Frisbee: Am Anfang flogen die Kuchenteller

17.7.2020, 06:58 Uhr
Die Arme öffnen wie ein Krokodilgebiss, und dann schlagen die Hände zu – so klappt es mit dem Fangen der Scheibe.

Die Arme öffnen wie ein Krokodilgebiss, und dann schlagen die Hände zu – so klappt es mit dem Fangen der Scheibe. © Foto: Isabel Pogner

Natürlich nicht. Karin Hufschmidt, Mitglied im Ortsvorstand der Grünen, klärt auf: "Einmal im Jahr veranstalten wir hier ein Frisbee-Event." Ziel der Ökopartei sei es, ihre lokale Präsenz zu erhöhen. "Außerdem", sagt die ehemalige Sportlehrerin, "finden wir es wichtig, sportliche Events zu veranstalten, die Freude machen."

Die Scheibe auf dem Finger

Für den Spaßfaktor ist an diesem Nachmittag Christoph Schlötter zuständig. Er spielt Ultimate Frisbee im Nürnberger Verein "Next Generation" und wurde engagiert, um einen zweistündigen Frisbee-Workshop zu geben.

Über 30 Leute versammelt er um sich, um zu Beginn eine kurze Einweisung zu geben. "Jemand kam einmal auf die Idee, Kuchenteller durch die Luft zu werfen. So ist der Sport entstanden", erzählt Schlötter und dreht dabei seine eigene Scheibe elegant auf einem Finger.

Die Regeln der Veranstaltung: Immer zwei Spieler üben gemeinsam. Der Profi steht dabei für Tipps und Tricks parat. Normalerweise gebe es dann ein Turnier, sagt Cornelia Thomas, stellvertretende Vorsitzende der Grünen in Zirndorf. Das ginge diesmal aber wegen Corona nicht.

Stattdessen improvisieren die Veranstalter: Die Wiese wandelt sich zu einem Frisbee-Parcours, auf dem die Teilnehmer zeigen können, was sie vorher gelernt haben. Wer keine eigene Scheibe hat, bekommt ein Sportgerät gestellt: Die Ausrichter haben Bio-Frisbees dabei. "Ja, sie sind organisch, essen sollte man sie aber nicht", scherzt Hufschmidt.

Über die Wiese verteilt, stehen paarweise Kinder, Eltern, Großeltern und Pärchen. "Frisbee kann jeder spielen, egal ob jung oder alt", sagt Schlötter. Er zeigt seinen Schützlingen, wie man das 175 Gramm schwere Gerät unfallfrei fängt: Man öffnet die Arme wie ein Krokodilgebiss und schlägt die Hände über der anfliegenden Scheibe zu. "Das ist gar nicht schwer", sagt Amilia Kindley. Die Siebenjährige fängt die Scheibe gekonnt aus der Luft. "Ich war die letzten Jahre schon hier", verrät sie. Neben Amilia wt Paul Schopper seinem Großvater eine Bio-Frisbee zu. "Wir haben das letzte Woche schon geübt", sagt Paul, und sein Opa gesteht: "Wir haben uns mit dem Event um eine Woche vertan." Immerhin scheinen die beiden die Lust am Sport nicht verloren zu haben.

Viele Neulinge dabei

Schlötter beobachtet, wie die Paare die Techniken üben, die er ihnen gezeigt hat: "Man merkt, dass viele das nicht zum ersten Mal machen." Einige Gesichter kenne er bereits aus den Vorjahren. Aber es seien auch viele neue Spieler dabei, sagt Hufschmidt. "So viele waren wir noch nie." Deswegen müssten die Akteure sich gut organisieren, "damit wir uns nicht alle gegenseitig abschießen", sagt Schlötter. Trotzdem freue er sich riesig, dass so viele Neulinge gekommen sind.

In der Pause versorgen die Grünen die Spieler mit Schokolade und Getränken. Um Schlötter bildet sich ein kleines Grüppchen. "Können wir das nicht öfter machen?", fragt jemand. Alle, die es nicht an diesem Termin geschafft haben, die sich aber dennoch gerne einmal selbst versuchen wollen, wird Christoph Schlötters Ankündigung freuen: "Wir treffen uns am 19. Juli noch mal im Stadtpark Zirndorf."

InfoInteressierte für den Termin am kommenden Samstag können sich bei Christoph Schlötter unter der Mail-
adresse cschloetter@googlemail.com melden.

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