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Fürther Flüchtlingshilfe: Wichtige Plattform für Geflüchtete und Helfer

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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9.5.2022, 19:10 Uhr
 Der frühere Saturn ist zur Flüchtlingsunterkunft geworden – das Bild entstand beim Rundgang mit Sozialreferent Benedikt Döhla. Hier sollen, ähnlich wie damals im Höffner, auch Sprachkurse, Kinderbetreuung und eine Kleiderkammer angeboten werden.

© Hans-Joachim Winckler, NN  Der frühere Saturn ist zur Flüchtlingsunterkunft geworden – das Bild entstand beim Rundgang mit Sozialreferent Benedikt Döhla. Hier sollen, ähnlich wie damals im Höffner, auch Sprachkurse, Kinderbetreuung und eine Kleiderkammer angeboten werden.

Die Hilfsbereitschaft war auch 2014 groß in Fürth: als die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf (heute: Ankerzentrum) überfüllt war und das leer stehende Möbelhaus Höffner an der Seeackerstraße zur Notunterkunft für Flüchtlinge – vor allem aus Syrien, Afghanistan und Irak – wurde.

Viele Menschen wollten damals helfen, mit Kleiderspenden, bei Deutsch-Kursen, Sportangeboten, der Kinderbetreuung oder Wohnungssuche. Es war der Anfang der Internetseite www.fluechtlingshilfe-fuerth.de – eine Plattform, die der Fürther Johannes Böhm, von Beruf Webdesigner, ehrenamtlich aufbaute. Das Ziel: die Hilfsbereitschaft mit dem zusammenzubringen, was tatsächlich benötigt wurde.

In den vergangenen Jahren verlor die Seite an Bedeutung. Mit dem Krieg gegen die Ukraine hat sich das geändert. 500 Aufrufe am Tag verzeichnete sie plötzlich, erzählt Johannes Böhm, der sich auch jetzt wieder um die Plattform kümmert. Weil es so viele Fragen gibt, die ankommende Ukrainerinnen und die Menschen haben, die ihnen helfen wollen, ist die Startseite momentan ihren Anliegen gewidmet. Das wird nicht immer so bleiben, sagt er. Ihm ist wichtig, dass keine Gruppe über Flüchtlinge aus dem Rest der Welt gestellt wird.

Wohnungsvermittlung über die Integreat-App

Die Seite bündelt die wichtigsten Informationen, nennt Ansprechpartner und Anlaufstellen und verlinkt zu hilfreichen Angeboten – wie beispielsweise zur "Integreat-App". In dieser App liefern Stadt und Landkreis Fürth unter dem Punkt „Ukraine“ lokale Informationen und Kontaktdaten, etwa zur Anmeldung, zum Schulbesuch oder zu Sprachkursen. Die Texte kann man sich auch auf Ukrainisch anzeigen lassen.

Neu ist, dass über die Integreat-App direkt Wohnraum angeboten und gesucht werden kann. Die Stadt Fürth bittet darum, diese Möglichkeit zu nutzen. Während die Projektgruppe „Zimmer frei?!“ des Freiwilligenzentrums und der Caritas Wohnraum für Geflüchtete sucht, der längerfristig zur Verfügung steht, kann man über die Integreat-App auch nur für kurze Zeit Zimmer oder Wohnungen anbieten. In Nürnberg werde darüber schon viel vermittelt, sagt Böhm.

Wechsel zu Hartz IV: Neuer Antrag nötig

Anmeldung, Registrierung, Beantragung von Leistungen – dazu wird man unter www.fluechtlingshilfe-fuerth.de ebenfalls fündig. Ein wichtiger Punkt ist derzeit der Wechsel der Zuständigkeiten vom Sozialamt zum Jobcenter: Ab 1. Juni bekommen ukrainische Geflüchtete Zugang zu Hartz IV (SGB II), sie werden damit wie bereits anerkannte, hilfsbedürftige Asylsuchende behandelt. Verglichen mit ihrem bisherigen Status, der eine Versorgung mit Asylbewerberleistungen vorsieht, erhalten sie dann auch etwas mehr Geld.

Für die Ukrainerinnen und Ukrainer, die schon beim Sozialamt Unterstützung beantragt haben, bedeutet das: Es muss auf jeden Fall ein neuer Antrag gestellt werden. Das Jobcenter rät, im Ankunftsmonat zunächst Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu beantragen. Der SGB II-Anspruch greife erst nach der Ausstellung der Fiktionsbescheinigung oder der Bestätigung, dass diese erteilt wird.

Was zu beachten ist, erfährt man unter https://www.jobcenter-fuerth-stadt.de/news/Ukraine.html oder über das Merkblatt, das auf Deutsch und auf Ukrainisch auf der Flüchtlingshilfe-Seite abrufbar ist. (Achtung: Die dort genannte Hotline ist nicht immer mit Ukrainisch sprechenden Mitarbeitern besetzt.) Das Fürther Integrationsbüro bietet Beratungsunterstützung beim Beantragen der Leistungen fürs Jobcenter an (Kontakt über Intb@fuerth.de oder Tel. 0157-33807360).

Ein Leitfaden, Übersetzungshelfer und die Rubrik "Mitmachen"

Zu den richtigen Stellen gelotst wird über die Flüchtlingshilfe-Seite auch, wer spenden möchte. Verlinkt ist zudem ein Leitfaden des Fürther Nehemia-Teams (Stand April, daher nicht in jedem Punkt aktuell), der zum Beispiel Adressen von Arztpraxen und Hebammen mit Ukrainisch-Kenntnissen enthält. Und über ein Kontaktformular kann man bei der „Sprachbrücke“ von elan Hilfe beim Übersetzen erbitten – oder anbieten.

Außerdem gibt es die Rubrik „Mitmachen“. Dort findet man Ansprechpartner, wenn man sich beispielsweise bei der Kinder- oder Hausaufgabenbetreuung, bei Begegnungstreffen oder der Wohnungssuche engagieren möchte.


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