Donnerstag, 06.05.2021

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Für Tempo 30: Cadolzburg gibt Gas

Ortsdurchfahrt: Bündnis aus Bürgern, Parteien und BN will zurück zur Geschwindigkeitsreduzierung - 14.04.2021 16:00 Uhr

Freiwillig runter mit dem Tempo: Dafür werben die Vertreter der drei im neuen Bündnis vereinten Initiativen auf einem großen Plakat an der nördlichen Ortseinfahrt (v.li.): Bernd Gebhart (Zukunft Cadolzburg), Brigitte Haaken (Verein zum Erhalt eines lebenswerten Cadolzburg) und Dieter Burock (BN).

11.04.2021 © Foto: Armin Leberzammer


Rückblende: Vor zwei Monaten mussten die Verkehrsschilder, die auf die reduzierte Geschwindigkeit an einem Teilabschnitt der Hindenburgstraße hinwiesen, nach einer über zweijährigen Testphase wieder abmontiert werden.


München sagt Nein: Schluss mit Tempo 30 in Cadolzburg


Die Ergebnisse dieses von der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) initiierten Modellversuchs lassen indes noch immer auf sich warten. Ob irgendwann wieder Tempo 30 gilt, hängt aber nicht nur von den Erkenntnissen der Verkehrsforscher der TU Nürnberg ab – sondern auch vom politischen Willen in München und nicht zuletzt von dem für die Straße zuständigen Staatlichen Bauamt.

Ob mit Querungshilfe oder ohne: Für Kinder ist der Schulweg an der Ortsdurchfahrt gefährlich.

12.04.2021 © Hans-Joachim Winckler


Doch diese Behörde "fürchtet einen Präzedenzfall wie der Teufel das Weihwasser", glaubt Bürgermeister Bernd Obst. Er meint jedoch, dass aus dem auf zwei Jahre beschränkten Modellversuch "ein bisschen der Anspruch auf Weiterführung erwachsen ist".

Gefühlt profitieren alle

Denn Cadolzburg lasse sich kaum mit anderen Ortsdurchfahrten vergleichen, sei also weniger Präzedenz- denn ein "begründeter Spezialfall". Außerdem habe sich – so der allgemeine Tenor der Bürgerschaft ohne wissenschaftliche Auswertung – das Tempolimit "durch die Bank für alle Verkehrsteilnehmer positiv ausgewirkt".

Unterstützung dafür findet der Bürgermeister nicht nur bei Landrat und AGFK-Vorsitzendem Matthias Dießl, auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich laut Obst in einem Gespräch aufgeschlossen für die Cadolzburger Wünsche gezeigt.

Gegner von einst vereint

Dass diese sich nun, fünf Jahre nach den teils hitzigen Debatten rund um den Bürgerentscheid zur Ortsumfahrung, einig wie lange nicht zeigen, freut den Bürgermeister natürlich besonders. Denn neben dem Bund Naturschutz haben die beiden Vereine "Zukunft Cadolzburg" und "Verein zum Erhalt eines lebenswerten Cadolzburg" das neue Bündnis für Tempo 30 gemeinsam begründet. Zwei Vereine, "die bei der Ortsumgehung noch absolut konträre Meinungen vertreten haben", erinnert Bernd Obst.

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Sachlich und persönlich sei man sich bereits während des Isek-Prozesses (Integrierte städtebauliche Entwicklungsprozesse) ab 2017 näher gekommen, berichtet Bernd Gebhart, der sich als direkter Anwohner für eine Ortsumfahrung eingesetzt hatte. "Wir waren uns einig, dass sich die Verkehrssituation in Cadolzburg verbessern muss", so Gebhart, "und Tempo 30 ist dafür ein wichtiger Ansatz." Das neue Miteinander sei ohne Ausnahme wertschätzend und professionell, pflichtet ihm Andrea Holzammer bei, die sich einst gegen eine Umgehungsstraße engagierte. "Für Cadolzburg ist es eine tolle Chance, wenn wir uns einmal gemeinsam für eine positive Sache einsetzen."

Langer Atem nötig

Doch ihr Ziel, Tempo 30 in der gesamten Ortsdurchfahrt, werden sie trotz aller Einigkeit wohl kurzfristig nicht erreichen. Bis dahin setzt das breite Bündnis, dem sich neben allen Fraktionen des Gemeinderats auch der Seniorenbeirat angeschlossen hat, auf Solidarität der Verkehrsteilnehmer: "Freiwillig Tempo 30" steht derzeit an mehreren großen Plakaten. Weitere Aktionen sollen folgen.

Armin Leberzammer

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