Montag, 08.03.2021

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Fürth plant die erste Straße nur für Radler

Die Dambacher Straße ist bald Radfahrern und motorisierten Anwohnern vorbehalten - 16.01.2021 16:00 Uhr

Rote Markierungen wie diese (unser Bild zeigt die Fahrradstraße im Nürnberger Rennweg) machen deutlich, dass die Radler auch an Kreuzungen Vorrang haben.

13.01.2021 © Foto: Stefan Hippel


Bislang gibt es erst zwei Straßen in Fürth, auf denen Radler Vorrang haben: die verkehrstechnisch eher unbedeutende Sackgasse Vestner Weg in Dambach sowie ein Abschnitt der Ludwigstraße. Nun aber soll die erste, "richtige" Fahrradstraße kommen: Der Bauausschuss hat sich dafür ausgesprochen, die Dambacher Straße zur Fahrradstraße auszubauen, mitsamt den drei Nebenstraßen Karolinen-, Johannis- und Herrnstraße – jeweils bis zur Schwabacher Straße.

Das bedeutet: Fahrradfahrern ist es in jenem Bereich - auf einer Strecke von über einem Kilometer - erlaubt, nebeneinander zu radeln; für Autos wird es keinen Durchgangsverkehr mehr geben, nur noch Anlieger dürfen dort mit ihrem Kfz fahren – stets mit Rücksicht auf die "unmotorisierten" Verkehrsteilnehmer und maximal mit Tempo 30.

Im Grundsatz herrschte Einigkeit unter den Parteien, dass die Fahrradstraße mit Gesamtkosten von rund 250.000 Euro kommen soll – und auch eine gewisse Erleichterung, dass es nach zahlreichen Diskussionen endlich losgeht. Weitere Fahrradstraßen werden folgen, ja, die Stadt setzt sich zum Ziel, jährlich drei bis sechs auszuweisen.


Am Rennweg: Erste von zwölf geplanten Fahrradstraßen ist fertig


Für Debatten sorgte aber erneut das Thema Parkplätze. Denn: Da die Dambacher Straße in einigen Abschnitten nicht breit genug ist, sollen nach dem aktuellen Konzept der Stadtverwaltung rund 30 Kfz-Stellflächen wegfallen. Weil es im Wohnquartier dort einen "hohen Parkdruck" gebe, wie SPD-Rat Maurice Schönleben sagte, sprach sich die SPD dafür aus, Parkplätze in manchen Bereichen der Straße zu erhalten, auf Kosten der Fahrspurbreite.

Der Ausschuss folgte diesem Antrag, gegen die Stimmen von Linke und Grünen. Entsprechend die Kritik: "Für die erste Fahrradstraße ist das nicht der große Wurf", sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Kamran Salimi.

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Was wiederum alle Parteien als ungünstig einordneten: dass Anwohner, die mit ihrem Auto aus dem Süden kommen, gezwungen sind, frühzeitig die Dambacher Straße zu benutzen. Der Grund: Die Schwabacher Straße wird stadteinwärts einspurig, mit der Folge, dass in so manche Nebenstraßen nicht mehr nach links abgebogen werden kann.

Vier Meter breite Fahrspur

Einig war man sich im Ausschuss an sich auch über die Standards, nach denen Fahrradstraßen künftig gestaltet werden sollen. Mit nur einer Gegenstimme von AfD-Stadtrat Johannes Köhler wurde das Konzept der Stadtverwaltung angenommen, wonach alle Radstraßen "soweit möglich" eine mindestens vier Meter breite Fahrspur haben sollen – so dass in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei Radler problemlos nebeneinander unterwegs sein können.

Auch einen weißen Sicherheitsstreifen wird es geben, um Abstand zu parkenden Fahrzeugen herzustellen. Denn kein Radler soll gefährdet werden, wenn plötzlich die Tür eines Autos aufgeht.

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Zudem sollen auffällige Fahrbahnmarkierungen, sogenannte Piktogramme, dafür sorgen, dass jedem Autofahrer klar ist, auf welcher Straße er sich gerade befindet. Und: Gibt es Straßen, die auf die Fahrradstraße stoßen, wird in jenem Bereich eine Markierung in kräftigem Rot dafür sorgen, dass der Vorrang der Radler eindeutig ist. "Diese Standards sorgen für Verkehrssicherheit", sagte Baureferentin Christine Lippert. Jenen Gestaltungsstandards, wie auch dem Ausbau der Dambacher Straße, muss nun noch der Stadtrat zustimmen.

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