Der Winter treibt die Arbeitslosenzahlen in die Höhe

Johannes Alles
Johannes Alles

Fürther Nachrichten

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31.1.2020, 13:57 Uhr
Im Januar meldeten sich wieder deutlich mehr Menschen bei der Arbeitsagentur.

© Jens Büttner/dpa Im Januar meldeten sich wieder deutlich mehr Menschen bei der Arbeitsagentur.

Im Winter brauchen sowohl das Baugewerbe als auch Landschaftsgärtner oder die Gastronomie grundsätzlich weniger Personal. Dass sich dann viele Beschäftigte vorübergehend arbeitslos melden, bis sie im März wieder in ihre Betriebe zurückkehren, fassen Experten unter dem Begriff "saisonale Arbeitslosigkeit" zusammen.

Fürth bleibt davon nicht verschont. Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen in der Kleeblattstadt um 357 auf 3926 Frauen und Männer gestiegen. Die Quote kletterte von 4,7 auf 5,2 Prozent. Thomas Dippold, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Fürth, gibt trotzdem Entwarnung. "Dieser deutliche Anstieg ist primär jahreszeitlich bedingt und üblich", sagt er. Es sehe bislang "keine strukturelle Veränderung der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage". Ein Beleg dafür: Im Vergleich zum Januar 2019 hat sich die Zahl der Arbeitslosen nur geringfügig erhöht. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 5,1 Prozent.

Ein ähnliches Bild bietet sich im Landkreis: Dort sind jetzt 1898 Frauen und Männer auf Jobsuche und damit 252 mehr als im Dezember beziehungsweise 41 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steht aktuell bei 2,9 Prozent – nach 2,5 Prozent im Dezember und 2,8 Prozent im Januar 2019.

Dippold zufolge liegt gegenwärtig auch die Personalnachfrage "für viele Arbeitgeber auf Eis". In Fürth sind derzeit 1102 Stellen offen, im Vergleich zum Vormonat hat sich die Zahl nur geringfügig verändert. Im Landkreis gibt es 570 Vakanzen, vor einem Jahr waren es immerhin noch 48 mehr. Die Winterstarre auf dem Arbeitsmarkt werde sich "erfahrungsgemäß über den Februar hinweg fortsetzen", sagt Thomas Dippold – bis im Frühjahr wieder eine spürbare Belebung einsetze.

Auch mehr Unterbeschäftigung

Einen noch ehrlicheren Zustand des Arbeitsmarkts bildet die sogenannte Unterbeschäftigung ab. Sie erfasst zusätzlich auch Menschen ohne Job, die sich in einer beruflichen Weiterbildung befinden oder vorübergehend arbeitsunfähig sind. Diese Unterbeschäftigung hat ebenfalls deutlich zugenommen. In Fürth beträgt die Quote 7,1 Prozent nach 6,8 im Dezember und 6,9 im Januar 2019. Im Landkreis sind es 3,6 Prozent (3,3/3,4).

 

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