Die heiß ersehnte Regnitz-Brücke ist offen: Jetzt muss Fürth nur noch einen Namen finden

6.11.2020, 19:00 Uhr
Egon und Rosi Haas sowie Uschi und Jürgen Rahner (von links) gehörten zu den ersten, die die neue Brücke am Tag der Einweihung in Augenschein nahmen.

Egon und Rosi Haas sowie Uschi und Jürgen Rahner (von links) gehörten zu den ersten, die die neue Brücke am Tag der Einweihung in Augenschein nahmen.

)Uschi Rahner und ihr Mann Jürgen haben ihre Smartphones gezückt, um die mächtige Stahlkonstruktion vor strahlend blauem Himmel in Szene zu setzen. "Jetzt kann ich endlich zu meiner Freundin auf der anderen Seite joggen, ohne einen großen Bogen machen zu müssen", freut sich die Stadelnerin.

Auch Egon und Rosi Haas aus dem Eigenen Heim haben sich an diesem Tag mit ihren Nordic-Walking-Stöcken auf den Weg gemacht, um die neue Brücke zu erkunden. "Sie ist optisch sehr schön geworden", befindet der 75-Jährige. "Hier wurde endlich mal sinnvoll Geld ausgegeben."


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Und das war nicht wenig: Mit am Ende insgesamt 6,7 Millionen Euro – davon steuert etwa die Hälfte der Freistaat bei – ist sie die teuerste, und mit einer Gesamtlänge von 83 Metern auch die größte Brücke Fürths, die nur dem Fußgänger- und Radverkehr vorbehalten ist. 13 Monate nach dem ersten Spatenstich konnte sie nun eingeweiht werden.

Anfang Juni war das 190 Tonnen schwere Hauptelement von zwei Lastkränen auf den Unterbau platziert worden. Bis Ende November erfolgen noch kleinere Nachbesserungsarbeiten; so wird etwa der fehlende Handlauf am Geländer montiert.

Oberbürgermeister Thomas Jung schwärmte bei der Eröffnung, die coronabedingt nur mit wenigen Gästen aus Politik und Verwaltung stattfand, von einer neuen "Naturschönheit" Fürths, danke des ganz besonderen Ausblicks auf den Wiesengrund. Zudem werde die Fahrradinfrastruktur durch den Brückenschlag weiter verbessert.

Das sieht auch Olaf Höhne vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) so, der mit seinem Lastenrad die neue Strecke gleich mal testete. Er erinnerte daran, dass die Idee, entlang der bestehenden Eisenbahnbrücke eine Verbindung für Radfahrer zu schaffen, bereits vor 15 Jahren entstand. "Umso schöner, dass sie nun verwirklicht ist."

Vertreter der Stadtspitze durchschnitten zur Eröffnung ein weiß-grünes Band.

Vertreter der Stadtspitze durchschnitten zur Eröffnung ein weiß-grünes Band. © Hans-Joachim Winckler

Weiteren Handlungsbedarf in Sachen Fahrradinfrastruktur sieht Höhne unter anderem bei der Anbindung der Südstadt an die Innenstadt. Immerhin schreitet die Sanierung bereits vorhandener Radstrecken voran. So wurden am Freitag die Wege entlang des Pappelsteigs und am Sebastian-Kneipp-Weg wieder freigegeben. Am Montag beginnen die Arbeiten am Heckenweg, wo der Biber regelmäßig für nasse Füsse sorgt.

Was den Namen betrifft, sind nun die Fürtherinnen und Fürther am Zug: Alexander-von-Humboldt-Brücke, Bremenstaller Brücke oder Sophie-Scholl-Brücke – wie soll der Übergang heißen? Noch bis 20. November haben sie Gelegenheit, mitzuentscheiden.


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