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Fürth: SMS Parken als Erfolgsprojekt

Stadt Fürth ist Vorreiter in der Region - Gute Erfahrungen im ersten Jahr - Wunsch nach Ausdehnung - 16.02.2009

Am Parkscheinautomat auf der Fürther Freiheit werden die Modalitäten für das Bezahlen mit dem Handy erklärt. Trotz der guten Resonanz sollen die Automaten aber nicht abgeschafft werden.

04.02.2011 © Hans-Joachim Winckler


Der Leiter des Fürther Straßenverkehrsamtes, Hans-Joachim Gleißner, bestätigt das Interesse nicht nur der Nachbarstädte: «Wir bekommen inzwischen Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet.« 2300 Euro hat die Kommune für das SMS-Parken im ersten Jahr bezahlt. Überschaubare Kosten, wie Gleißner meint. Zu Buche schlugen Hinweisschilder und Gebühren an den Systembetreiber Sunhill.

340 Stellplätze

Der Geltungsbereich des Handyparkens ist in Fürth bereits fast auf die gesamte Innenstadt ausgedehnt worden. Auf 340 Stellplätzen im Stadtzentrum kann man seine Parkgebühren mittlerweile per SMS abbuchen lassen. Ermutigt durch den bisherigen Verlauf, drängt Sunhill auf ein flächendeckendes Angebot. Die Stadt hat im Prinzip nichts dagegen, will aber die Parkscheinautomaten als traditionelle Alternative auf keinen Fall abschaffen. Allenfalls in der Friedrichstraße kann sich der Straßenverkehrsamtsleiter den Abbau von Automaten vorstellen.

Für nicht ratsam hält Gleißner die Einführung des SMS-Parkens im Außenbereich der Innenstadt. Zu hoch wäre hier der Aufwand der Beschilderung. Außerdem stünden die günstigeren Parktarife hier der Rentabilität entgegen. Im ersten Jahr zahlten Autofahrer in Fürth rund 10000 Mal ihre Parkgebühren mit dem Handy. In den SMS-Parkzonen wurde die bequeme Zahlungsmöglichkeit nach Angaben von Sunhill bei rund 75 Prozent der Parkvorgänge genutzt.

Als Zugeständnis an die Bequemlichkeit betrachtet Amtsleiter Gleißner das Angebot. Er hofft, die Kosten mit Werbeeinnahmen senken zu können. Denn zur Finanzierung wird beim Handy-Dialog auch Werbung geschaltet. Das bietet auch der Stadt die Möglichkeit, auf besondere Veranstaltungen hinzuweisen. Teuer wird es, wenn zum Anlocken motorisierter Kundschaft kostenloses Kurzzeitparken angeboten wird. Die so genannte Brötchentaste kann nach Sunhill-Berechnung einer Stadt wie Fürth Einnahmeausfälle in Höhe von 500000 Euro bringen. Es gibt nämlich auch beim SMS-Parken wenig Schutz vor Missbrauch, indem sich Autofahrer einfach wiederholt als Kurzparker melden. Allerdings zieht die Stadt vorübergehendes Gratis-Parken zu besonderen Anlässen in Erwägung.

Ein großer Vorteil des SMS-Parkens besteht darin, dass man während des Einkaufs die Parkzeit verlängern kann. Der Weg zum Parkscheinautomaten ist überflüssig. Zehn Minuten vor Ablauf der Parkzeit werden die Autofahrer per SMS informiert. Zur Kundenbindung können die Parkgebühren auch problemlos von den Ladeninhabern übernommen werden.

Keine Schwierigkeiten bereitet laut Gleißner bisher die Überwachung der SMS-Parkplätze durch städtische Kontrolleure. Um zu sehen, ob die Parkzeit abgelaufen ist, müssen unter der Servicenummer nur die Anfangsbuchstaben des Kennzeichens in das Diensthandy eingegeben werden. Noch einfacher wird es mit den neuen Geräten, die das Straßenverkehrsamt gerade angeschafft hat.

Volker Dittmar

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