Mobilität der Zukunft

Emissionsfrei zur Prüfung: Fürther Fahrschule setzt auf Klimaschutz

Thomas Scherer

15.7.2021, 10:14 Uhr
„Enormer Fahrspaß“: Petra Peppel hat für ihre Fahrschule ein voll elektrisches Auto angeschafft, Christian Winkler vom Autohaus Pillenstein hat es ihr übergeben.

© Foto: Thomas Scherer „Enormer Fahrspaß“: Petra Peppel hat für ihre Fahrschule ein voll elektrisches Auto angeschafft, Christian Winkler vom Autohaus Pillenstein hat es ihr übergeben.

"Schon seit vielen Jahren fahre ich privat mit Methangas und da lag die Entscheidung nahe, eines unserer Fahrschulautos ebenfalls auf eine äußerst umweltfreundliche Antriebsart umzustellen", sagt Peppel, wohlwissend, dass die Ökobilanz nur dann stimmt, wenn auch zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen zum Einsatz kommt. "Das gewährleisten wir durch das Laden an den Säulen der Infra."

Dort wird ausschließlich Naturstrom angeboten. Rund 400 Kilometer weit kommt der Flitzer aus Wolfsburg mit einer Akkuladung. "Um von zehn Prozent auf 80 Prozent Ladestand zu kommen, muss der Wagen etwa für 30 Minuten an eine Schnellladesäule", sagt Peppel. Zumeist reiche aber das Laden über Nacht aus, und am Tag sei überhaupt kein weiterer Stopp nötig.

Neben der Emissionsfreiheit hat Petra Peppel aber auch die neue Gesetzeslage zum Kauf des E-Autos bewogen. Da sämtliche elektrischen Vehikel über kein Schaltgetriebe verfügen, hätte nach dem Ablegen der Prüfung bisher auch dieser Zusatz im Führerschein gestanden und die Fahrerlaubnis wäre dementsprechend eingeschränkt. Seit dem 1. April aber reicht es aus, wenn einige Stunden auf einem Pkw mit Schaltgetriebe nachgewiesen werden, um eine voll umfängliche Genehmigung für alle Fahrzeugvarianten zu erhalten.

Unbestreitbar sei zudem der "enorme Fahrspaß" mit einem elektrisch betriebenen Auto. "Bereits vom ersten Moment liegt das volle Drehmoment an", weiß Peppel. Man spüre somit umgehend die Kraft, die in dem Motor stecke. Ein weiterer Pluspunkt für das neuartige Antriebskonzept ist das so genannte "One-Pedal-Driving". Dabei holt sich der Motor einen Teil der Energie während des Bremsvorgangs zurück, indem einfach der Fuß vom "Gas" genommen wird. Das sonst bekannte Drücken des Bremspedals entfällt.

"Somit fährt man quasi alleine mit dem Gaspedal", erklärt Peppel, die auch bei anstehenden Kundendiensten mit einer deutlich geringeren Rechnung kalkuliert. Ölwechsel gehören der Vergangenheit an und selbst die Bremsen müssen deutlich seltener ausgetauscht werden. Auch im Autohaus Pillenstein sieht man eine merkliche Trendwende weg vom Verbrenner hin zum Elektroauto. Laut aktueller Verkaufsstatistik sind knapp 40 Prozent der Neuwagenbestellungen aus diesem Segment. Sollte sich die Anschaffung in der Praxis bewähren, möchte Petra Peppel nach und nach auf E-Autos umstellen.

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