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Die Bridge-Stadt Fürth mausert sich

Erstaunlich viele, auch junge Menschen lassen sich für das Kartenspiel begeistern - 19.02.2017 16:00 Uhr

Im Bridge-Fieber: Schülerinnen und Schüler am Hardenberg-Gymnasium haben sich schnell vom Spaß am Spiel infizieren lassen. © Foto: Leberzammer


Immerhin 60 Mädchen und Buben konnten, meist im Rahmen der Mittagsbetreuung, für das Kartenspiel gewonnen werden. "Und das Schöne ist, dass fast alle dabei geblieben sind", sagt Gebhardt. Zu den bislang fünf teilnehmenden Schulen sollen mittelfristig zwei weitere hinzugewonnen werden.

Schon jetzt sei das Konzept Bridge-Stadt voll aufgegangen: "Nirgends in Deutschland gibt es so viele Anfänger wie hier." Das mache Mut, denn im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten hinke die Bundesrepublik noch weit hinterher. Dort sei Bridge zum Teil Wahl- oder sogar Pflichtfach im Schulunterricht. Der Grund: Der Denksport kann den schulischen Erfolg fördern, weil er mentale Koordination und Gedächtnisleistung sowie mathematische Fähigkeiten verbessert. Zusätzlich erhöhe er die sozialen Kompetenzen, heißt es.

Ihre schulischen Leistungen hatten Lena, Sophie, Sebastian und Dominique allerdings nicht zuvorderst im Blick, als sie sich zu den nachmittäglichen Bridge-Runden an ihrer Schule, dem Hardenberg-Gymnasium, einfanden. Wie alle Teenager spielen sie vor allem, um Spaß zu haben.

Doch mittlerweile hat sie das Bridge-Fieber gepackt. "Mir gefällt, dass es kein 08/15-Spiel ist und man taktisch vorgehen muss", erklärt die 14-jährige Lena. Und der gleichaltrige Sebastian hat seine Leidenschaft für das Kartenspiel entdeckt, "weil nicht das Glück entscheidet, sondern jeder mit den gleichen Voraussetzungen rangeht."

Die Spielidee verbindet Generationen. Deshalb hat auch die Fürther Volkshochschule die Bridge-Idee aufgegriffen. Laut Gebhardt sind dort nach dem erfolgreichen Start im ablaufenden Wintersemester neue Kurse, nun auch für Fortgeschrittene, sowie Kompaktseminare an Samstagen geplant. Abgerundet wird das Angebot durch feste Spieltermine im VHS-Bistro und im Café Samocca.

Das Verdienst gebühre dem Verein und seinen Freunden, betont Bürgermeister Markus Braun. Besonders freut ihn, den für die Schulen verantwortlichen Referenten in der Stadtspitze, dass der Denksport viele Aspekte der Lehrpläne aufgreift.

Ralf Gebhardt hat das Spiel in seiner Jugend gelernt, dann aber erst wieder damit angefangen, als er vor 20 Jahren nach Fürth zog. Auf diese Weise fand der 57-Jährige rasch Anschluss. Ein Grund mehr für ihn, sich an der bundesweiten Kampagne des Bridgeverbands mit seinem Verein, dem Bridge-Club Nürnberg Gesellschaft Museum, zu Unterstützung fand er dabei bei der Sparkasse. In deren Casino, hoch oben in der Zentrale an der Maxstraße, soll heuer ein großes Bridge-Turnier steigen.

ARMIN LEBERZAMMER

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