsere Heimat“: Dieser Slogan steht für Sandra König und Christian Ell über allen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem 50-jährigen Jubiläum des Landkreises Fürth. Das große Festival soll im September am Wolfgangshof in Anwanden steigen.

Exakt am 1. Juli 2022 wird die Gebietsreform 50 Jahre alt. Seit 1972 besteht der Landkreis Fürth in seiner jetzigen Form mit den 14 kreisangehörigen Kommunen. Das soll beim Heimatfestival Ende September groß gefeiert werden. Hinter den Kulissen im Landratsamt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Organisatorisch die Fäden in der Hand haben Sandra König und Christian Ell.

Die Event-Location fürs Jubiläumswochenende ist mit dem Gut Wolfgangshof bei Anwanden längst gebucht. Wieso für Ende September statt Anfang Juli – das wäre historisch doch korrekter gewesen?

Christian Ell: Mitte Juli hätten wir anderen Veranstaltungen, allen voran den Kirchweihen, Konkurrenz gemacht, wir wollen aber niemandem die Besucher streitig machen. Zwar findet am gleichen September-wochenende noch die Seukendorfer Kirchweih statt, doch mit der Gemeinde haben wir uns abgestimmt, sodass wir uns bei wichtigen Programmpunkten nicht in die Quere kommen. Zum anderen war der Wolfgangshof an diesem Wochenende noch frei. Das Gut ist als Veranstaltungsort sehr gefragt.

Was wird die Landkreis-Bewohner am Jubiläums-Wochenende auf dem Fabergut bei Anwanden erwarten?

Sandra König: Wir wollen es ganz entspannt mit einer Abendveranstaltung am Freitag angehen lassen, angedacht ist Open-Air-Kino. Am Samstag gibt es gegen Mittag einen offiziellen Festakt mit geladenen Gästen sowie die Festivaleröffnung durch den Landrat. Anschließend ist ein Regionalmarkt mit vielen interaktiven Aktionen geplant. Wir wollen weg von passiven Präsentationen hin zu Programmpunkten, die den Landkreis erlebbar und greifbar machen. Beispielsweise, indem der Apfelsaft nicht nur als regionales Produkt zu haben ist, sondern Besucher auch selbst an der Saftpresse Hand anlegen können. Auch ein umfangreiches Kinderprogramm zum Spielen und Mitmachen, unter anderem mit dem Spielmobil, ist geplant. Der ADFC will Aktionen rund ums Fahrrad anbieten, Geschichtsfans bedienen die Oldtimerfreunde Zenngrund. Abends ist ein Open-Air-Konzert mit Musikern aus der Region vorgesehen. Am Sonntag klingt das Festival dann mit einem Frühschoppen aus. Aber im Detail ist das Programm noch im Werden, und alles wollen wir nun auch noch nicht verraten. Auf jeden Fall wollen wir zeigen, für was der Landkreis steht und wie vielfältig er ist.

Eingebunden werden sollen die 14 kreisangehörigen Kommunen, Sie haben schon in den Rathäusern angefragt . . .

Ell: Ja und nicht nur dort, wir haben auch zu Vereinen und Verbänden Kontakt aufgenommen sowie Kulturschaffende oder City-Manager in den Orten angesprochen – in der Hoffnung, dass sie den Regionalmarkt am Festivalwochenende mit bespielen. Angedacht ist, bereits im Vorfeld Aktionen in allen Ecken des Landkreises anzustoßen, quasi als Countdown zum Heimatfestival und um den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus auf andere Ortschaften im Landkreis zu lenken. Aktuell laufen viele Absprachen. Wenn der Veranstaltungsplan steht, werden wir alle Termine kompakt veröffentlichen, auch unter www.heimat-landkreis-fuerth.de

Die Jubiläumsfeier läuft unter dem Titel Heimatfestival. Sind mit dem Begriff Heimat noch viele hinter dem Ofen hervorzulocken?

König: Das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass in Oberasbach oder Puschendorf lebende Menschen nicht nur Oberasbacher oder Puschendorfer sind, sondern eben auch Landkreisbürger, daran arbeiten wir seit Mai 2020 mit unserer Heimatkampagne, die regionale Identität stärken will. Und die hat einiges bewegt. Dabei haben wir mit verschiedenen Maßnahmen, insbesondere via Social Media, etwa unter dem Hashtag #heimatlandkreisfürth, versucht, das Wir-Gefühl zu stärken.

Wie sieht das konkret aus?

König: Ein Heimat-Blog und Podcasts mit Landkreisbürgern wie beispielsweise dem Obermichelbacher Direktvermarkter Michael Bauer, der unter dem Label Rosa Kuh seine Produkte vertreibt, oder Norbert Treuheit, dem Chef des Cadolzburger ars-vivendi-Verlags, finden sich online und laufen prima. Wir geben Heimat ein Gesicht, erzählen Geschichten und präsentieren Besonderheiten. Jeder kann sich, etwa über Bilder, die er auf Instagram beisteuert, beteiligen und zeigen, was für ihn persönlich Heimat bedeutet. Das Projekt der Heimatkampagne wird drei Jahre lang, bis Ende 2022, vom bayerischen Finanz- und Heimatministerium gefördert. Und weil es mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion abgeschlossen werden soll, legen wir das mit dem Heimatfestival zum Landkreis-Jubiläum zusammen.

Der Landkreis Fürth ist eine Region zwischen zwei Polen: Der westliche und nördliche Teil blieben ländlich und landwirtschaftlich orientiert, der östliche mit den drei Städten Stein, Oberasbach und Zirndorf verschmilzt mit dem Ballungsraum der angrenzenden Städte Nürnberg und Fürth. Was zeichnet ihn als Heimat aus?

Ell: Das ist ja das Interessante an unserem Landkreis: Im Rahmen einer Imagekampagne haben wir den Slogan "Stadtmensch oder Landei? Bei uns ist alles möglich" entwickelt. Und der trifft es. Im flächenkleinsten Landkreis Bayerns haben wir zudem den Vorteil der kurzen Wege. Und da gibt es viele Besonderheiten quasi gleich um die Ecke zu entdecken. Als vor ein paar Jahren an der B 8 die Hinweisschilder auf das historische Kloster in Langenzenn aufgestellt wurden, habe ich öfter mal die Äußerung gehört: "Da fahr’ ich jeden Tag vorbei und war mir gar nicht im Klaren, dass es das gibt". Wir haben viele Schätze im Landkreis, sei es die Cadolzburg, der Radweg sowie der Kulturwanderweg Hohenzollern, der Erlebnisweg Wallensteins Lager oder der Kletterwald in Weiherhof, um nur einige zu nennen.

Wird es auch so etwas wie eine Festschrift oder eine Chronologie zu fünf Jahrzehnten Landkreis Fürth geben?

Ell: In Vorbereitung ist ein werbefinanziertes Magazin mit Fokus auf dem, was sich im Landkreis alles erleben lässt und vielen "G’sichtern und G’schichdn". Eine Agentur, die das übernimmt, suchen wir über eine Ausschreibung. Und für eine Chronik, die die Landkreis-Entwicklung zeitgemäß darstellt, haben wir einen Grafikdesign-Studenten von der Steiner Akademie Faber-Castell engagiert. Sie soll als Print-Version und digital zur Verfügung stehen.

Welche Botschaft aus dem Landkreis Fürth wollen Sie mit all ihren Aktivitäten vermitteln?

Ell: Ganz klar unser zentrales Motto: Der Landkreis Fürth – leistungsfähig und lebensfroh. Und über allem steht in unserem Jubiläumsjahr: Wir feiern unsere Heimat.

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