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Fürther Beschäftigte: Zurück unter dem Dach des Klinikums

Krankenhaus: Die Service GmbH existiert nicht mehr — Hohe Kosten - 04.10.2014 21:00 Uhr

Wie berichtet, wurde die Service GmbH 2004 gegründet, in einer Zeit, als das städtische Klinikum Jahr für Jahr Verluste anhäufte. Um Geld zu sparen, gliederten etliche Krankenhäuser Aufgaben wie den Reinigungsdienst an private Anbieter aus. Auch in Fürth dachte man darüber nach, entschied sich aber dafür, eine Servicegesellschaft zu gründen. Deren Mitarbeiter arbeiteten im Reinigungsdienst, als Küchenhilfen, im Zentrallager oder dem Transportdienst.

Sie waren zwar besser gestellt als das Personal der privaten Unternehmen, verdienten aber weniger als ihre Fürther Kollegen, für die der Tarifvertrag des öffentlichen Diensts (TvöD) gilt. Denn: Wer vor 2004 eingestellt wurde, wurde weiter nach TvöD bezahlt. Das hatte zur Folge, dass in manchen Abteilungen des Klinikums Mitarbeiter für die gleiche Arbeit rund 20 Prozent weniger Gehalt bekamen als ein Kollege.

Nicht nur die Gewerkschaft ver.di forderte, diesen Zustand zu beenden. Anfang dieses Jahres schlugen Grüne und Linke in einer Stadtratssitzung in dieselbe Kerbe. Nach anfänglichem Zögern schwenkte der Stadtrat im Mai auf diese Linie ein und beschloss das Aus für die Servicegesellschaft.

Am Donnerstag ließ das Fürther Rathaus per Pressemitteilung wissen: Die Überführung der Beschäftigten in das Kommunalunternehmen Klinikum Fürth sei planmäßig im Rahmen eines Verbandstarifvertrages zum 1. Oktober erfolgt. „Mit dieser Lösung drückt unser Klinikum seine große Wertschätzung für die tägliche Arbeit der Beschäftigten aus, vermeidet Ungerechtigkeiten und steht zu seiner sozialen Verantwortung“, so Oberbürgermeister Thomas Jung.

Aus dem Krankenhaus heißt es, der Gegenwert der Tarifvereinbarungen entspreche einer Lohnerhöhung von weit über zehn Prozent. Für das Klinikum wird das zum Kraftakt: Das Ende der Servicegesellschaft bedeutet für das Haus eine jährliche Belastung von 400 000 Euro.

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